Montecarlo (Misiones)

Siedlung in Argentinien From Wikipedia, the free encyclopedia

Montecarlo ist die Hauptstadt des Departamento Montecarlo in der Provinz Misiones in Argentinien. Sie liegt am Río Paraná zwischen den Städten Posadas (180 km) und Puerto Iguazú (124 km), mit denen sie durch die Nationalstraße 12 verbunden ist. Sie führt den Beinamen „Nationale Hauptstadt der Orchidee“ (Capital Nacional de la Orquídea) und auf ihrem Ortsschild den Zusatz „Im Zentrum des Paradieses“ (En el Centro del Paraíso).

Schnelle Fakten Basisdaten, Verwaltung ...
Montecarlo
Basisdaten
Fläche: 958 km²
Lage 26° 34′ S, 54° 45′ W
Höhe ü. d. M.: 175 m
Einwohnerzahl (2022): 25.981
Dichte: 27 Einw./km²
  (Argentinien)
  (Argentinien)
 
Verwaltung
Provinz: Misiones Misiones
Departamento: Montecarlo
Bürgermeister: Julio César Barreto
Sonstiges
Postleitzahl: 3384
Telefonvorwahl: 03751
Schließen

Geschichte

Evangelische Kirche in Montecarlo, gebaut 1924

Der Ort wurde am 4. Mai 1920 von Carlos Culmey (1879–1939), einem deutschen Ingenieur, gegründet, der mit 23 Jahren zunächst nach Brasilien ausgewandert war. Er erwarb 1919 mittels seiner Gesellschaft Colonizadora Alto Paraná von der Compañía Introductoria Buenos Aires das Land für neue Siedlungen. Noch im selben Jahr gründete er Puerto Rico für deutsche und Schweizer Einwanderer katholischen Glaubens. Montecarlo war hingegen für deutsche Protestanten geplant, die Brasilien verlassen wollten, da sie dort keine deutschen Schulen eröffnen durften und von der Regierung gedrängt wurden, zum Katholizismus zu konvertieren. Der Name Montecarlo entwickelte sich im Lauf der Zeit aus der ursprünglichen Bezeichnung „Los Montes de Carlos“, benannt nach dem Vorbesitzer des Landes, einem Don Carlos.[1] Culmey verteilte die einzelnen Parzellen nach dem Waldhufendorf-Modell gleichmäßig auf die neuen Siedler. Nach der ersten Siedlerwelle deutschstämmiger Einwanderer aus Brasilien, kamen ab 1940 in einer zweiten, größeren Welle die Einwanderer direkt aus Deutschland, vornehmlich aus Baden-Württemberg.[2][3] 1959 wurde die private Deutsche Schule Montecarlo (Instituto Carlos Culmey) vom Deutsch-Argentinischen Kulturverein gegründet. Sie bietet 780 Schülern (2025) eine deutschsprachige Ausbildung vom Kindergarten bis zur 12. Klasse.[4][5]

Wirtschaft

Haupterwerbszweig in Montecarlo ist die Landwirtschaft; neben Mate, Tee und Maniok werden auch Zitrusfrüchte angebaut und Viehzucht betrieben. Wie in Misiones üblich, schlossen sich die meisten Kleinbauern auch in Montecarlo bereits 1930 zu Kooperativen zusammen, um gemeinsam bestimmte Projekte wie die Versorgung aller Haushalte mit Strom, Gas und Wasser oder zuletzt 2015 mit einem Internetanschluss durchzusetzen oder um eine stärkere Marktposition beim Absatz ihrer Produkte zu erzielen.[6]

Attraktionen

Als Pfau gestaltete Blumendekoration während des Blumenfests in Montecarlo

Der im Dezember 2023 eröffnete Botanische Garten im Zentrum der Stadt beherbergt 40 exotische Baumarten. Er wird von dem kleinen Fluss Bonito durchzogen, über den drei Brücken führen, eine weitere Hängebrücke führt auf eine Flussinsel. Im März 2026 wurde dort die erste „Umweltschule“ der Provinz Misiones gegründet, die auch von Bernd Fabritius besucht wurde.[7][8]

Im Parque Juan Vortisch finden jedes Jahr im Oktober das „Nationale Fest der Orchidee“ (Fiesta Nacional de la Orquídea) und das „Provinzfest der Blume“ (Fiesta Provincial de la Flor) statt.[9]

Im privat geführten Zoo Bal Park, 6 km vom Zentrum entfernt, ist der hier „tigre misionero“ genannte Jaguar die Hauptattraktion.[10]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI