Mitsuzuka Hiroshi
japanischer Tierarzt, Diplomat und Politiker
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Mitsuzuka Hiroshi (japanisch 三塚 博; * 1. August 1927 in der Präfektur Miyagi; † 25. April 2004 in Tokio) war ein japanischer Politiker der Liberaldemokratischen Partei (LDP), der unter anderem verschiedene Ämter in der Regierung und im Parteivorstand der LDP bekleidete, darunter das des Verkehrsministers (1985 bis 1986), des Ministers für internationalen Handel und Industrie (1988 bis 1989) und des Außenministers (1989) sowie des Vorsitzenden des Politikforschungsrates (1989 bis 1990, 1992 bis 1993) und des LDP-Generalsekretärs (1995). Er übernahm nach dem Tod von Abe Shintarō am 15. Mai 1991 innerhalb der LDP die Führung der Seiwa-Faktion und kandidierte am 27. Oktober 1991 ohne Erfolg bei der Wahl des LDP-Vorsitzenden. Er führte als Finanzminister (1996–1998) unter Ryūtarō Hashimoto eine Reihe von Finanzreformen durch, trat jedoch am 28. Januar 1998 aufgrund eines Skandals um hochrangige Beamte des Finanzministeriums zurück. Im Dezember 1998 übernahm Yoshirō Mori den Vorsitz der Seiwa-Faktion. Er kündigte im August 2003 aus gesundheitlichen Gründen seinen Rückzug aus der Politik an und kandidierte nicht bei den Unterhauswahlen im November 2003.

Leben
Mitsuzuka Hiroshi begann nach dem Schulbesuch ein Studium der Rechtswissenschaften an der Waseda-Universität, das er 1951 mit einem Bachelor of Laws (LL.B.) abschloss. Er absolvierte zudem ein Studium der Tiermedizin und war daraufhin als Tierarzt tätig. 1963 wurde er Mitglied der Präfekturversammlung der Präfektur Miyagi und gehörte dieser bis 1970 an. Am 10. Dezember 1972 wurde er für die Liberaldemokratische Partei (LDP) erstmals Mitglied des Repräsentantenhauses (Shūgiin) des Parlaments (Kokkai) und vertrat in diesem für zehn Legislaturperioden bis zum 10. Oktober 2003 den ersten Wahlbezirk beziehungsweise ab 1996 den dritten Wahlbezirk der Präfektur Miyagi. Innerhalb der LDP schloss er sich dem Seiwa-Politikforschungsrat (Seiwa Seisaku Kenkyūkai) an, der Faktion unter Führung von Fukuda Takeo.[1]


