Mobimo Holding

schweizerische Immobiliengesellschaft From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Mobimo Holding AG wurde 1999 in Luzern gegründet und ist seit 2005 an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange kotiert. Mit einem Immobilienbestand im Wert von rund 4 Mrd. CHF gehört die Gruppe zu den vier grössten börsenkotierten Immobiliengesellschaften der Schweiz. Sie hält Liegenschaften an zentralen Standorten in der Deutschschweiz und Westschweiz, darunter sowohl Ertragsobjekte als auch Entwicklungsprojekte. Mobimo ist in der Bewirtschaftung und Vermarktung von eigenen Wohn- und Geschäftsimmobilien tätig und entwickelt Bauprojekte für den Eigenbestand sowie für Dritte.

Schnelle Fakten
Mobimo Holding AG
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CH0011108872
Gründung 1997 / 1999 (Holding)
Sitz Luzern, Schweiz Schweiz
Leitung Daniel Ducrey
(Vorsitzender der Geschäftsleitung)
Peter Schaub
(VR-Präsident)
Mitarbeiterzahl 170
Umsatz EBIT von 171,5 Mio. CHF (2024)
Branche Immobiliengesellschaft
Website www.mobimo.ch
Stand: 31. Dezember 2024
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Das Unternehmen beschäftigt rund 170 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2024 einen Gewinn exkl. Neubewertung von 91,3 Mio. CHF.[1]

Geschichte

Mobimo-Hochhaus Zürich-West

Die Mobimo AG wurde 1997 von Alfred Meili zusammen mit dem Privatbankier Karl Reichmuth und weiteren Investoren gegründet. 1999 wurde die Holdingstruktur mit der Gründung der Mobimo Holding AG eingeführt.[2] Im selben Jahr erwarb das Unternehmen das 1972 errichtete ehemalige Sulzer-Hochhaus in Zürich West und modernisierte dieses von Grund auf zu einem der markantesten Minergie-Gebäude der Schweiz.[3]

Am 23. Juni 2005 ging das Unternehmen mittels IPO an die Börse.[4][2] 2009 erwarb Mobimo die LO Holding Lausanne-Ouchy SA und wurde damit zur Eigentümerin des Lausanner Flon-Quartiers.[5]

2011 wurde der 81 Meter hohe Mobimo Tower in Zürich eröffnet, ein Bauwerk nach Plänen von Diener & Diener Architekten.[6] 2013 verantwortete Mobimo die erste Hochhaussprengung der Schweiz mit dem Abriss des Sprecherhofs in Aarau und legte so die Basis für die Arealentwicklung des heutigen Aeschbachquartiers.[7][8]

2015 übernahm Mobimo eine Mehrheitsbeteiligung an der Dual Real Estate Investment SA, deren Liegenschaften sich mehrheitlich im Kanton Genf befinden.[9] 2018 wurden sieben Immobilien der Immobiliengesellschaft Fadmatt AG in den Bestand aufgenommen.[10][11] Im Jahr 2019 wurden zwei von Mobimo entwickelte Stadtquartiere eröffnet: das Aeschbachquartier in Aarau[12] sowie der Mattenhof in Kriens (Kanton Luzern).[13] In den folgenden Jahren wurde der Ausbau des Aeschbachquartiers fortgesetzt: 2024 startete der Bau von insgesamt 126 neuen Wohnungen,[14] seit 2025 sind in der vorerst letzten Ausbauetappe nochmals 122 Wohnungen im Bau.[15]

Ende 2021 wurde das mit den beiden Standortgemeinden Biel/Bienne und Nidau geplante Seequartier-Projekt Agglolac sistiert, nachdem es in beiden Stadtparlamenten keine Zustimmung erhalten hatte.[16][17] Im März 2024 wurde die gemeinsame Projektgesellschaft aufgelöst und das Projekt endgültig verworfen.[18] Im August 2025 übernahm Mobimo alle Aktien der EMWE Holding AG. Diese hält fünf Wohnliegenschaften und drei Liegenschaften im Bau in Stadt und Kanton Zürich.[19]

