Mikos Meininger

deutscher bildender Künstler From Wikipedia, the free encyclopedia

Mikos Meininger, eigentlich Michael Meininger (* 6. September 1963 in Jena), ist ein deutscher bildender Künstler in den Bereichen Malerei, Grafik und Skulptur.

Leben

Mikos Meininger erlernte in Jena von 1984 bis 1986 den Beruf des Schrift- und Grafikmalers.[1] Danach zog er nach Ost-Berlin und begann 1987 im subkulturellen Künstlerkreis um Maximilian Barck mitzuarbeiten. Charakteristisch war für den Kreis das Künstlerbuch. In kleinen Auflagen produziert, bot es in der DDR als nicht „lizenzpflichtig“ künstlerische Freiräume. Beteiligt waren Autoren und bildende Künstler gleichermaßen, wie der Maler Lothar Böhme, Johannes Heisig, Wolfgang Hilbig, Elke Erb, Durs Grünbein, Strawalde, Klaus Zylla, Lothar Klünner, Gert Neumann und andere. Meiningers Zeichnungen und Siebdrucke gab Barck in der bibliophilen Literatur- und Kunstzeitschrift Herzattacke und in zahlreichen Künstlerbüchern seiner Edition „Maldoror“ heraus.[2][3][4][5] Im Jahr 1989 begann Meininger ein Studium des Fachs Grafikdesign an der Fachschule für Werbung und Gestaltung Berlin. Sein wichtigster Lehrer und guter Freund wurde der Fotograf Manfred Paul. Nach der erfolgreichen Gruppenausstellung „Junge Kunst aus Berlin Ost“ der Kölner Autoren Galerie Kostka in Paris im April 1990 verließ Meininger die Fachhochschule, um als freischaffender Maler und Grafiker in Berlin zu arbeiten. Meiningers Werk umfasst Druckgrafik, oft für aufwändige Künstlerbücher zu befreundeten Schriftstellern entstanden, ungegenständliche Malerei und figurbetonte Plastik, vorwiegend im Bronzeguss.

Seit 2006 lebt und arbeitet Meininger in Potsdam, wo er 2009 gemeinsam mit dem Bildhauer und Musiker der Band Sandow, Chris Hinze, das Kunsthaus sans titre gründete. Dort befindet sich auch sein Atelier.[6]

Werk (Auswahl)

Ausstellungen (Auswahl)

Publikationen

  • Herzattacke. Literatur- und Kunstzeitschrift, 31 (2019, Nr. 2), Beilage „Jahresgabe“: Handzeichnung, Mikos Meininger.
  • Richard Anders: EROSion des Ich. Automatische Texte aus sechzig Jahren. Zur Theorie des Surrealismus. Mit einem Geleitwort von Karlheinz Barck. Serigraphien von Klaus Bendler, Lothar Böhme, Kerstin Grimm, Sabine Jahn, Mikos Meininger und Michael Würzberger. Edition Maldodor, Berlin 2008.
  • Lothar Klünner: Vergeude dich, Dunkel, ans Lied. Grafik Mikos Meininger. Edition Maldodor, Berlin 2007.
  • Lothar Klünner: Geerdet. Gedichte 2000–2005. BoD, Norderstedt 2006, ISBN 978-3-8334-4893-5, Buchgestaltung.
  • René Char (Text), Mikos Meininger, (Illustrationen): Zerfaserung des Jutesacks. Edition L' Imagination au pauvoir, hrsg. von Maximilian Barck, Berlin 2003.
  • Lothar Klünner: Diese Nacht aus deinem Fleisch. Gesammelte Gedichte. Jeanne-Mammen-Gesellschaft, Berlin, 2000, ISBN 3-89811-428-7, Umschlag und Frontispiz.
  • Johannes Hübner: Vororte der Liebe. Mit acht Lithographien von Mikos Meininger. Gedichte aus den Jahren 1948–1950, aus dem Nachlass zusammengestellt von Jürgen Brôcan, Lothar Klünner u. Jakob Lehcie. Mit einem Geleitwort von Elisabeth Lenk. Edition Maldoror, Berlin 1999.
  • Mit Jörg Metze: Mikos Meininger 1995–96 [Galerie auf Zeit, Katalog]. Intershop Communications, Jena 1997.
  • Jean-François Mathé: Passages sous silence (Gedichte). Siebdrucke Mikos Meininger. Nachdichtung: Rolf A. Burkart. Edition Maldoror, Berlin 1996.
  • Simone Katrin Paul: Fischerkönig. Gedichte. Siebdrucke Mikos Meininger. Edition Maldodor, Berlin 1995.
  • Gerald Zschorsch (Text), Mikos Meininger (Graphiken): In Indien aus Indien. Galerie auf Zeit, Berlin 1994.
  • Maximilian Barck: Sensitive Splitter. Mit fünf Zeichnungen von Mikos Meininger. Edition Maldoror, Berlin 1993.
  • Annegret Gollin: Rätselhafte Aussichten. Mit acht farbigen Siebdrucken von Mikos Meininger. Edition Maldodor, Berlin 1992.
  • Als Michael Meininger mit Maximilian Barck (Text): Metaphysisches Intermezzo. Edition Maldoror, Berlin 1990.

Literatur

  • Erik Stephan (Hrsg.): Mikos Meininger. Gemälde. Grafiken. Skulpturen. Einleitung: Christoph Tannert (Ausstellungskatalog der Kunstsammlung Jena vom 16. April bis 14. August 2016). Städtische Museen Jena, [Jena] [2016], ISBN 978-3942176-87-3.
  • Thomas Günther (Red.): Treasure Island Basel. 49 ungehobene Schätze aus der Poesie des Untergrunds. Metaphysisches Intermezzo. Berlin 1989/90. Ausstellungskatalog der Universitätsbibliothek Basel, Text Maximilian Barck. Edition auf Zeit, Berlin 2011, ISBN 978-3-00-036931-5 (acht mehrfarbige Serigrafien von Michael Meininger (Mikos), S. 68/69).
  • Frank Eckart (Bearb.): Eigenart und Eigensinn. Alternative Kulturszenen in der DDR 1980–1990. Mit einem Bestandskatalog . Forschungsstelle Osteuropa, Edition Temmen, Bremen 1993, ISBN 3-86108-307-8.
  • Klaus Michael, Thomas Wohlfahrt (Hrsg.): Vogel oder Käfig sein. Kunst und Literatur aus unabhängigen Zeitschriften in der DDR 1979–1989 (= Edition Galrev, Bd. 22). Galrev, Berlin 1992, ISBN 3-910161-10-3, S. 397, mit Abb. des Umschlags Herzattacke 1/1991.
  • Jens Henkel, Sabine Russ (Red.): DDR 1980–1989. Künstlerbücher und originalgrafische Zeitschriften im Eigenverlag. Eine Bibliografie [Begleitbuch der die gleichnamigen Ausstellung im Gutenberg-Museum Mainz vom 8. bis 9. Mai 1991 und der Galerie Gunar Barthel Berlin vom 25. Oktober bis 3. Dezember 1991]. Merlin, Gifkendorf 1991, ISBN 3-926112-28-X, zu Mikos Meininger Z 12.1., 12.2., 12.3., 27.4.1.

Einzelnachweise

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