Mineralglas

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Mineralglas (auch Quarzglas) bezeichnet in der Uhrmacherei und Augenheilkunde Glassorten anorganischen (mineralischen) Ursprungs, die amorph und im Gegensatz zu Saphirglas (Saphirglas ist kein echtes Glas) nicht kristallin sind.

Verschiedene Uhrgläser

Eigenschaften

Neben Mineralglas werden Saphirglas und Kunststoff als Material für Uhrgläser von Armbanduhren und Brillengläser verwendet. Mineralglas ist für Uhrengläser das am häufigsten verwendete Material.[1] Mit der Bezeichnung Mineralglas wird das verwendete Material gegen die weicheren, leicht polierbaren, schlagfesteren und günstigeren Kunststoffgläser (wie Acrylglas) und die härteren und teureren Saphirgläser abgegrenzt. Mineralglas bietet Herstellern die Möglichkeit, einen Kompromiss zwischen Kratzfestigkeit und Herstellungskosten zu treffen. Gegenüber weicheren Kunststoffgläsern und härteren Saphirgläsern bietet es eine mittlere Beständigkeit. Mineralglas wird durch spezielle Verfahren bei der Herstellung wie Tempern oder Tauchen in flüssiges Kaliumnitrat bei 400 °C (z. B. Gorilla Glass oder Superfest) entspannt bzw. oberflächengehärtet. Teilweise werden Uhrgläser noch entspiegelt. Mineralglas hat durch eine Härtung eine Härte von etwa 900 Vickers. Saphirglas hat hingegen eine Härte von etwa 2000 Vickers beziehungsweise eine Mohs-Härte von 9.

Geschichte

In den 1930er Jahren kamen Kunststoffgläser auf den Markt und verdrängten die Mineralgläser zum Teil, da sie günstig und schlagfester waren.[2] Seit den 1980er Jahren wird zunehmend Saphirglas für Uhren verwendet.[2]

Einzelnachweise

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