Wikiwand AI

Middlebury College Museum of Art

Kunstmuseum in den Vereinigten Staaten From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Middlebury College Museum of Art ist ein Kunstmuseum in Middlebury im US-Bundesstaat Vermont. Es gehört zum Middlebury College und fungiert als dessen zentrales akademisches Kunstzentrum sowie als kulturelle Institution für die Region.[1][2]

Middlebury College Museum of Art

Geschichte

Die institutionelle Entwicklung des Museums begann 1968 mit der Fertigstellung des Christian A. Johnson Memorial Building und der darin eingerichteten Christian A. Johnson Gallery. Mit der Einrichtung dieser Galerie begann das Middlebury College systematisch eine eigene Kunstsammlung aufzubauen. Der Kunstpädagoge David Bumbeck vom Fachbereich Studio Art wurde mit der Leitung der Galerie betraut. Unter seiner Verantwortung erfolgten die ersten bedeutenden Erwerbungen, insbesondere Druckgrafiken und Skulpturen des 19. Jahrhunderts.

1969 initiierte Bumbeck die Gründung der Friends of the Art Museum, einer Fördervereinigung aus Absolventinnen und Absolventen des Middlebury College, lokalen Mäzenen und weiteren Förderern der Hochschule. Die Organisation unterstützt das Museum bis in die Gegenwart durch Mitgliedsbeiträge und Spenden, mit denen Ausstellungs-, Bildungs- und Ankaufsvorhaben finanziert werden.

1985, während der Planungsphase eines neuen Center for the Arts, wurde der Kunsthistoriker Richard Saunders als hauptamtlicher Direktor der Galerie berufen. In den folgenden Jahren professionalisierte er die Museumsstruktur, indem er unter anderem Stellen für Registrierung, Archivierung und Restaurierung einrichtete sowie ein Sammlungskomitee gründete. Zudem war er maßgeblich an der Planung der zukünftigen Museumsräume im neuen Kunstzentrum beteiligt. 1992 wurde die Johnson Gallery offiziell in Middlebury College Museum of Art umbenannt und in das neu fertiggestellte Center for the Arts verlegt. 1996 richtete das Museum erstmals eine Stelle für Bildungs- und Vermittlungsarbeit ein und entwickelte daraufhin Programme für Schulklassen der Klassenstufen K–12 aus der Region. 2003 wurde eine Kuratorenstelle für asiatische Kunst geschaffen. Im Herbst 2005 eröffnete die Robert F. Reiff Gallery of Asian Art, benannt nach dem Kunsthistoriker Robert F. Reiff. Die Einrichtung der Galerie wurde maßgeblich durch Barbara P. und Robert P. Youngman finanziert. Ebenfalls 2005 erhielt das Museum eine Akkreditierung der American Alliance of Museums.[3]

Architektur

Kindersarkophag mit Reliefdarstellungen aus dem Hippolytos-Mythos, römisch, 210–220 n. Chr., Marmor

Das Museum befindet sich im Kevin P. Mahaney ’84 Center for the Arts auf dem Campus des Middlebury College. Der Gebäudekomplex wurde vom New Yorker Architekturbüro Hardy Holzman Pfeiffer Associates entworfen und zwischen 1987 und 1992 errichtet. Der Bau wurde 1992 unter dem Namen Center for the Arts eröffnet und 2007 zu Ehren des Alumni Kevin P. Mahaney umbenannt. Neben dem Museum beherbergt das Gebäude einen Konzertsaal, ein Studiotheater sowie Tanz- und Proberäume und dient als zentraler Standort für die akademischen Programme der Hochschule in den Bereichen Theater, Musik und Tanz.[4]

Der architektonische Entwurf kombiniert unterschiedliche räumliche Ordnungssysteme und orientiert sich an postmodernen Gestaltungsprinzipien. Ein orthogonales Raster einer großen, verschindelten Halle mit sichtbaren blauen Stützen, freiliegenden Balken und Oberlichtern steht einem dominierenden Kreisbogen gegenüber, von dem mehrere satellitenartige Baukörper ausgehen. Diese unterscheiden sich durch verschiedene Materialien und Formen, darunter rosa Granit, graue Granitsteine und metallische Fassadenelemente. Die Ausstellungsfläche des Museums beträgt rund 600 m².[4]

Sammlung

Verkauf von Amoretten, französisch, Mitte 19. Jhdt., Öl auf Leinwand

Die Sammlung des Museums umfasst asiatische und westliche Kunst vom 4. Jahrtausend v. Chr. bis zur Gegenwart.[5] Sie zählt mehr als 2500 Werke und umfasst unter anderem bedeutende Bestände in folgenden Bereichen:

  • asiatische Kunst
  • Fotografie
  • europäische und amerikanische Gemälde
  • zeitgenössische Druckgrafik

Besondere Sammlungsschwerpunkte liegen auf Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts in verschiedenen Medien, insbesondere Druckgrafik und Fotografie. Darüber hinaus besitzt das Museum eine Sammlung antiken Glases. Zum Museumsbestand gehört außerdem ein öffentlich zugänglicher Skulptuengarten mit etwa dreißig Skulpturen, die über den Campus verteilt sind und vom Committee on Art in Public Places betreut werden. 1994 verabschiedeten der Präsident und das Kuratorium des Middlebury College eine sogenannte One Percent for Art Policy. Diese Regelung sieht vor, dass ein Prozent der Kosten jedes Neu- oder Umbaus auf dem Campus für Erwerb, Installation, Pflege und Vermittlung öffentlich ausgestellter Kunstwerke verwendet wird. Die Dauerausstellungsgalerien im Erdgeschoss zeigen Werke von der Antike bis zur Gegenwart.[5] Dazu gehören unter anderem:

  • Terrakottaskulpturen aus der chinesischen Tang-Dynastie
  • griechische Amphoren der archaischen Zeit
  • frühe italienische Malerei
  • Kunstwerke eines indischen Königshofs
  • Objekte der Firma Fabergé
  • eine Maske aus Westafrika
  • Landschaftsmalerei aus Vermont sowie internationale zeitgenössische Kunst

Die Galerien im Obergeschoss dienen wechselnden Sonderausstellungen zu unterschiedlichen kulturellen Themen und historischen Epochen.

Besondere Werke

Lekythos, griechisch, 430 v. Chr., Terrakotta

Das erste Kunstwerk, das die Friends of the Art Museum dem Museum bei ihrer Gründung 1969 schenkten, war eine attische schwarzfigurige Lekythos mit weißem Grund, dekoriert von einem unbekannten antiken Künstler. Das älteste Objekt der Sammlung ist ein assyrisches Steinrelief aus dem Nordwestpalast des Königs Ashurnasirpal IIin Nimrud im heutigen Irak. Das Relief zeigt eine geflügelte Gottheit bei der Bestäubung einer Dattelpalme. Das Objekt wurde dem College 1854 von dem Missionar und Absolventen Wilson A. Farnsworth geschenkt. Farnsworth befand sich während der Ausgrabungen des Palastes in der Region und ließ die Reliefplatte in mehrere Teile schneiden, um den Transport zur Küste zu erleichtern.[6]

2019 erwarb das Museum das Glasmosaik The Perennial Gaze der zeitgenössischen Künstlerin Shahzia Sikander für die Kunstsammlung des Colleges. Das Werk befindet sich im Wintergarten des Axinn Center for the Humanities at Starr Library auf dem Campus.[7]

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks