Miron Sycz
polnischer Politiker
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Leben und Beruf
Syczs Familie stammte aus dem Powiat Jarosławski und wurde 1947 im Rahmen der Akcja Wisła aus dem Süden Polens in den Norden zwangsumgesiedelt. Sein Vater war in der Organisation Ukrainischer Nationalisten aktiv und kämpfte in der Ukrainischen Aufständischen Armee. Sycz besuchte die Grundschule in Stopki und anschließend die ukrainische Klasse des Gymnasiums in Górowo Iławeckie. Anschließend studierte er an der Pädagogischen Hochschule Olsztyn, welche er mit einem Magister in Mathematik verließ. Am 1. September 1984 begann er als Lehrer am Gymnasium in Górowo Iławeckie zu arbeiten. 1990 war er einer der Mitbegründer des Schulzentrums mit ukrainischer Unterrichtssprache in Górowo Iławeckie und bis 2007 dessen Direktor.[1]
Miron Sycz war verheiratet und hatte zwei Kinder. Er starb am 4. April 2024 im Alter von 64 Jahren.[2]
Politik
Während der Zeit der Volksrepublik Polen gehörte er der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei an, aus der er 1989 austrat. Anschließend schloss er sich dem Kongres Liberalno-Demokratyczny an. Als dieser sich 1994 mit der Unia Demokratyczna vereinigte, wurde er Mitglied des Fusionsprodukts Unia Wolności (UW).
Bei den Selbstverwaltungswahlen 1998 wurde er für die UW in den Sejmik der neugebildeten Woiwodschaft Ermland-Masuren gewählt. Bei den Selbstverwaltungswahlen 2002 (als parteiloser Kandidat auf der Liste der Sojusz Lewicy Demokratycznej)[3] und 2006 (für die Platforma Obywatelska, der er inzwischen beigetreten war)[4] wurde er jeweils wiedergewählt.
Bei der Parlamentswahl 2001 kandidierte er für die UW, die aber mit 3,1 % der Stimmen an der 5-%-Hürde scheiterte, zum Sejm.[5] 2005 bewarb er sich für die Partia Demokratyczna – demokraci.pl vergeblich um ein Mandat im Senat der Republik Polen.[6] Bei den Parlamentswahlen 2007 konnte Miron Sycz mit 9075 Stimmen im Wahlkreis 34 Elbląg für die PO ein Mandat für den Sejm erringen.[7][8] Er arbeitete dort in den Kommissionen für nationale und ethnische Minderheiten, deren stellvertretender Vorsitzender er war, sowie Umweltschutz.[9] 2010 übernahm er den Vorsitz im Powiat Bartoszycki. Bei der Parlamentswahl 2011 wurde er erneut in den Sejm gewählt.[10] Im Anschluss wurde er Vorsitzender des Sejmausschusses für nationale und ethnische Minderheiten. Nachdem er 2013 die Handlungen der Ukrainische Aufständische Armee mit denen der Polnischen Heimatarmee Heimatarmee verglichen und erklärt hatte, beim Massaker von Wolhynien 1943 habe es sich nicht um einen Völkermord, sondern um eine Ethnische Säuberung gehandelt, forderte der Abgeordnete Mieczysław Golba von der Solidarna Polska, dessen Familie von dem Massaker betroffen war, Syczs Ablösung als Ausschussvorsitzender.[11] Bei der Parlamentswahl 2015 verpasste er die Wiederwahl und schied aus dem Sejm aus.[12]
Im November 2015 wurde er zum stellvertretenden Marschall der Woiwodschaft Ermland-Masuren gewählt. Bei den Selbstverwaltungswahlen 2018 kehrte er für das Wahlbündnis Koalicja Obywatelska, an dem sich die PO beteiligte, in den Woiwodschaftssejmik zurück.[13] Auch in der Folge blieb er Vizewoiwodschaftsmarschall.[14] Bei der Parlamentswahl 2019 bewarb er sich vergeblich um die Rückkehr in den Sejm.[15] Auch für die Selbstverwaltungswahlen 2024, die kurz nach seinem Tod stattfanden, war er wieder von der KO für den Sejmik nominiert worden.[16]
Ehrungen
- 2001 Goldenes Verdienstkreuz der Republik Polen[17]
- 2009 Ukrainischer Verdienstorden I. Klasse
- 2023 Ehrenbürger von Górowo Iławeckie[18]
Weblinks
- Website von Miron Sycz (polnisch)
