Milchrahmstrudel

Klassiker der Wiener Mehlspeisküche From Wikipedia, the free encyclopedia

Milchrahmstrudel (im Wienerischen Millirahmstrudel[1]) ist ein Klassiker der Wiener Mehlspeisküche, der in der Zeit der österreich-ungarischen Monarchie in Mode kam.

Milchrahmstrudel mit Vanillesauce in Wien
Millirahmstrudel aus München, Ramersdorf

Eine erste Erwähnung des Milchrahmstrudels samt Rezept findet sich in Wolf Helmhardt von Hohbergs Georgica Curiosa Aucta aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts,[2] der wiederum auf ein anonymes handschriftliches Kochbuch verweist,[3] weshalb der oft als „Erfinder“ des Milchrahmstrudels genannte Franz Stelzer (1842–1913), Gastwirt in Breitenfurt bei Wien,[4][5] wohl auf ältere Rezepte zurückgegriffen haben muss.

Für die Füllung des Strudels werden kleinwürfelig geschnittene, mit Milch angefeuchtete Semmeln, Eidotter, Staubzucker, Butter, Vanille, geriebene Zitronenschale, Sauerrahm, passierter Topfen und Rosinen verwendet. Mit Kristallzucker steif geschlagener Schnee wird untergehoben. Der Überguss besteht aus Milch, Zucker und Ei. Weiters braucht man etwas Butter zum Bestreichen der Form und um den Teig geschmeidig zu halten.

„Im Unterschied zum Topfenstrudel kommt sofort 1/3 des Übergusses dazu, der Rest nach und nach während des Backens, d. h. der Milchrahmstrudel wird eigentlich mehr gekocht als gebacken.“[5]

Die Süßspeise wird warm, mit Vanillesauce, sogenannter 'Kanarimilch', übergossen, im gusseisernen, heute auch oft irdenen oder gläsernen Kochgeschirr serviert.[5][6]

Literatur

  • Die Sage vom Breitenfurter Milchrahmstrudel. Küchengeschichten aus dem Wienerwald. (Online)
  • Helmut Schinagl: Plüsch Barock und Milchrahmstrudel. Österreich wie es leibt und lebt, Innsbruck 1976.
  • Franz Maier-Bruck: Das große Sacher-Kochbuch, Schuler Verlags GesmbH, Herrsching, Lizenzausgabe 1975, ISBN 3-88199-388-6.
  • Wolf Helmhardt von Hohberg: Georgica curiosa. Das ist „Adeliges Land- und Feldleben“. Bericht und Unterricht auf alle in Deutschland üblichen Land- und Hauswirtschaften. Ausgewählt und eingeleitet von Heinrich Wehmüller. Verlag Age d’Homme, Karolinger, Wien 1995, ISBN 3-85418-022-5.

Einzelnachweise und Anmerkungen

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