Einschienenbahn Panama

Panama Metro-Linie im Bau, betrieben von Monorail From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Einschienenbahn Panamá (spanisch Monorriel de Panamá) wird als Linie 3 (spanisch Línea 3, kurz ) die nächste Linie der Metro de Panamá sein. Sie befindet sich seit 2021 im Bau und wird mit dem ersten Abschnitt voraussichtlich im April 2027 fertiggestellt.[2] Zunächst führt sie dann von Panamá Pacífico nach Ciudad del Futuro über eine Länge von rund 18 Kilometern mit mindestens 10 Stationen. Nach Eröffnung des zweiten Abschnittes von Albrook, geplant im Oktober 2028, wird es die erste Einschienenbahnstrecke der Welt sein, die in einem Tunnel ein Gewässer unterquert. Die Einschienenbahn ist ein integraler Bestandteil des liniengebundenen Stadt-Umland-Verkehrs in den Westen des Großraums Panama-Stadt.

Schnelle Fakten Einschienenbahn Panama (Linie 3 der Metro de Panamá), Streckenverlauf ...
Einschienenbahn Panama
(Linie 3 der Metro de Panamá)
Streckenlänge:im Bau: 24,5 km[1]
geplant: ~34 km
Stromsystem:1500 V =
Maximale Neigung: 6 
Minimaler Radius:70 m
Streckengeschwindigkeit:90 km/h
Zugbeeinflussung:ATC/TD
Zweigleisigkeit:durchgehend
Streckenverlauf
U-Bahn-Betriebsstelle Streckenanfang (Strecke außer Betrieb) (im Tunnel)
Abstellanlage
U-Bahn-Überleitstelle / Spurwechsel (Strecke außer Betrieb) (im Tunnel)
0,0 Albrook
U-Bahn-Überleitstelle / Spurwechsel (Strecke außer Betrieb) (im Tunnel)U-Bahn-Strecke nach halblinks (im Tunnel)
Metro Panamá nach Villa Zaita
U-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb) (im Tunnel)
2,1 Balboa (Bau zurückgestellt)
U-Bahn-Strecke unter Wasserlauf (Strecke außer Betrieb) (im Tunnel)
Panamakanal
U-Bahn-Tunnelende
5,5
6,5 Panamá Pacifico
U-Bahn-Überleitstelle / Spurwechsel (Strecke außer Betrieb)
U-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle
8,2 Evakuierungsnothalt 1
12,0 Loma Cobá
U-Bahn-Betriebsstelle Anfang Hochstrecke (Strecke außer Betrieb)U-Bahn-Strecke (außer Betrieb)
Abstellanlage
U-Bahn-Strecke nach links (außer Betrieb)U-Bahn-Abzweig geradeaus und von rechts (Strecke außer Betrieb)
13,7
14,0 Arraiján
U-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
15,0 La Hacienda (Bau zurückgestellt)
16,0 Burunga
17,4 Nuevo Chorrillo
19,0 Cerro Silvestre
U-Bahn-Überleitstelle / Spurwechsel (Strecke außer Betrieb)
21,0 Vista Alegre
U-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
Vista Allegre II (Bau zurückgestellt)
23,1 Nuevo Arraiján
23,8 San Bernardino
24,9 Ciudad del Futuro
U-Bahn-Überleitstelle / Spurwechsel (Strecke außer Betrieb)
U-Bahn-Abzweig geradeaus und nach links (Strecke außer Betrieb)U-Bahn-Betriebs-/Güterbahnhof Ende Hochstrecke und quer (Strecke außer Betrieb)
25,2 Zugdepot und Betriebswerk
U-Bahn-Strecke (außer Betrieb)
geplante Verlängerung
U-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
Hato Montaña
U-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
Terminal de Buses
U-Bahn-Tunnelanfang
U-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb) (im Tunnel)
Plaza Italia
U-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb) (im Tunnel)
Parque Feuillet
U-Bahn-Kopfbahnhof Streckenende (Strecke außer Betrieb) (im Tunnel)
34,0 Parque Libertador
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Planung und Bau

