Mick Harford
englischer Fußballspieler
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Michael Gordon „Mick“ Harford (* 12. Februar 1959 in Sunderland) ist ein ehemaliger englischer Fußballspieler und aktueller -trainer. Als torgefährlicher Stürmer „klassischer Prägung“, der auch im Mittelfeld eingesetzt werden konnte, hatte er seine erfolgreichste Zeit bei Luton Town, mit dem Gewinn des Ligapokals im Jahr 1988.
| Mick Harford | ||
Mick Hardford (2009) | ||
| Personalia | ||
|---|---|---|
| Voller Name | Michael Gordon Harford | |
| Geburtstag | 12. Februar 1959 | |
| Geburtsort | Sunderland, England | |
| Größe | 188 cm | |
| Position | Stürmer | |
| Herren | ||
| Jahre | Station | Spiele (Tore)1 |
| 1977–1980 | Lincoln City | 115 (41) |
| 1980–1981 | Newcastle United | 19 (4) |
| 1981–1982 | Bristol City | 30 (11) |
| 1982–1984 | Birmingham City | 92 (25) |
| 1984–1990 | Luton Town | 139 (57) |
| 1990–1991 | Derby County | 58 (15) |
| 1991–1992 | Luton Town | 29 (12) |
| 1992–1993 | FC Chelsea | 28 (9) |
| 1993 | AFC Sunderland | 11 (2) |
| 1993–1994 | Coventry City | 1 (1) |
| 1994–1998 | FC Wimbledon | 60 (9) |
| Nationalmannschaft | ||
| Jahre | Auswahl | Spiele (Tore) |
| 1987 | England B | 1 (1) |
| 1988 | England | 2 (0) |
| Stationen als Trainer | ||
| Jahre | Station | |
| 2004–2005 | Nottingham Forest (interim) | |
| 2005 | Rotherham United | |
| 2007 | Queens Park Rangers (interim) | |
| 2008–2009 | Luton Town | |
| 2010 | Queens Park Rangers (interim) | |
| 2019 | Luton Town | |
| 2022 | Luton Town (interim) | |
| 1 Angegeben sind nur Ligaspiele. | ||
Sportlicher Werdegang
Aktive Laufbahn
Harford wuchs im südlich gelegenen Stadtteil Humbledon in Sunderland auf und seine fußballaffine Arbeiterfamilie, die den AFC Sunderland unterstützte, weckte in ihm eine frühe Begeisterung für den Sport; gemeinsam mit seiner Schwester besuchte er regelmäßig die Spiele im Roker Park. Er besuchte die St. Cuthbert’s School, wo er gemeinsam mit den späteren Profis Micky Hazard und Kevin Dillon aufwuchs und in einem dort sehr engagierten Lehrer einen Förderer auf dem Weg zum Profifußball fand. Erste nennenswerte Schritte im organisierten Fußball machte er im Nordosten Englands beim Lambton Street Boys Club. Ein Probetraining bei seinem Wunschklub AFC Sunderland im Alter von 17 Jahren war zu seiner Enttäuschung erfolglos, aber mit dem Drittligisten Lincoln City fand sich schnell Ersatz – ihm folgten drei weiteren Spieler aus der Region. Dabei war er von Lincolns damaligem Cheftrainer Graham Taylor entdeckt worden, der dann jedoch im selben Monat Juli 1977, als Harford einen Profivertrag unterschrieb, zum FC Watford weiterzog. Harford etablierte sich rasch als Schlüsselfigur in der Offensive von Lincoln City und innerhalb von dreieinhalb Jahren erzielte er 41 Tore in 115 Ligapartien. Besonders groß war sein Anteil ab der Saison 1979/80, nachdem der Klub zuvor aus der dritten Liga abgestiegen war. Er steuerte 16 Liga-Treffer in dieser Spielzeit bei und mit zehn weiteren Toren bis Dezember 1980 legte er den Grundstein für den späteren Wiederaufstieg des Klubs als Viertliga-Vizemeister. Vor dem Jahreswechsel war Harford für eine Ablösesumme von 180.000 Pfund in die zweite Liga zu Newcastle United weitergezogen.[1]
