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Mobile Briefmarke

Frankierung von Standardbriefen und Postkarten innerhalb Deutschlands mittels Mobiltelefon From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Mobile Briefmarke ist ein digitales Frankierungsverfahren der Deutsche Post AG für den Versand von Standardbriefen und Postkarten innerhalb Deutschlands. Die Frankierung erfolgt über die Post & DHL App, ohne dass eine physische Briefmarke oder ein Drucker benötigt wird. Stattdessen wird ein individueller Porto-Code handschriftlich auf die Sendung geschrieben.[1]

Briefumschlag mit mobiler Briefmarke, Dezember 2020

Die Mobile Briefmarke wurde im Dezember 2020 eingeführt und löste das seit 2008 angebotene SMS-basierte Verfahren „Handyporto“ ab.[1] Beim Handyporto wurde ein zwölfstelliger Zahlencode per SMS übermittelt und über die Mobilfunkrechnung bezahlt. Die Mobile Briefmarke verwendet dagegen einen alphanumerischen Code, der über die App erzeugt und über digitale Zahlungsmethoden wie PayPal oder Kreditkarte bezahlt wird.[1]

Im Unterschied zu ähnlichen Angeboten anderer Postunternehmen, etwa der schweizerischen SMS-Briefmarke der Schweizerischen Post, entwickelte sich das deutsche System eigenständig aus dem früheren Handyporto heraus.[2]

Handyporto

SMS mit dem Code für das frühere Handyporto
Ansichtskarte mit Handyporto

Von August 2008 bis Dezember 2020 bot die Deutsche Post AG unter der Bezeichnung „Handyporto“ ein SMS-basiertes Verfahren zur Frankierung von Standardbriefen und Postkarten an.[3][4]

Zur Nutzung musste eine SMS mit dem Stichwort „Brief“ oder „Karte“ an eine Kurzwahlnummer gesendet werden. Anschließend erhielten die Nutzer einen zwölfstelligen Zahlencode, der handschriftlich im Bereich der Frankierung auf die Sendung geschrieben wurde.[4]

Die Abrechnung erfolgte über die Mobilfunkrechnung beziehungsweise das Prepaid-Guthaben. Zusätzlich zum eigentlichen Briefporto fielen providerabhängige Kosten für SMS- und Mobilfunkdienste an.[4] In der Anfangsphase wurde der Dienst zunächst in Kooperation mit den Mobilfunkanbietern T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 angeboten.[4]

Das Handyporto war zunächst Teil eines Pilotprojekts und auf Standardbriefe sowie Postkarten beschränkt.[4] Die Sendungen wurden in den Briefzentren maschinell erkannt und mit speziellen „Handyporto“-Labels versehen.[3]

Philatelistische Veröffentlichungen dokumentierten insbesondere die frühe Einführungsphase des Systems, technische Probleme bei der Verarbeitung sowie verschiedene Formen der postalischen Nachbearbeitung.[3]

Im Dezember 2020 wurde das Handyporto durch die appbasierte „Mobile Briefmarke“ ersetzt.[1]

Funktionsweise

Die Mobile Briefmarke kann in der Post & DHL App der Deutsche Post AG erworben werden. Zur Frankierung wird ein individueller Porto-Code erzeugt, der aus der Zeichenfolge „#PORTO“ sowie einer mehrstelligen Buchstaben- und Zahlenkombination besteht.[5]

Der Code wird handschriftlich rechts oben auf den Brief oder die Postkarte geschrieben und ersetzt dort die herkömmliche Briefmarke.[5] Die Bezahlung erfolgt über digitale Zahlungsmethoden wie PayPal oder Kreditkarte.[1]

Die Sendungen werden in den Briefzentren maschinell verarbeitet; der Porto-Code dient dabei als digitale Frankierung.[5]

Die Mobile Briefmarke ist Teil der zunehmenden Digitalisierung von Frankierverfahren im Postwesen. Im Unterschied zu klassischen Briefmarken existiert keine gedruckte Auflage identischer Markenbilder.

Literatur

  • Jürgen Olschimke: Neu bei der Deutschen Post: Die Handymarke, Philatelie und Postgeschichte 297, philatelie Heft Nr. 376, Oktober 2010, Seite 27 bis 30
Commons: Mobile Briefmarke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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