Bau der Station Nuevo Arraiján im Oktober 2023

Im Herbst 2012 begannen die Verhandlungen mit der japanischen Regierung zum Bau einer Einschienenbahn in das westliche Umland von Panama-Stadt.[3] Im März 2014 gab es eine gemeinsame Absichtserklärung zum Bau der Linie 3 mit einer Brücke über den Panamakanal[4] und im April 2016 wurden die Finanzierung durch die japanische Regierung und der Bau mit japanischer Technologie beschlossen.[5] Im Oktober 2020 schließlich einigte sich die panamesische Regierung mit Hitachi über die Lieferung des rollenden Materials sowie automatischer Bahnsteigtüren, Steuerungstechnik, Stromversorgung und Kommunikationstechnik im Wert von 883 Millionen US-Dollar.[6]

Die Gesamtkosten für den ersten Streckenteil AlbrookCiudad del Futuro einschließlich Rollmaterial, Zugdepot und Betriebswerk belaufen sich auf rund 2,6 Milliarden US-Dollar (Preisstand 2016), das sind umgerechnet etwa 94 Millionen Euro pro Kilometer.[7]

Im März 2023 unterzeichneten Panama und die japanische Regierung, vertreten durch die Japan International Cooperation Agency (JICA), einen Darlehensvertrag für den ersten Streckenteil der Linie 3 über 92 Milliarden Yen, umgerechnet 626 Millionen US-Dollar. Die Laufzeit des Darlehens beträgt 20 Jahre und die Auszahlungsfrist drei Jahre.[8]

Bau der Stationen Loma Cová (links) und San Bernardino (rechts) Mitte 2025.

Am 22. Februar 2021 fand die Grundsteinlegung in Anwesenheit von Präsident Laurentino Cortizo statt.[9] Am 20. September 2023 kamen die ersten Teile der von Herrenknecht nahe Lahr/Schwarzwald gefertigten Tunnelbohrmaschine „Tuneladora Panamá“ im Hafen von Manzanillo im Bezirk Colón an, wurden zum Angriffsschacht auf der Ostseite des Kanals verbracht und dort montiert.[10] Vom 20. Oktober bis Anfang Dezember des Jahres ruhten die Bauarbeiten während der landesweiten Proteste gegen das Kupferbergwerk Cobre Panama, zu der Zeit war knapp die Hälfte dieses Streckenteiles fertig gestellt.[11] Im Mai 2025 lag der Baufortschritt bei gut drei Vierteln, wobei der Tunnel erst zu einem Fünftel fertig gestellt ist und eine Länge von 700 Metern erreicht hat.[12]

Erweiterung des Station Albrook im August 2025

Bei Baubeginn war die Inbetriebnahme des ersten Teilstücks für Mitte 2025 vorgesehen, später wurde sie auf 2026 verlegt und erneut verschoben. Derzeit ist der Abschnitt Panamá PacíficoCiudad del Futuro und soll im April 2027 fertiggestellt werden, während Bauabschnitt von Albrook mit seiner Anbindung an die U-Bahn Linie 1 und den Kanaltunnel für Oktober 2028 vorgesehen ist.[2] Die Regierung hat logistische Risiken einer teilweisen Inbetriebnahme hervorgehoben, bei der Tausende von Fahrgästen auf halber Strecke in Richtung Hauptstadt stranden würden. Deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass die Linie 3 erst 2028 mit der vollständigen Strecke AlbrookCiudad del Futuro eröffnet wird.

Strecke

Die Strecke verläuft durchgängig zweigleisig und zum größten Teil aufgeständert, wird jedoch zur Querung des Panamakanals in einem Tunnel geführt.

