Michela Vittoria Brambilla
italienische Unternehmerin und Politikerin
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Michela Vittoria Brambilla (* 26. Oktober 1967 in Calolziocorte, Provinz Lecco) ist eine italienische Unternehmerin und Politikerin der des Mitte-rechts-Spektrums (PdL, FI, seit 2024 Noi Moderati). Sie ist seit 2008 Mitglied der italienischen Abgeordnetenkammer. In Silvio Berlusconis viertem Kabinett war sie von Mai 2008 bis Mai 2009 Staatssekretärin beim Ministerpräsidenten mit Zuständigkeit für den Tourismus und anschließend bis November 2011 Ministerin für Tourismus.

Politischer Werdegang
Michela Brambilla stammt aus einer Unternehmerfamilie, die bereits seit vier Generationen in der Stahlindustrie tätig ist. In Mailand arbeitete sie 1991 zunächst als Fernsehjournalistin für die Fininvest-Gruppe (heute Mediaset). Anschließend beteiligte sie sich als Geschäftsführerin am Familienunternehmen Trafilerie Brambilla Spa und gründete mit ihrem Vater Vittorio Brambilla eine Firma zur Produktion von Tiernahrung (Sal Spa), deren Vorstandsvorsitzende sie ist.
Von November 2003 bis März 2008 war sie zudem Vorsitzende der Jungunternehmervereinigung in der Handelsunternehmerorganisation Confcommercio. Im April 2006 kandidierte sie im Wahlbezirk Venetien 1 erstmals bei den Wahlen zur Italienischen Abgeordnetenkammer für die Berlusconis Partei Forza Italia, allerdings erfolglos. Am 20. November 2006 gründete sie die Circoli della Libertà (dt.: Zirkel der Freiheit) als kulturelle und mediale Basisorganisation der Forza Italia und wurde zu deren Vorsitzenden gewählt. Federführend war sie in diesem Zusammenhang auch beim Start des parteinahen Satellitensenders TV della Libertà (Fernsehen der Freiheit) im Juni 2007.

Bei den vorgezogenen Neuwahlen im April 2008 wurde sie auf der Mitte-rechts-Liste Il Popolo della Libertà (PdL) in der Region Emilia-Romagna in die Abgeordnetenkammer gewählt. Im Mai 2008 berief sie Silvio Berlusconi als für den Tourismus zuständige Staatssekretärin zu sich ins Ministerpräsidentenamt. Im Mai 2009 wurde ein eigenes Ministerium für Tourismus eingerichtet, das Brambilla bis zum Ende der Berlusconi-Regierung im November 2011 leitete.
Bei der Spaltung der PdL im Herbst 2013 kehrte Brambilla zu Forza Italia zurück, deren Fraktion sie anschließend in der Abgeordnetenkammer vertrat. In der Legislaturperiode von 2013 bis 2018 war sie Vorsitzende des gemeinsamen Ausschusses beider Parlamentskammern für Kindheit und Jugend. Als Direktkandidatin des Mitte-rechts-Bündnisses im Wahlkreis von Abbiategrasso (Metropolitanstadt Mailand) wurde sie 2018 erneut in die Abgeordnetenkammer gewählt.
Bei der Parlamentswahl 2022 errang sie für das Mitte-rechts-Bündnis den Sitz des Wahlkreises von Gela auf Sizilien. Nach der Wahl schloss sie sich nicht der Forza-Italia-Fraktion, sondern der „gemischten Gruppe“ fraktionsloser Abgeordneter an. Ab März 2023 saß sie in der Fraktion von Noi Moderati, des kleinsten und am nächsten an der Mitte orientierten Bestandteils der Rechtskoalition von Giorgia Meloni. Gemeinsam mit den ehemaligen Forza-Italia-Politikerinnen Mara Carfagna und Mariastella Gelmini trat sie 2024 auch in die Partei Noi Moderati ein.[1]
Kritik
2009 geriet Brambilla in die Kritik, als sie auf einem Polizeifest in Lecco mit hochgerecktem rechtem Arm – dem Mussolini-Gruß – grüßte.[2] Brambilla erklärte, sie habe lediglich die Hand gehoben und nicht beabsichtigt, den faschistischen Gruß auszuführen.[3]
Weblinks
- Persönliche Website (italienisch)
- Profil bei der Italienischen Abgeordnetenkammer (italienisch)
- Profil bei openpolis.it (italienisch)