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Mona Neubaur

deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen), Wirtschaftsministerin Nordrhein-Westfalen, MdL From Wikipedia, the free encyclopedia

Mona Neubaur (* 1. Juli 1977 in Pöttmes, Schwaben) ist eine deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen) und seit dem 29. Juni 2022 Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie sowie stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen im Kabinett Wüst II.[1]

Mona Neubaur (2026) mit der Floriansplakette des nordrhein-westfälischen Handwerks
Mona Neubaur (2022)

Sie war von 2014 bis 2022 Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in NRW und von 2010 bis 2014 Geschäftsführerin der Heinrich-Böll-Stiftung in NRW. Bei der Landtagswahl 2022 in Nordrhein-Westfalen trat sie als Spitzenkandidatin ihrer Partei an. Seit Juni 2022 ist sie Abgeordnete im Landtag von Nordrhein-Westfalen.

Leben

Neubaur ist die Tochter einer Krankenschwester und eines Kunstschmiedemeisters, der sein Handwerk in einem Gefängnis jungen Straftätern beibrachte.[2] Aufgewachsen ist sie im Rainer Stadtteil Oberpeiching. Sie bestand 1996 am katholischen St.-Bonaventura-Gymnasium in Dillingen an der Donau ihr Abitur. Sie nahm 1997[3] ein Studium der Erziehungswissenschaften, Soziologie und Psychologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf auf, das sie 2003 als Diplom-Pädagogin abschloss.[4] Danach war sie bis 2007 Referentin für Öffentlichkeitsarbeit/PR beim Ökostromanbieter Naturstrom AG. Von dort wechselte sie zur Heinrich-Böll-Stiftung NRW, in deren Geschäftsführung sie 2010 aufstieg[5][6][4] und der sie bis 2014 angehörte.[7]

Politik

Neubaur trat 1999 den Grünen bei[8] und ist dort seit 2005 aktiv.[6] 2007 wurde sie vom Kreisverband Düsseldorf zur Sprecherin gewählt. 2009 und 2013 war sie für den Bundestagswahlkreis Düsseldorf I Direktkandidatin zur Bundestagswahl; 2013 kandidierte sie außerdem auf Platz 19 der NRW-Landesliste.[9] 2014 wählten die Grünen in NRW Neubaur als Nachfolgerin von Monika Düker zur Landesvorsitzenden.[10] Dieses Amt hatte sie bis Juni 2022 inne.[11] Bei der Landtagswahl in NRW am 15. Mai 2022 konnte Neubaur als Spitzenkandidatin ihrer Partei deren Stimmenanteil mit 18,2 % gegenüber 2017 fast verdreifachen.[12][13] Im Landtagswahlkreis Düsseldorf I errang sie ein Erststimmenergebnis von 26,71 % und lag damit deutlich über den Zweitstimmen für ihre Partei, verpasste jedoch das Direktmandat[14] und zog deshalb über die Landesliste der Grünen in den Landtag ein.

Am 29. Juni 2022 wurde Neubaur zur Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie sowie zur stellvertretenden Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen im Kabinett Wüst II ernannt.[15] Sie ist Vorsitzende des Verwaltungsrats der NRW.Bank.[16]

Während ihrer Zeit als Düsseldorfer Kommunalpolitikerin hat sich Neubaur im Rahmen des Aktionsbündnisses Sauberer Strom am Rhein erfolgreich für einen Wechsel von Kohle- auf Gas- und Dampfturbinenkraftverstromung in einem Teil des Kraftwerks Lausward (Düsseldorfer Hafengebiet) eingesetzt.[17]

Mona Neubaur erhielt im Jahr 2023 den Brost-Ruhr Preis der Essener Brost-Stiftung. Der Stiftungsvorstand begründete dies mit ihren „beispiellosen Verdienste für die Versöhnung von Ökologie und Ökonomie“. Sie habe „durch ihre Weitsicht wichtige Impulse gesetzt, die darauf abzielen, Nordrhein-Westfalen und das Ruhrgebiet innovativ zu stärken und zukunftsfähig zu machen“.[18] Das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro spendete Neubaur an das Mädchenfußballprojekt „Nordstadtliga Queens“ der AWO Dortmund.[19]

Beim traditionellen Floriansumtrunk von HANDWERK.NRW und der Schornsteinfeger-Innung für den Regierungsbezirk Düsseldorf erhielt Neubaur im Mai 2026 für ihre politischen Impulse in der Mittelstandspolitik und ihr Engagement zur Stärkung des Handwerks die Floriansplakette des nordrhein-westfälischen Handwerks.[20] Als positive Beispiele für ihr Wirken wurden dabei unter anderem die Weiterentwicklung der Meistergründungsprämie und eine Bundesratsinitiative zum Mutterschutz für Selbstständige hervorgehoben.[21]

2026 wurde Neubaur in Kiew von Wolodymyr Selenskyj mit dem Orden der Fürstin Olga ausgezeichnet.[22] Hintergrund der Verleihung ist ihr anhaltendes Engagement für die Ukraine seit dem russischen Überfall auf die Ukraine seit 2022.

Als Würdigung ihres langjährigen Engagements für jüdisches Leben und ihren entschiedenen Kampf gegen Antisemitismus entschied die Jüdische Gemeinde Düsseldorf 2026, Neubaur die Josef-Neuberger-Medaille zu verleihen. Die Laudatio wird der Publizist Michel Friedman halten.[23]

Mitgliedschaften

Während ihres Studiums war Neubaur als Referentin beim Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT) tätig. Daneben ist sie u. a. Mitglied bei der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf und bei Fortuna Düsseldorf sowie DLRG-Fördermitglied. Sie gehört zudem der Mitgliederversammlung der Heinrich-Böll-Stiftung an.[24]

Einzelnachweise

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