Wikiwand AI

Monika Fioreschy

österreichische Künstlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Monika Fioreschy (* 4. April 1947 in Auer)[1] ist eine österreichische bildende Künstlerin. Ihr Werk, das traditionelle Textilkunst und experimentelle Materialkunst verbindet, nennt sie „Transfusions-Silikone“ und „Silikone“.

Leben und Werk

Fioreschy studierte ab 1965 an der Universität für angewandte Kunst in Wien und schloss ihr Studium 1971 ab.[2] 1968 nahm sie an der Internationalen Sommerakademie Salzburg bei Emilio Vedova teil.[2]

In der künstlerischen Praxis entwickelte sie ausgehend von der klassischen Webkunst eine eigenständige Technik unter Verwendung von Silikonschläuchen, nachdem sie eine Herzoperation beobachtet hatte, bei der Bluttransfusionsschläuche aus Silikon verwendet wurden. Diese Schläuche verarbeitet Fioreschi zu Geweben und füllt sie mit unterschiedlichen Substanzen, wodurch Arbeiten entstehen, die zwischen Bildteppich, Objekt und Materialexperiment angesiedelt sind. Die Kombination eines traditionellen Herstellungsverfahrens mit industriellen Materialien wird als Erweiterung der textilen Bildsprache interpretiert. Der Kunsthistoriker Wieland Schmied bezeichnete diese Herangehensweise als eine „echte Innovation“, die das Verständnis des modernen Bildteppichs erweitere.[3]

Sie ist Gründungsmitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste.[2] 2011 wurde ihr das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen.[2]

Fioreschy lebt und arbeitet in Salzburg. Sie ist seit 1971 mit dem Herzchirurgen Felix Unger verheiratet, mit dem sie zwei Söhne hat.[2]

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen

  • 2017: Strip-Cut-Collage, Stadtgalerie Lehen, Salzburg[12]

Ausstellungsbeteiligungen

Publikationen

Literatur

  • Otto Breicha: Neuartig, ja geradezu innovativ. In: Parnass Kunst- und Kulturzeitschrift, Heft 2/1994, S. 24
  • Eugen Biser: Sprechende Bilder: Zu den Transfusionsbildern von Monika Fioreschy. In: Erwin Möde (Hrsg.): An-Denken. Festgabe für Eugen Biser. Styria Verlag, Graz/Wien/Köln 1998, ISBN 3-222-12563-5, S. 483–487.
  • Anne Marie Koppenwallner: Licht-Dynamik. In: Parnass: Kunst und Kulturzeitschrift, Heft 3/2003, S. 168.
  • Vera Hübl: Monika von Fioreschy, Bildwebereien. VDG Weimar 2003, ISBN 3-89739-345-X.
  • Wieland Schmied: Ein Bündel von Energien-Über die Arbeiten von Monika Fioreschy, Open Heart Silicon Tissue. Ausstellungskatalog Maribor und Ljubljana, 2005.
  • Wieland Schmied: Silicon and Cristal Tissue. Ausstellungskatalog Cultural Palace Sharjah, VAE, 2007.
  • Ludwig Tavernier, Beate Reifenscheid (Hrsg.): Transformation. Monika von Fioreschy: Arbeiten/Works 1969–2011. Ausstellungskatalog Museum Ludwig Koblenz. VDG, Weimar 2011, ISBN 978-3-89739-732-3.
  • Gudrun Weinzierl: Monika Fioreschy, vom Gobelin zur Silikone. In: Parnass: Kunst und Kulturzeitschrift, Heft 4/2011.
  • Ute M. Reindl: Monika Fioreschy – Fields of Flow. Hirmer Verlag GmbH, München 2024, ISBN 978-3-7774-4294-5.

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks