Michele Zagaria
italienischer Mafioso
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Michele Zagaria [] (* 21. März 1958 in San Cipriano d’Aversa) ist ein italienischer Krimineller und Anführer des süditalienischen Casalesi-Clanes. Aufgrund seiner brutalen Vorgehensweisen ist er auch als „Capostorta“ (deutsch „Gedrehter Kopf“) bekannt.
Leben
Michele Zagaria wurde als Sohn einer wohlhabenden Familie 1958 im kampanischen San Cipriano d’Aversa geboren. Er hat eine unbekannte Anzahl an Geschwistern, darunter auch Elvira Zagaria, welche nach seiner Verhaftung die Geschäfte des Clans übernahm.[1]
Anfang als Krimineller
Seine kriminelle Karriere begann in den 1980er Jahren, als er an der Seite von Superboss Francesco Schiavone seine ersten kriminellen Geschäfte begann. Aus dieser Zeit kommt auch sein Spitznamen „Capostorta“ (deutsch „Gedrehter Kopf“), aufgrund seiner brutalen Vorgehensweisen. 1988 wurde er das erste Mal verhaftet, als nach einem Autounfall eine 7,65 mm Parabellum bei ihm gefunden wurde. Dies war zu dieser Zeit die bevorzugte Waffe des Camorra-Clans. Ab dieser Zeit war er immer wieder im Gefängnis, bis er 1995 im Rahmen des Spartacus-Prozesses als einer der Führer der Camorra identifiziert wurde.[2]
Im Camorra-Clan war er als eher ungewöhnlicher Boss bekannt. Er konsumierte das Kokain des Clans, was sonst als Tabu gilt. Er wollte behandelt werden wie ein Priester, intern war er für den Spruch „Du sollst tun was ich sage, nicht was ich tue“ bekannt.[3]
Sein Geld verdiente er mit dem Betreiben von mafiösen Bauunternehmen, er infiltrierte Ausschreibungen des italienischen Staates und zusammen mit seinem Bruder war er als „König der Ausschreibungen“ bekannt. Er gewann unter anderem die Ausschreibung für eine Hochgeschwindigkeitsstrecke, ein Gefängnis und eine NATO-Basis.[3]
Zusammen mit Antonio Iovine ist er das Gesicht des Clan-Managements. Er pflegte enge Beziehungen zur ’Ndrangheta. Dem italienischen Journalist und Autor Roberto Saviano zufolge hat Zagarias Geschäftssinn zum Durchbruch des mafiösen Clans geführt.
Verhaftung
Am 15. Januar 2010 wurde Michele Zagaria in absentia nach zwölf Jahren im Spartacus-Prozess zusammen mit 36 Mitgliedern seiner Organisation zu lebenslanger Haft verurteilt. Er war seit 16 Jahren auf der Flucht.
Zagaria lebte seit längerer Zeit in einem Bunker im Hinterhof einer Villa in Casapesenna. Am Morgen des 7. Dezember 2011 wurde er verhaftet, nachdem man die Luftzufuhr zu seinem Bunker abgeschnitten hatte, ihm die Strom und Wasserversorgung genommen und den Bunker umstellt hatte.
Bei seiner Verhaftung sprach er die berühmten Worte: „Ich ergebe mich […], ihr habt gewonnen, der Staat hat gewonnen.“. Hunderte eingesetzte Polizisten brachen daraufhin in Jubeln aus.[4][5]
Seitdem sitzt Zagaria im Hochsicherheitsgefängnis L’Aquila ein.[6]