Erster Streckenteil

Der erste, längere Streckenteil über insgesamt 11 Stationen (der Bau von drei weiteren Stationen in dem Abschnitt ist zwischenzeitlich zurückgestellt worden) und gut 24 Kilometer Streckenlänge beginnt unterirdisch an der U-Bahn-Station Albrook der Linie 1, führt dann in dem insgesamt 5,3 Kilometer langen Tunnel zuerst Richtung Südwesten und senkt sich dann in bis zu 65 Meter Tiefe unter dem Panamakanal. Die Strecke kommt in einer sich nach Nordwesten wendenden Kurve wieder an die Oberfläche und erreicht dann aufgeständert die Station Panamá Pacifico. Von dort geht es in Hochlage weiter, westwärts entlang der Panamericana durch den Bosque Protector de Arraiján nach Arraiján, hier ist eine zusätzliche Abstellanlage für zwei Züge, um danach wieder in südwestlicher Richtung fortzuführen. Am Ende des ersten Streckenteils hinter der vorläufigen Endstation Ciudad del Futuro befindet sich das Betriebswerk mit dem Hauptzugdepot.

Geplante Verlängerung

Ein zweiter geplanter Abschnitt erstreckt sich in südwestlicher Richtung über 6 Stationen und rund 8,4 Kilometer Streckenlänge nach La Chorrera. Er soll in zwei Phasen entwickelt werden: die erste und 3,2 Kilometer lange bis Terminal de Buses soll als Hochbahn errichtet werden und dort mit einem zukünftigen Busterminal verbunden sein.[13] Sowie die zweite Phase, die bis zum Zentrum des Bezirks reicht und im Parque Libertador endet. Die Trassenführung sieht sich aufgrund des reliefierten Geländes mit Herausforderungen konfrontiert, einschließlich Kurven, engen Bereichen, Steigungen und überschwemmungsgefährdeten Zonen.[14] Im Mai 2024 betonte Eloy Chong, Bürgermeister von La Chorrera, die Bedeutung der Verlängerung der Linie bis zum Zentrum des Bezirks und schlug eine unterirdische Route vor, um die Auswirkungen auf das Gewerbegebiet zu minimieren und die Platzbeschränkungen an der Oberfläche zu überwinden.[15] Derzeit befindet sich das Erweiterungsprojekt in der Analysephase, ohne festgelegte Termine für den Baubeginn oder die Fertigstellung.

Betrieb

Die Betriebstechnik ist dafür ausgelegt, in Spitzenzeiten Züge im 4-Minuten-Takt rollen zu lassen, sodass dann bis zu 20.000 Fahrgäste je Stunde und Richtung bewegt werden können. Nach der Eröffnung des zweiten Streckenabschnittes steigt die Kapazität auf 32.000 Fahrgäste an.[7] Der Betrieb wird vollautomatisch sein, die Steuerung erfolgt mittels Automatic Train Control (ATC) mit TD-Signal.

Technik

Die Strecke der Einschienenbahn Panama ist eine Sattelbahn der Bauart ALWEG. Auf einem 800 Millimeter breiten Fahrbalken sitzen die über Tragräder auf und Führungsräder seitlich des Balkens bewegten sowie mit seitlicher Stromzuführung versorgten Züge. Im Gegensatz zum herkömmlichen Rad-Schiene-System können die gummibereiften Fahrzeuge deutlich höhere Neigungsgradienten bewältigen.

Fahrzeuge

Die Züge wurden aus der Baureihe 3000 der Einschienenbahn Osaka weiterentwickelt.[16] Ein einzelner Zug besteht aus sechs Wagen, ist 94 Meter lang, 3 Meter breit und 5 Meter hoch. Bei 250 Sitzplätzen, die alle in Längsrichtung angeordnet sind, bietet ein Zug Platz für rund 1000 Fahrgäste.[17] Die Flotte wird zunächst aus 26 Zügen bestehen, die Nummer 20 wurde Ende April 2025 ausgeliefert[18] und am 21. Juli des Jahres war die Flotte komplett.

Einzelnachweise

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