Minuskel 629

griechisches Manuskript des Neuen Testaments From Wikipedia, the free encyclopedia

Minuskel 629 (in der Nummerierung nach Gregory-Aland), auch als Codex Ottobonianus bezeichnet, ist eine lateinisch-griechische Minuskelhandschrift des Neuen Testaments von 265 Blatt Pergament Umfang. Sie wird in der Biblioteca Apostolica Vaticana unter der Signatur Ottobonianus graecus 298 (kurz Ottob. gr. 298) aufbewahrt.

NameCodex Ottobonianus
Datum14. Jahrhundert
Schnelle Fakten Name, Text ...
Manuskripte des Neuen Testaments
PapyriUnzialeMinuskelnLektionare
Minuskel 629
Name Codex Ottobonianus
Text Neues Testament
Sprache lateinisch und griechisch
Datum 14. Jahrhundert
Lagerort Biblioteca Apostolica Vaticana
Größe 17,1 cm × 12,1 cm
Kategorie III
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Minuskel 629

Paläographisch wird das Manuskript auf das 14. Jahrhundert datiert.[1][2]

Beschreibung

Der Kodex wurde in zwei Spalten (links Latein, rechts Griechisch) mit je 27 Zeilen geschrieben.

Die Handschrift enthält die Apostelgeschichte, Katholische Briefe und Paulinische Briefe. Der lateinische Text ist der der Vulgata; auch Wortlaut und Wortstellung des griechischen Textes sind an die Vulgata angepasst.[3][2]

Bedeutend ist Minuskel 629 vor allem, weil sie die älteste bekannte griechische Handschrift ist, die das Comma Johanneum im Text der Haupthand (nicht als Zusatz) enthält. Nach Gregory ist die Passage (auf fol. 105vb) direkt aus dem Lateinischen übersetzt worden.[4][2] Alle anderen griechischen Handschriften, in denen das Comma zu finden ist, enthalten dieses entweder nur als Zusatz von späterer Hand oder sind erst nach ca. 1500 entstanden.

Literatur

  • Kurt Aland in Verbindung mit Michael Welte, Beate Köster, Klaus Junack: Kurzgefasste Liste der griechischen Handschriften des Neues Testaments. de Gruyter: Berlin und New York 1994 doi:10.1515/9783110877588, S. 84.
  • Klaus Wachtel: Der byzantinische Text der katholischen Briefe. Eine Untersuchung zur Entstehung der Koine des Neuen Testaments (= Arbeiten zur Neutestamentlichen Textforschung Band 24). de Gruyter: Berlin 1995, ISBN 978-3-11-014691-2, vor allem S. 315–318 und 322.

Einzelnachweise

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