Mittel-Seemen

Stadtteil von Gedern From Wikipedia, the free encyclopedia

Mittel-Seemen ist ein Stadtteil von Gedern im hessischen Wetteraukreis.

Schnelle Fakten Stadt Gedern ...
Mittel-Seemen
Stadt Gedern
Koordinaten: 50° 24′ N,  14′ O
Höhe: 356 (352–401) m ü. NHN
Fläche: 7,79 km²[1]
Einwohner: 271 (2022)[2]
Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 63688
Vorwahl: 06045
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Geografische Lage

Der Ort liegt südöstlich des Zentrums von Gedern am Südhang des Vogelsbergs auf einer Höhe von 350 m ü. NN, 16,5 Kilometer östlich von Nidda.

Geschichte

Evangelische Kirche in Mittel-Seemen

Mittelalter

Die älteste erhaltene urkundliche Erwähnung des Dorfes stammt vom 3. Februar 1333 als Mittelsymen.[3] Bereits um das Jahr 1000 wurde "Siemina" genannt. Welcher der drei Seemen-Orte gemeint ist, bleibt offen.[4]

Das Dorf gehörte im Mittelalter und in der frühen Neuzeit zum Amt Ortenberg, einem Kondominat, das von drei Landesherren aus dem Kreis der Mitglieder des Wetterauer Grafenvereins gebildet wurde.

Frühe Neuzeit

Mittel-Seemen gehörte zu den Gebieten, in denen das Solmser Landrecht von 1571 gewohnheitsrechtlich, aber nur teilweise, rezipiert wurde. Das galt insbesondere für die Bereiche Vormundschaftsrecht, Erbleihe und eheliches Güterrecht. Im Übrigen galt das Gemeine Recht.[5] Erst das Bürgerliche Gesetzbuch, das einheitlich im ganzen Deutschen Reich galt, setzte zum 1. Januar 1900 das alte Partikularrecht außer Kraft.

1601 kam es zu einer Realteilung des Kondominats, wobei das Dorf Mittel-Seemen der Grafschaft Stolberg-Roßla und dessen „Amt Ortenberg“ zugeschlagen wurde.

1724 wurde die Pfarrei begründet. Bei der Renovierung der Kirche im Jahr 1960 wurden alte Fresken freigelegt. Gegenüber der Kirche wurde 1787 eine Schule gebaut. 1970 wurde die einklassige Volksschule aufgelöst.

Neuzeit

1806 fiel die Grafschaft Stolberg – und damit auch Mittel-Seemen – an das Großherzogtum Hessen. Hier gehörte Mittel-Seemen zum standesherrlichen Amt Ortenberg. 1821 bildete das Großherzogtum den Landratsbezirk Nidda, dem auch Mittel-Seemen zugeordnet wurde, und der ab 1832 Kreis Nidda hieß. Mit der Revolution von 1848 wurde kurzzeitig der Regierungsbezirk Nidda gebildet, 1852 aber der Kreis Nidda wiederbelebt. 1874 kam das Dorf zum Kreis Schotten, 1938 zum Landkreis Büdingen.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin Selbständige Gemeinde Mittel-Seemen zum 31. Dezember 1971 als Stadtteil in die Stadt Gedern eingemeindet.[6][7] Für Mittel-Seemen, wie für alle nach Gedern eingegliederten ehemaligen Gemeinden sowie für die Kernstadt, wurde je ein Ortsbezirk gebildet.[8]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Mittel-Seemen angehört(e):[1][9][10]

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Mittel-Seemen 315 Einwohner. Darunter waren 3 (0,9 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 48 Einwohner unter 18 Jahren, 133 zwischen 18 und 49, 63 zwischen 50 und 64 und 75 Einwohner waren älter.[15] Die Einwohner lebten in 138 Haushalten. Davon waren 42 Singlehaushalte, 51 Paare ohne Kinder und 39 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 33 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 81 Haushaltungen lebten keine Senioren.[15]

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1858 und 1886 reduzierte sich die Einwohnerzahl um nahezu die Hälfte, weil 155 Personen aufgrund wirtschaftlicher Not nach Amerika auswanderten.

Mittel-Seemen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2022
Jahr  Einwohner
1834
 
402
1840
 
435
1846
 
410
1852
 
382
1858
 
372
1864
 
337
1871
 
356
1875
 
255
1885
 
231
1895
 
216
1905
 
240
1910
 
243
1925
 
268
1939
 
236
1946
 
368
1950
 
331
1956
 
310
1961
 
290
1967
 
293
1970
 
282
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2011
 
318
2022
 
271
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; Zensus 2011[16]; 2022[2]

Religionszugehörigkeit

 1961:260 evangelische (= 89,66 %), 30 katholische (= 10,34 %) Einwohner[1]

Politik

Für Mittel-Seemen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Mittel-Seemen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.[8] Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 gehörten alle Kandidaten der „Bürgerliste Mittel-Seemen“ an.[17] Der Ortsbeirat wählte Uwe Plößer zum Ortsvorsteher.[18]

Kulturdenkmäler

Infrastruktur

  • Durch Mittel-Seemen verläuft die Landesstraße 3010.
  • Die Seementalhalle, eine Veranstaltungshalle, wurde 1968 erbaut.

Literatur

  • Siegfried R.C.T. Enders: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Abteilung: Baudenkmale in Hessen. Wetteraukreis I. Hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Vieweg, Braunschweig/Wiesbaden 1982, ISBN 3-528-06231-2, S. 226–228.
  • Hans Georg Ruppel (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehemaligen Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform. = Darmstädter Archivschriften 2. 1976, S. 145.

Anmerkungen und Einzelnachweise

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