Unternehmensstruktur

Die Mobimo Holding AG ist eine an der SIX Swiss Exchange kotierte Schweizer Holdinggesellschaft mit Sitz in Luzern. Das Unternehmen beschäftigte 2024 in seinen Tochtergesellschaften rund 170 Mitarbeitende an Standorten in Küsnacht bzw. Zürich und Lausanne. Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete Mobimo ein Betriebsergebnis (EBIT) von 171,5 Mio. CHF, einen Mietertrag von 145 Mio. CHF und einen Gewinn von 91,3 Mio. CHF.[1]

Tätigkeiten

Mobimo verfügt über Wohn- und Geschäftsliegenschaften in der Deutsch- und in der Westschweiz. Zu den Liegenschaften gehören ausserdem Entwicklungsobjekte; ein wesentlicher Fokus der Tätigkeit von Mobimo liegt in der Areal- und Quartierentwicklung.[20]

Das Unternehmen ist in der langfristigen Bewirtschaftung und Vermietung von Immobilien sowie in der Entwicklung von Bauprojekten tätig. Dazu gehören der Erwerb von Grundstücken, die Planung und Realisierung von Immobilien[13][21] sowie der Verkauf von Objekten oder deren Überführung in den eigenen Bestand. Projekte werden sowohl im eigenen Namen als auch im Auftrag Dritter realisiert.[22] Darüber hinaus erbringt Mobimo Dienstleistungen im Bereich des Gebäudemanagements.[23]

Nachhaltigkeit

Mobimo veröffentlicht seit 2011 jährliche Nachhaltigkeitsberichte und bezieht ökologische Kriterien in Bau- und Entwicklungsprojekte ein. Im Immobilienbestand werden Massnahmen zur Emissionsreduktion und zur Förderung erneuerbarer Energien umgesetzt. Dazu zählt unter anderem die Installation von Photovoltaikanlagen.[24][25]

Bei der Sanierung des ehemaligen Sulzer-Hochhauses (heute Mobimo-Hochhaus) in Zürich wurde beispielsweise der Minergie-Standard umgesetzt.[26] Das ursprünglich 1972 für die Escher Wyss AG errichtete Bürogebäude wurde 1999 von Mobimo erworben und modernisiert. Im Zuge der Sanierung wurde das bestehende Hochhaus um drei zusätzliche Stockwerke erweitert und mit einer sogenannten «Zweihaut-Fassade» ausgestattet. Dabei wurde eine vorgesetzte Glasfassade mit einem Abstand von rund 110 Zentimetern zur bestehenden Gebäudehülle installiert, um energetische Anforderungen hinsichtlich Wärmeschutz, Tageslichtnutzung, Schallschutz und Witterungseinflüssen zu verbessern. Mit diesen baulichen Massnahmen wurde eine Reduktion des Energieverbrauchs ermöglicht.[3]

Weitere Projekte wie das Aeschbachquartier in Aarau wurden unter Einbezug energieeffizienter Bauweisen errichtet.[27]

Engagement

The No Problem Sculpture von Not Vital beim Mobimo Tower

Mobimo unterstützt das Zurich Film Festival und ist als jahrelanger Co-Partner vertreten.[28] Im Rahmen dieser Partnerschaft bietet Mobimo Kindern und sozial benachteiligten Familien gemeinsam mit der Domicil‑Stiftung kostenlose Filmvorführungen an.[29]

Mobimo betreibt die Initiative Mobimo & Art, durch die das Unternehmen Kunst am Bau realisiert und Künstler in verschiedene Projekte einbindet.[30]

Ein Beispiel ist die Beton-Skulptur «The No Problem Sculpture» des Schweizers Not Vital auf dem Vorplatz des Mobimo Towers in Zürich-West. Das Kunstwerk entstand im Zuge eines Wettbewerbs und nimmt Bezug auf die Höhe des Gebäudes sowie Vitals Lebensorte in Niger und der Schweiz.[31][32]

Auszeichnungen (Auswahl)

Einzelnachweise

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