Raumzellenbauweise
Bauverfahren
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Die Raumzellenbauweise ist ein Bauverfahren, bei dem dreidimensionale Raumeinheiten unter kontrollierten Bedingungen in einer stationären Fertigungsstätte vorgefertigt und dann auf der Baustelle endmontiert werden. Sie bestehen aus Wänden, Decken, Böden, Innenausbauten, Installationen, Fenstern, Türen, Armaturen usw. Je nach Höhe des Vorfertigungsgrads sind mehr oder weniger Restleistungen auf der Baustelle noch zu erbringen. Durch einen hohen Vorfertigungsgrad können die Prozesse auf der Baustelle stark verkürzt werden.
Als Modulbauweise bzw. Raummodulbauweise ist die Raumzellenbauweise eine Art des modularen Bauens bzw. des Fertigteilbaus oder Systembaus.
Die Zellen oder Raummodule werden auf der Baustelle mit dem Kran aneinandergereiht bzw. gestapelt, wobei die Größe der Zellen von der Transportmöglichkeit abhängt. Bei der Raumzellenbauweise als Systembauweis ist der Planungsaufwand im Vergleich zur konventionellen Bauweise niedriger, da das System kontinuierlich weiterentwickelt wird und somit Systemdetails bereits in einer frühen Projektphase zur Verfügung stehen. Durch die Vorfertigung und den damit früheren Beginn der Bauproduktion, sind bauliche Änderungen nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt noch möglich. Nachträgliche Eingriffe können sehr kostenintensiv sein und damit den Zweck der Bauweise verfehlen. Ausgenommen hiervon sind Ausstattungsmerkmale bzw. Oberflächen der Ausbaugewerke (z. B. Wand- und Bodenbeläge).[1]
Vorteile: hoher Vorfertigungsgrad, Werkstattfertigung ohne Witterungseinflüsse, maßhaltige industrielle Fertigung, werkstattseitige Qualitätsüberwachung bzw. Funktionskontrolle, kurze Bauzeit, reduzierte Restleistung.
Nachteile: hoher Abstimmungsgrad der beteiligten Fachplaner und Gewerke, Planungsprozess in hoher Detailtiefe (keine baulichen Änderungen im Bauablauf möglich), an logistische Maximalmaße gekoppelt (Lkw-Länge und -Breite), planerische Flexibilität der Grundrisse eingeschränkt.
Modulgebäude unterscheiden sich von Containerbauten darin, dass sie für eine dauerhafte Nutzung errichtet werden. Containerbauten erfüllen in der Regel nur temporäre Zwecke.[2]