Harfords Aufenthalt bei den „Magpies“ war jedoch nur von kurzer Dauer und mit lediglich vier Ligatoren in den restlichen Saisonpartien gelang es ihm nicht, von seinen Qualitäten zu überzeugen und so ging es für ihn bereits im August 1981 eine Spielklasse tiefer für 160.000 Pfund zu Bristol City. Obwohl sein neuer Klub später in die vierte Liga absteigen sollte, fand Harford bis März 1982 mit 14 Pflichtspieltreffern wieder zu guter Form zurück und schloss sich dann für 100.000 Pfund dem Erstligisten Birmingham City an. Mit neun Toren in zwölf restlichen Ligapartien war Harford auf Anhieb die gewünschte Verstärkung und war als neuer „Zielspieler“ in der Offensive ein wichtiger Faktor auf dem Weg zum Klassenerhalt. Zwei Jahre später konnte der Abstieg in die Zweitklassigkeit nicht verhindert werden und kurz darauf wechselte er im Dezember 1984 zurück in die höchste englische Spielklasse für 250.000 Pfund zu Luton Town. Unter Lutons Cheftrainer David Pleat sowie später unter Ray Harford war er gleichsam im offensiven Mittelfeld und als Torjäger sehr erfolgreich. Ihm gelangen in anderthalb Jahren bis zum Ende der Saison 1985/86 38 Erstligatore und zwei Jahre später war er Teil der Mannschaft, die nach einem 3:2-Finalsieg gegen den FC Arsenal den Ligapokal gewann. In diesem Zeitraum kam er zudem zu seinen zwei einzigen Einsätzen für die englische A-Nationalmannschaft (am 17. Februar 1988 auswärts gegen Israel (0:0) und am 14. November 1988 daheim gegen Dänemark (1:0)), nachdem er bei der vorangegangenen WM-Endrunde 1986 in Mexiko im erweiterten englischen Kader als „Stand-by“ gestanden hatte.[2] Im Januar 1990 wechselte Harford für eine Ablösesumme von 450.000 Pfund zum Erstligakonkurrenten Derby County. Dort stieg er nach Ablauf der Saison 1990/91 mit seinem Team in die Zweitklassigkeit ab. Darüber hinaus war er am letzten Spieltag plötzlich Teil einer Kontroverse gewesen, als er per Kopf gegen seinen Ex-Klub aus Luton ein Eigentor zum 0:1 erzielte und der 2:0-Sieg maßgeblich für Lutons Klassenerhalt war – Derby County hatte bereits als Absteiger festgestanden. Später kommentierte Harford den Ablauf in beide Richtungen: Während er zeitweise seine Absicht bekundete, wies er dies in anderen Einlassungen von sich. Unabhängig davon fügte sich sein Eigentor glücklich, da er im September 1991 zurück nach Luton für 325.000 Pfund in die erste Liga wechselte. Obwohl er in der Saison 1991/92 noch einmal zwölf Ligatore schoss, konnte er in diesem Fall den Fall in die Zweitklassigkeit nicht ein weiteres Mal verhindern.[3]
Im August 1992 zog es ihn in die neue Premier League zum FC Chelsea. Während seine Verpflichtung aufgrund des gleichzeitig deutlich teureren Transfers von Robert Fleck im Schatten stand, war es der bereits 33-jährige Routinier, der beim 1:1-Saisonauftakt gegen Oldham Athletic als Teil des neuen Sturmduos mit Fleck mit einem Tor per Distanzschuss auf sich aufmerksam machte. Obwohl er als Mittelstürmer „klassischer Prägung“ als eine Art „Relikt“ früherer Zeiten galt, überraschte er mit acht Ligatoren bis Anfang November 1992 seine Kritiker. Im Laufe seiner Karriere hatte sich „Big Mick“ in Anspielung auf seine Kopfballstärke den Spitznamen „The Head Waiter“ (Oberkellner) erworben, was jedoch von seinen technischen Fähigkeiten in der Ballbehandlung und der „Beidfüßigkeit“ ablenkte, womit er Tempodefizite ein wenig ausglich. Harford erzielte für die „Blues“ entscheidende Treffer bei knappen 1:0-Siegen gegen