Milzraffung
Verschluss von Milzwunden oder -rissen durch eine Naht
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Als Milzraffung (Splenorrhaphie) bezeichnet man den Verschluss von Milzwunden oder -rissen durch eine Naht. Sie ist vor allem bei kleineren Verletzungen angezeigt, für größere Verletzungen muss häufig eine Teil- oder Totalentfernung oder eine Embolisation durchgeführt werden.[1]
Mit einer Milzraffung kann das Organ und damit seine Funktion erhalten werden. Meist werden horizontale Matratzennähte angewendet und die Naht mit dem großen Netz oder durch lokale Blutstillung (z. B. mit einem Fibrinkleber) abgedichtet, um Blutungen des sehr weichen Milzgewebes und ein Hämaskos zu verhindern.[1]
Im 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Milz im Wundbereich auch durch einen Hautschnitt nach außen verlagert und befestigt (Exosplenopexie), um Blutungen besser kontrollieren zu können. Einen solchen Eingriff führte 1893 erstmals Mathieu Jaboulay (1860–1913) durch.[2]