Missionsakademie an der Universität Hamburg
Stiftung des bürgerlichen Rechts in Hamburg
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Die Akademie für Internationale Ökumene an der Universität Hamburg (ehemals: Missionsakademie), ist ein internationales Begegnungs- und Studienzentrum für Theolog:innen, kirchliche Mitarbeitende und Interessierte an Interkultureller Theologie und Ökumene aus Deutschland und dem globalen Süden. Forschungsthemen der Akademie sind interreligiöse, entwicklungspolitische und religionswissenschaftliche Fragen. Die Ökumeneakademie ist ein An-Institut der Universität Hamburg und bietet Stipendiatinnen aus Afrika, Asien und Südamerika die Möglichkeit, an Dissertationsprojekten zu arbeiten. Der Theologische Fachbereich des Fachbereichs Geisteswissenschaften der Universität Hamburg stellt Professorinnen zur Betreuung und die Akademie jeweils einen Studienleiter zur Begleitung der Promovierenden und ihres Projekts. Daneben ist die Akademie auch ein Tagungshaus für nationale und internationale Konferenzen und Seminare. Organisiert ist die Ökumeneakademie als eine Stiftung des bürgerlichen Rechts. Sie wird von einem Vorstand geleitet und von einem Kuratorium begleitet.
| Akademie für Internationale Ökumene an der Universität Hamburg | |
|---|---|
| Motto | OE - Ökumene & Dialog |
| Gründung | 1954 |
| Ort | Hamburg-Nienstedten |
| Bundesland | Hamburg |
| Land | Deutschland |
| Geschäftsführender Studienleiter | Dr. Anton Knuth |
| Netzwerke | Evangelische Kirche in Deutschland, Universität Hamburg, Evangelisches Missionswerk, Brot für die Welt, Nordkirche |
| Website | oekumene-akademie.de |

Geschichte
Auf der ersten Weltmissionskonferenz 1910 in Edinburgh kam die Idee zur Gründung einer gemeinsamen europäischen Ausbildungsstätte für Missionare auf. Der Lutherische Weltbund und der internationale Missionsrat unterstützten 1954 Walter Freytag, den Vorsitzenden des Deutschen Evangelischen Missionsrates (DEMR), bei der Gründung der „Missionsakademie an der Universität Hamburg“. 1955 wurde sie durch den Senat der Universität Hamburg als An-Institut der Universität anerkannt.
Seit 1957 hat die Missionsakademie ihren Sitz in der Rupertistraße 67 in Hamburg-Nienstedten. Sie diente zunächst als gemeinsames Institut aller deutschen Missionsgesellschaften und sollte der Fortbildung der zur Aussendung nach Übersee vorgesehenen Kandidaten aus den Seminaren der Missionsgesellschaften dienen. Diese Aufgabe verlor ihre Relevanz angesichts der politischen, kirchlichen und theologischen Umbrüche im Zuge der Dekolonisation. An ihre Stelle trat ein neues Verständnis von Partnerschaftsarbeit zu den inzwischen unabhängigen und eigenständigen ehemaligen Missionskirchen. Entsprechend wurde die Missionsakademie zu einem Ort der postgraduierten Fortbildung von Studierenden vor allem aus den Ländern des Globalen Südens. Seitdem haben über 100 Stipendiaten der Missionsakademie aus Asien, Afrika und Lateinamerika ihre Promotions- bzw. Magisterabschlüsse erfolgreich an der Universität Hamburg abgelegt. Viele davon arbeiten heute in verantwortlichen Positionen in ihren Heimatländern in Kirchen und Universitäten. Aufgrund der gestiegenen Sensibilsierung für die Verstrickungen der deutschen Missionen in den Kolonialismus wurde die ehemalige Missionsakademie zum 1.1.2026 in Akademie für Internationale Ökumene umbenannt.