die Queens Park Rangers (1:0), Manchester City (1:0), Ipswich Town (2:1) und Coventry City (2:1); dazu kam ein später Siegtreffer per Kopfball in einem Ligapokal-Duell gegen das von Kevin Keegan trainierte, aufstrebende Newcastle United. Doch nachdem er im Dezember eine Sperre von drei Spielen abgesessen hatte, konnte Harford an die vorigen Leistungen nicht mehr anknüpfen. Als dann auch Porterfield entlassen wurde, versuchte sein Nachfolger David Webb erfolglos, Harford an der Seite des gleichermaßen physisch starken Tony Cascarino aufzubieten. So endete sein Engagement noch vor Saisonablauf im März 1993 mit dem Wechsel für 250.000 Pfund zu seinem Heimatverein, dem AFC Sunderland.[4] Bei den „Black Cats“ verbrachte er wenige Monate und half mit elf Ligaeinsätzen, den Klassenerhalt in der zweiten Liga zu realisieren. Zu seinen späteren Wechseln zählten ein kurzes, von Verletzungen überschattetes Intermezzo bei Coventry City sowie eine letzte Profistation beim FC Wimbledon, bevor er 1998 im Alter von 39 Jahren seine aktive Laufbahn beendete.[5][6]
Trainerkarriere
Nachdem dem Ende seiner aktiven Laufbahn wechselte Harford in den Trainerstab des FC Wimbledon unter Joe Kinnear. Im Jahr 2001 wechselten beide in ähnliche Positionen zu Luton Town, wurden jedoch im Mai 2003 infolge eines Eigentümerwechsels entlassen. Bereits im Juli 2003 kehrte Harford jedoch als Sportdirektor bereits wieder zum Verein zurück. Im November 2004 zog er weiter zu Nottingham Forest, erneut als Kinnears Assistent. Kinnear wurde bereits wenige Wochen später entlassen, woraufhin Harford bis Januar 2005 interimsweise das Traineramt übernahm. Einen Monat später schloss sich Harford Swindon Town an und sollte dort bis zum Saisonende bleiben. Im April 2005 wurde er jedoch Cheftrainer von Rotherham United bis zu seiner Entlassung im Dezember 2005. Das nächste gut halbe Jahr verbrachte er als Stürmertrainer beim FC Millwall, bevor er ab Juli 2006 zunächst im Trainerstab von Colchester United und ab Juni 2007 bei den Queens Park Rangers arbeitete. Bei „QPR“ betreute er vorübergehend die Profimannschaft als Nachfolger des im Oktober 2008 entlassenen John Gregory. Noch im selben Monat verließ Harford den Verein, bevor er im Januar 2008 Cheftrainer von Luton Town wurde und den Klub im Oktober 2009 nach dem historischen Abstieg in die fünfte Liga kurz zuvor verließ. Im Dezember 2009 kehrte Harford als Assistent von Paul Hart zu den Queens Park Rangers zurück und übernahm im Februar 2010 nach Harts Entlassung ein weiteres Mal interimistisch die Cheftrainer-Rolle. Er selbst verließ den Klub im März 2012 und zwei Monate später wurde er Co-Trainer von Karl Robinson bei den Milton Keynes Dons. Nächste Station war am Juni 2013 erneut der FC Millwall, wo er zunächst als Co-Trainer arbeitete und später zum Leiter der Scouting-Abteilung aufstieg, ehe er den Verein im Juli 2015 verließ. Im Januar 2016 nahm Harford ein neues Angebot von Luton Town an und neben seiner Verantwortung als Hauptansprechpartner für Spielerverpflichtungen half er im Januar 2019 bis zum Ende der Saison erneut als Chef-Betreuer aus. Nach einer gesundheitsbedingten Auszeit vom Sport fungierte er im November 2022 erneut als Interimstrainer.[2][7]
Titel/Auszeichnungen
Weblinks
- Mick Harford in der Datenbank von soccerbase.com (englisch)
- Mick Harford in der Datenbank von weltfussball.de