Im umgebildeten 2. Kabinett Nakasone fungierte er von der Kabinettsumbildung am 28. Dezember 1985 bis zum 22. Juli 1986 als Verkehrsminister.[2] Als Nachfolger von Ochi Ihei[3] fungierte er von 1987 bis zu seiner Ablösung durch Yamaguchi Toshio 1988 als Vorsitzender des Ausschusses für Geschäftsordnung und Verwaltung des Repräsentantenhauses. Im umgebildeten Kabinett Takeshita bekleidete er von der Kabinettsumbildung am 27. Dezember 1988 bis zum 3. Juni 1989 das Amt des Ministers für internationalen Handel und Industrie.[4] Im Anschluss übernahm er im Kabinett Uno vom 3. Juni bis zum 10. August 1989 den Posten des Außenministers.[5][6] Während seiner Amtszeit kritisierte er Unternehmen scharf und warf ihnen vor, Japan als ein Land darzustellen, das „wie ein Dieb im Feuer Geld verdienen will“. Unter dem Parteivorsitzenden Toshiki Kaifu[7] löste er im September 1989 Yamanaka Sadanori[8] als Vorsitzender des Steuersystemforschungsrats der LDP ab und behielt dieses Parteiamt jedoch nur für einen Monat bis Oktober 1989, woraufhin Takeo Nishioka[9] seine Nachfolge antrat.
Mitsuzuka Hiroshi selbst übernahm am 8./10. August 1989 unter dem Parteivorsitzenden Toshiki Kaifu die Funktion als Vorsitzender des Politikforschungsrates und damit als Nachfolger von Murata Keijirō[10] eines der sogenannten „drei wichtigen Parteiämter“. Diese Funktion behielt er bis Februar 1990 und wurde daraufhin von Katō Mutsuki[11] abgelöst. Nach dem Tod von Abe Shintarō[12] übernahm Mitsuzuka am 15. Mai 1991 innerhalb der LDP die Führung der Seiwa-Faktion. Mitsuzuka war einer der „großen Vier (vier Tennō)“ der Faktion, zu der auch Shiokawa Masajūrō,[13] Katō Mutsuki und Yoshirō Mori[14] gehörten. Andererseits lieferten er und Katō sich einen erbitterten Machtkampf um die Fraktion, der 1991 zu Katōs Ausschluss führte. Seine Wahl zum Faktionsvorsitzenden führte zum Zusammenbruch der stabilen Koalition zwischen der von Takeshita Noboru[15] geführten Takeshita-Faktion (Heisei Kenkyūkai) und der Abe-Fraktion innerhalb der Partei. Die Abe-Fraktion wurde später unter seiner Führung in Mitsuzuka-Fraktion umbenannt. Seine Faktion entwickelte sich Anfang der 1990er Jahre zu einer der fünf einflussreichsten Faktionen der Liberaldemokratischen Partei. Im Dezember 1992 war sie mit 73 Mitgliedern die größte Faktion der Partei.
Daraufhin kandidierte Mitsuzuka am 27. Oktober 1991 bei der Wahl des LDP-Vorsitzenden, belegte aber nach Miyazawa Kiichi (285 Stimmen)[16] und Watanabe Michio (120 Stimmen)[17] mit 87 Stimmen lediglich den dritten Platz unter drei Kandidaten. Unter dem Parteivorsitzenden Miyazawa Kiichi löste er im Dezember 1992 Yoshirō Mori ab und wurde zum zweiten Mal Vorsitzender des Politikforschungsrates der LDP. Er behielt diese Funktion im Parteivorstand bis zum 31. Juli 1993 und wurde daraufhin von Ryūtarō Hashimoto[18] abgelöst. 1994 kandidierte er für das Amt des Premierministers. Aufgrund der Vorwürfe seiner Verwicklung in die Bauskandale von 1994 scheiterte seine Kandidatur jedoch. Obwohl er nicht angeklagt wurde, wurden Kritiken an ihm öffentlich.

Im August 1995 wurde Mitsuzuka vom damaligen Vorsitzenden der Liberaldemokratischen Partei, Kōno Yōhei,[19] zum Generalsekretär der Partei ernannt, womit er als Nachfolger von Yoshirō Mori ein weiteres der „drei wichtigen Parteiämter“ übernahm. Bereits am 1. Oktober 1995 wurde er jedoch von Katō Kōichi[20] als LDP-Generalsekretär abgelöst. 1996 war seine Faktion mit 74 Mitgliedern noch die größte der Partei. Er übernahm am 7. November 1996 im Kabinett Hashimoto II das Amt des Finanzministers und bekleidete dieses Ministeramt vom 11. September 1997 bis zum 28. Januar 1998 auch im umgebildeten zweiten Kabinett Hashimoto.[21][6] Er führte als Finanzminister unter Ryūtarō Hashimoto eine Reihe von Finanzreformen durch, trat jedoch am 28. Januar 1998 aufgrund eines Skandals um hochrangige Beamte des Finanzministeriums zurück, woraufhin Premierminister Ryūtarō Hashimoto zunächst selbst das Amt kommissarisch übernahm und Hikaru Matsunaga[22] am 30. Januar 1998 neuer Finanzminister wurde. Im Dezember 1998 übernahm Yoshirō Mori den Vorsitz der Seiwa-Faktion. Er kündigte im August 2003 aus gesundheitlichen Gründen seinen Rückzug aus der Politik an und kandidierte nicht bei den Unterhauswahlen im November 2003. Er war mit Hisako Mitsuka verheiratet und starb am 25. April 2004 in einem Krankenhaus in Tokio an einer Krankheit.
Weblinks
- Mitsuzuka, Hiroshi. rulers.org, abgerufen am 18. April 2026 (englisch).
- Hiroshi Mitsuzuka. Prabook, abgerufen am 18. April 2026 (englisch).