Kooperation
Eine wichtige Kooperationspartnerin ist die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD). Sie nutzt die Akademie für ihre Veranstaltungen als Tagungsort, unterstützt das Stipendienprogramm und den laufenden Betrieb. Die EKD fördert die Akademie als kirchliches Kompetenzzentrum zur Stärkung der ökumenischen und interkulturellen Arbeit in den Landeskirchen. Die EKD-Synode hat 2019 aber beschlossen, die Förderung abzusenken und sukzessive bis 2030 auslaufen zu lassen. Ob es darüber hinaus noch eine Kooperation mit der EKD geben wird, ist zur Zeit unklar.
Die Akademie arbeitet eng mit dem Evangelische Mission Weltweit in Deutschland (EMW) zusammen. Die Kooperation beider Einrichtungen bezieht sich auf die gemeinsame Arbeit an aktuellen Themen der Ökumene. Ökumeneakademie und EMW veranstalten gemeinsame Tagungen und arbeiten an Veröffentlichungen zu interkulturell-theologischen Themen. Der Ausschuss für Theologische Ausbildung des EMW unterstützt zudem die Stipendienarbeit der Akademie.
Enge Beziehungen unterhält die Ökumeneakademie auch zu Brot für die Welt, dem evangelischen Hilfswerk unter dem Dach des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung (EWDE). Brot für die Welt finanziert eine ökumenische Studienleiterstelle und unterstützt die Bildungsarbeit der Akademie im Bereich entwicklungspolitisch relevanter Themen im Rahmen der Inlandsförderung.
Besondere Kontakte bestehen auch zwischen der Ökumeneakademie und der sie geographisch umgebenden Nordkirche, die einen der Studienleiter finanziert. Das Ökumenewerk der Nordkirche und die Akademie gestalten gemeinsame Bildungsprojekte und die Nordkirche engagiert sich in der Stipendienarbeit der Missionsakademie.
Studienleitung
Die Studienleitung begleitet die Stipendiaten und befasst sich mit theologischen Themen. Es gibt (Stand Februar 2026) den geschäftsführenden Studienleiter und zwei weitere Mitglieder der Studienleitung an der Akademie.[1]
- Geschäftsführend: Dr. Anton Knuth, Pastor der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland
- Pfarrerin Kirsten Wolandt, Pastorin der Rheinischen Kirche
- Dr. Brighton Katabaro, Pastor der Lutherischen Kirche Tansanias und Experte für Agrarökologie
Veröffentlichungen
Seit Anfang 2013 erscheinen zwei Publikationsreihen: Studien zu interkultureller Theologie der Missionsakademie (SITMA)[2], die im Buchhandel über den Missionshilfeerlag vertreiben werden und die Theologischen Impulse der Missionsakademie (TIMA).[3] Beide Reihen sind sowohl in gedruckter Form bei der Missionsakademie gegen eine Schutzgebühr bzw. den Ladenpreis erhältlich sowie kostenfrei im PDF-Format über die Website abrufbar.
Programme
Die Ökumeneakademie bietet neben der individuellen Stipendienförderungen verschiedene Programme und Veranstaltungen zu ökumenischen und interkulturellen Themen an. Ein früheres Programm war Ökumenische Fortbildung in Theologie[4] (ÖkuFiT) für Pastoren, Prediger, Prädikanten, Theologiestudierende und Ehrenamtlichen aus deutschen Gemeinden und Gemeinden anderer Sprache und Herkunft an. ÖkuFit ist der Nachfolger des African Theological Training in Germany (ATTiG), einer ökumenisch-theologischen Fortbildung für afrikanische Gemeindeleiter verschiedener Denominationen. Pfarrer oder Pfarrerinnen können während eines Kontaktstudiums in der Missionsakademie arbeiten und wohnen und ein individuelles Thema aus den Bereichen Mission und Ökumene bearbeiten. Vikare können an der Missionsakademie ein Sondervikariat absolvieren. Zum Reformationsjubiläum 2017 entwickelt die Missionsakademie das ökumenische Studierendenprojekt GETI`17 – Global Ecumenical Theological Institute,[5] das zusammen mit dem Kirchentag in Berlin stattgefunden hat. Sie war ebenfalls am GETI'22 parallel zur Vollversammlung des ÖRK in Karlsruhe beteiligt.