Michelle Nicod
Genfer Buchhändlerin und Druckerin
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Michelle Nicod (* um 1519 in Quemigny-sur-Seine; † 3. Januar 1618 in Genf) war eine Buchhändlerin und Druckerin. Da sie unter eigenem Namen die Ordonnances de la Cité de Genève herausgab, gilt sie als erste offizielle Druckerin der Republik Genf.

Leben und Wirken
Michelle Nicod und ihr erster Ehemann Jean Durant kamen als Glaubensflüchtlinge nach Genf. Er war Buchhändler und Drucker, stammte aus Marigniez(?) bei Châtillon-sur-Seine und erhielt 1556 das Genfer Bürgerrecht. In zweiter Ehe heiratete sie den Notar Olivier Dagonneau, der aus Mâcon stammte und 1591 das Bürgerrecht der Stadt Genf erhielt.[1]
An der Seite Durants hatte Nicod ihr Leben dem Buchhandel und der Druckerei verschrieben. Als «Witwe Durant» und zuletzt unter eigenem Namen führte sie das Unternehmen, zu dem auch eine Buchbinderei gehörte, weiter. Zu ihren Drucken gehörten politische Weisungen und Kirchenordnungen, Schulbücher und Grammatiken, aber auch religiöse und literarische Werke. Da Nicod Angst hatte, vom Genfer Spital abhängig zu werden, hielt sie das Unternehmen auch als Neunzigjährige aufrecht. Es befand sich in der Nähe des «Temple de la Madeleine».[1] Die Ordonnances de la Cité de Genève gab sie 1600, 1609 und 1617 heraus.

Die Initiative «100Elles.ch» benannte die Genfer «Rue François Diday» im Frühjahr 2019 zeitweise in «Rue Michelle Nicod» um.
Literatur
- Hans Joachim Bremme: Buchdrucker und Buchhändler zur Zeit der Glaubenskämpfe. Droz, Genf 1969.
- Bernard Lescaze: Michelle Nicod. In: Erica Deuber Ziegler, Natalia Tikhonov (Hrsg.): Les Femmes dans la mémoire de Genève. Du XVe au XXe siècle. Susan Hurter, Genf 2005. S. 48–49.
- Liliane Mottu-Weber: Les femmes dans la vie économique de Genève. In: Bulletin de la Société d’histoire et d’archéologie de Genève. BHG 16, 1979. S. 381–401.