Moidrams

Ortschaft im Bezirk Zwettl in Niederösterreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Moidrams ist ein Dorf im Waldviertel in Niederösterreich und eine Ortschaft und Katastralgemeinde der Stadtgemeinde Zwettl-Niederösterreich im Bezirk Zwettl.

Schnelle Fakten
Moidrams (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde Moidrams
Verwaltungssprengel
Moidrams (Österreich)
Moidrams (Österreich)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Zwettl (ZT), Niederösterreich
Gerichtsbezirk Zwettl
Pol. Gemeinde Zwettl-Niederösterreich
Koordinaten 48° 36′ 2″ N, 15° 9′ 15″ O
f3f0
Einwohner der Ortschaft 259 (1. Jän. 2025)
Gebäudestand 91 (2001f1)
Fläche d. KG 3,72 km² (31. Dez. 2023)
Postleitzahl 3910 Zwettl
Vorwahl +43/02822 (Zwettl)
Ortsvorsteherin Erna Heider[1]
(Stand: 4. Feb. 2025)f1
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 07053
Katastralgemeindenummer 24347
Zählsprengel/ -bezirk Gschwendt (32530 003)
Lage von Moidrams in Zwettl
Lage von Moidrams in Zwettl
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS
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259

f0BW

Geographie

Der Ort Moidrams liegt an der Böhmerwald Straße (B 38) in einer Entfernung von etwa einem Kilometer Luftlinie südwestlich des Stadtzentrums von Zwettl. Er ist heute weitgehend mit Zwettl (Stadtteil Probstei) verwachsen.

Am 1. Jänner 2025 hatte die Ortschaft 259 Einwohner auf einer Fläche von 372,26 ha.[2][3]

2005 wurde im Ort eine Bedarfshaltestelle des Zwettler Stadtbusses eingerichtet.[4]

Das Gemeindegebiet grenzt im Norden an Zwettl Stadt, im Osten an Koppenzeil, im Süden an Gschwendt, im Westen an Waldhams und nordwestlich an Syrafeld.

Weitere Informationen Bevölkerungs- entwicklung, Datum ...
Bevölkerungs-
entwicklung[5]
DatumEinwohner
1869154
1951172
1961194
1971227
1981258
1991280
2001288
2011265
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Geschichte

Moidrams wurde 1139 als Mowderates in der Gründungsurkunde des Klosters Zwettl zum ersten Mal urkundlich erwähnt.[6] Der Name bedeutet wahrscheinlich „Siedlung eines Mannes mit dem (slawischen) Namen Mojedrag“.[7]

In Moidrams befindet sich ein ehemaliges Herrenhaus, das 1310 erstmals im Stifterbuch des Klosters Zwettl erwähnt wird. Infolge der Abschaffung der Leibeigenschaft im Jahr 1787 verlor der Adelssitz an Bedeutung, wechselte mehrmals den Besitzer und verfiel zusehends. Der erhalten gebliebene Teil wurde 1991–1996 renoviert.[8]

Bei der Bildung der Ortsgemeinden im Jahr 1850 wurde Moidrams der Gemeinde Gschwendt zugeteilt, die sich 1970 der damals neu gebildeten Stadtgemeinde Zwettl-NÖ anschloss.[9][10]

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in Moidrams ein Gastwirt, ein Viktualienhändler und einige Landwirte ansässig.[11]

2022 wies eine Forschungsgruppe um Stefan Eminger vom Niederösterreichischen Landesarchiv, welche im Auftrag der Stadt Zwettl die Geschichte der Stadt erforschte, ein Massengrab in Moidrams nach. Dort wurden in den letzten Kriegswochen des Zweiten Weltkriegs mindestens 23 Personen, vorwiegend Wehrmachtsdeserteure, erschossen und begraben. Die getöteten Menschen wurden Ende der 1940er Jahre exhumiert und auf verschiedenen Friedhöfen begraben.[12]

Sehenswürdigkeiten

Denkmalschutzobjekte:

Literatur

  • Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel Ober-Manhardsberg. 6 von 34 Bänden. 5. Band: Herrschaft Drosendorf bis Strahlbach. Anton Benko, Wien 1840, S. 273 (MoitramsInternet Archive).
Commons: Moidrams – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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