Monotropismus
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Als Monotropismus bezeichnet man die Tendenz, Aufmerksamkeit auf eng gefasste Bereiche und Themen zu konzentrieren und sich diesen mit großer Hingabe zu widmen. Diese kognitive Strategie gilt als zentrales Grundmerkmal von Autismus.
Wortschöpfung
Das Wort setzt sich aus zwei griechischen Wortstämmen zusammen: mon(o) – μόνος monos = „allein“, „einzig“, „ein“ sowie trop – τροπή tropē = „Drehung“, „Wendung“. Tropismus bezeichnet allgemein die Bewegung auf einen Reiz hin oder die Neigung zu etwas. Monotropismus ist die Hinwendung zu einer einzigen, alleinigen Sache.
Geschichte
Obwohl Monotropismus als Phänomen schon länger bekannt war, wurde der Begriff erst in den 1990er Jahren geprägt. Zentrale Personen bei der Etablierung des Begriffs sind Dinah Murray, Wenn Lawson und Mike Lesser. Dinah Murray war Sprachwissenschaftlerin und selbst Autistin. Ihre wissenschaftliche Arbeit setzte sich mit kognitiven Strategien auseinander.[1] Im Rahmen dieser Arbeit verwendete sie zum ersten Mal die Bezeichnung Monotropismus, wobei die Idee zu der Bezeichnung von Jeanette Buirski stammte.[2] 1992 präsentierte Dinah Murray auf einer Konferenz der National Autistic Society 1992 in Durham ihren Aufsatz mit dem Titel Attention Tunnelling and Autism, in dem sie das Konzept des Monotropismus der Öffentlichkeit vorstellte.[2]
Im weiteren Verlauf der 1990er Jahre entwickelten Murray, Lawson und Lesser eine komplette Theorie zum Monotropismus. 2005 veröffentlichten sie ihre Theorie als wissenschaftlichen Artikel mit dem Titel Attention, Monotropism and the Diagnostic Criteria for Autism in der Fachzeitschrift Autism.[3] Wenn Lawson verfasste seine Doktorarbeit zum Themea Learning Styles – Single Attention and Associated Cognition in Autism (SAACA). Später folgte sein Buch The Passionate Mind – How People With Autism Learn.[4] Frühe Arbeiten von Wenn Lawson erschienen noch unter seinem Geburtsnamen Wendy Lawson.
Siehe auch
Weblinks
- Mehrsprachige Website Monotropism.org, die ein Archiv der Arbeiten von Dinah Murray beinhaltet.
- Nahezu vollständige Voransicht des Buches Autism and Being Monotropic – What Medical and Other Practitioners Need to Know.
Literatur
- Wenn Lawson: Autism and Being Monotropic – What Medical and Other Practitioners Need to Know. Singapur: Springer Nature, 2024, ISBN 978-981-9625-64-2.
- Wenn Lawson: The Passionate Mind – How People With Autism Learn. London, Philadelphia (PA): Jessica Kingsley Publishers, 2011, ISBN 978-184-9051-21-7.