Miriam Alexandrine de Rothschild
französische Kunstsammlerin
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Leben
Miriam Alexandrine de Rothschild wurde am 16. März 1884 als jüngstes Kind und einzige Tochter von Baron Edmond de Rothschild (1845–1934) aus dem französischen Zweig der Familie Rothschild und Adelheid von Rothschild aus dem Neapoletanischen Zweig geboren. Sie hatte zwei ältere Brüder James Armand de Rothschild (1878–1957) und Maurice de Rothschild (1881–1957). Durch ihre Mutter, die in ihrem Frankfurter Zuhause sehr jüdisch orthodox geprägt war, erhielt sie eine strenge Erziehung. Sie war hochintelligent, autoritär und wirkte dabei eher unscheinbar. Sie studierte Medizin und spezialisierte sich später auf Diätetik. Sie heiratete ihren Frankfurter Cousin Albert Max Goldschmidt-Rothschild (1879–1941), den Sohn ihrer Tante Minna Caroline von Goldschmidt-Rothschild am 15. Dezember 1910. Die Ehe wurde jedoch während des Ersten Weltkriegs geschieden.[1]
Kunstsammlerin
Ihre Leidenschaft galt literarischen und musikalischen Manuskripten sowie von Erstausgaben. Diese sammelte sie mit großer Sachkunde. Zudem hatte sie eine Vorliebe für die Kunst des 18. Jahrhunderts. Sie erbte von ihrem Vater Edmond de Rothschild einen Teil seiner Sammlung und darüber hinaus etablierte sie sich selbst als bedeutende Kunstsammlerin. Miriam Alexandrine de Rothschild erwarb ab Mitte der 1930er Jahre zahlreiche Gemälde und Arbeiten auf Papier von Künstlern des Postimpressionismus. In ihrer Sammlung befanden sich bedeutende Werke von Van Gogh, Paul Cézanne und Paul Gauguin.
Sie erbte zudem von ihrem Vater nach dessen Tod im Jahr 1934 das Château Boulogne-Billancourt mitsamt dem weitläufigen Anwesen, welches sie pflegte und ihrer Leidenschaft für die Gartenarbeit nachging.[1]
Zweiter Weltkrieg

Nachdem der Zweite Weltkrieg ausgebrochen war, ging sie ins Exil in die Schweiz. Ihr Schloss in Paris wurde 1941 von den Nazis beschlagnahmt und ihre Kunstsammlung wurde von den Nazis eingezogen. Das Château Boulogne-Billancourt war durch die deutsche Besetzung und durch die Amerikaner stark beschädigt worden und wurde nach ihrem Tod in den 1970ern an einen saudischen Prinzen verkauft. Der Park wurde dabei an den Staat verkauft und danach stetig durch Bebauung verkleinert. Von der ursprünglich berühmten Garten- bzw. Parkanlage ist wenig Historisches übrig geblieben. Nach Kriegsende bemühte sie sich darum, ihre geraubten Kunstwerke und ihre Bibliothek ausfindig zu machen und zurückzuerhalten. Es gelang ihr, einige Werke zurückzubekommen, doch viele blieben verschollen. Im November 2021 wurde Van Goghs Gemälde „Meules de blé“ (1888) bei Christie’s für 35 Millionen US-Dollar versteigert – dies geschah auf der Grundlage einer Restitutionsvereinbarung zwischen drei Parteien: den Erben von Max Meirowsky, Alexandrine de Rothschild und den Vertretern des Nachlasses von Cox.[1]
Miriam Alexandrine de Rothschild lebte nach dem Krieg zumeist in St. Moritz in der Schweiz. Sie starb am 15. März 1965 in Baden. Durch ihr Testament verfügte sie noch die Finanzierung des „Beni Israel Trust“ in Israel.[1]
