Mordlichter – Tod auf den Färöer Inseln

deutscher Krimi-Thriller von Ute Wieland aus dem Jahr 2025 From Wikipedia, the free encyclopedia

Mordlichter – Tod auf den Färöer Inseln ist ein deutscher Krimi-Thriller von Ute Wieland aus dem Jahr 2025, der im Auftrag der ARD für Das Erste produziert wurde.

TitelMordlichter – Tod auf den Färöer Inseln
ProduktionslandDeutschland,
Nordirland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2025
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel Mordlichter – Tod auf den Färöer Inseln
Produktionsland Deutschland,
Nordirland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 88 Minuten
Stab
Regie Ute Wieland
Drehbuch Christiane Dienger,
Martin Sommer,
Hardi Sturm
Produktion Martin Sommer,
Felix von Poser
Musik Michael Kamm, Felix Häge
Kamera Eeva Fleig
Schnitt Dunja Campregher
Besetzung
  • Odine Johne: Johanna Vágar
  • Jan Krauter: Bjørg Helmsdal
  • Patrick O’Kane: Brandur Midjord-Rasmussen
    – deutsche Stimme: Matthias Klie
  • David Ganly: Jogvan Jacobsen
    – deutsche Stimme: Martin Umbach
  • Rachael Rooney: Francesca Campagnoli
  • Henning Baum: Harms
  • Patrick McBrearty: Rókur
  • Ash Rizi: Serge
  • Cailum Carragher: Tony
    – deutsche Stimme: David Marquis
  • Anne Bird: Alda
  • Michael Patrick: Thomas Johnson
  • Mukamajulé Michelo: Dr. Lina
    – deutsche Stimme: Dela Dabulamanzi
  • Hayley-Marie Axe: Eva Rasmussen
  • Kasper Andreasen: Julian Rasmussen
  • Kelsea Knox: Lea Rasmussen
    – deutsche Stimme: Larissa Bader
  • Rachel Murray: Mrs. Djurhuus
  • Ben Kerr: Poul Stefánsson
  • Laura Dee: Partygast
    – deutsche Stimme: Johanna Giraud
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Die ARD schrieb zur Erstausstrahlung des Films: „Die nordatlantischen Färöer-Inseln dienen als von rauer See umtoster Schauplatz eines ungewöhnlichen Thrillers: Auf der Suche nach einem aufwühlenden Geheimnis begibt sich Odine Johne – in ihrer Rolle als Johanna – zwischen die Fronten eines erbitterten Konflikts zwischen einheimischen Traditionalisten und internationalen Walschützern. An der Seite der mutigen Ermittlerinnenfigur sind Jan Krauter als um Deeskalation bemühter Inselpolizist und Henning Baum als aktivistischer Skipper zu sehen.“[1]

Handlung

Um das Haus ihrer verstorbenen Eltern zu verkaufen, zieht es die zielstrebige 38-jährige Journalistin Johanna Vágar zur Kaufabwicklung in ihre Heimat auf die Färöer-Inseln zurück. Das Trauma ihrer Kindheit war der Verlust ihres Vaters Jannick, der seinereit unter ungeklärten Umständen auf hoher See ums Leben kam. Johannas eigentliches Anliegen gerät ins Hintertreffen, als sie an einer Felsenklippe die Leiche eines jungen Tierschützers aus Frankreich entdeckt. Der junge Mann hat eine Art Harpune im Rücken und lenkt damit den Verdacht auf Einheimische, gegen deren blutige Jagd auf Grindwale eine Gruppe von Aktivisten kämpft. Bei den Waljägern handelt es sich um Männer der Insel, die von den Fischern Jacobsen und Brandur angeführt werden. Da sich der Polizist Bjørg Helmsdal, ein Jugendfreund Johannas, keinen Ärger einhandeln möchte, verspricht ihm Johanna, sich als Journalistin zurückzuhalten. Das hält sie jedoch nicht davon ab, mit Unterstützung des Aktivisten Harms und seiner Schiffscrew herausfinden zu wollen, was offenbar vertuscht werden soll. Die Medien berichten von einem Unfall des jungen Franzosen.

Francesca Campagnoli, die zu den Unterstützern von Harms gehört, erzählt Johanna, dass die Wale im Familienverband leben und immer zusammenblieben, was die Walfänger ausnutzen würden. Wenn ein Tier von den Männern harpuniert werde, folgten die anderem ihm von ganz allein, da sie einander nie verlassen würden. Harms zeigt sich entnervt, dass die Walfänger ihnen immer voraus wären und er keine Ahnung habe, wie sie das machen würden. Er entdeckt einen Sender bei einem der Tiere. Die Männer glauben, dass die Waljäger die Tiere verbotenerweise mit Peilsendern taggen statt sie zu spotten, wie bisher. Francesca glaubt, dass der Franzose Pierre Durant von der Tracking-Software wusste und deshalb sterben musste. Johanna will wissen, warum verbreitet werde, dass dessen Tod ein Unfall gewesen sei, woraufhin Francesca meint, bei den Einheimischen decke jeder jeden.

Zur selben Zeit unterhält sich Helmsdal mit der Pathologin Dr. Lina und schwört sie darauf ein, vorerst nur mit ihm über den Fall zu reden. Zurück in seinem Haus, wird er von Johanna aufgesucht. Als sie wissen will, warum verbreitet werde, dass der des Franzosen ein Unfall gewesen sei, erwidert er unwirsch, sie solle sich ’raushalten, sie wisse nicht, was auf der Insel zwischen den Aktivisten und den Walfängern los sei. Das sei ein Pulverfass und sie sei nur eine Touristin. Die Tür öffnet sich und die Fischer Rókur und Jogvan Jacobsen stürmen herein. Jacobsen will von Helmsdal wissen, warum er nicht bei der Waljagd dabei gewesen sei, woraufhin dieser erwidert, er sei krank gewesen, aber nächstes Jahr wieder dabei. Das hoffe er doch, ist Jacobsens Antwort. Zu Johanna meint er im Weggehen, sie solle nicht vergessen, dass sie eine von ihnen sei.

Kurz darauf spricht Johanna mit ihrer Kollegin Elif und meint, hier laufe eine Riesensauerei, wenn sie nicht alles täusche, versuche man, den Mord an dem Aktivisten zu vertuschen. Johanna wendet sich wieder an Harms und meint, die Leute auf der Insel vertrauten ihr, vielleicht könne sie denjenigen finden, der die Software auf seinem Computer habe. Harms meint, sie solle sich Brandur Midjord einmal genauer ansehen, er sei der erfolgreichste Waljäger. Sie finde ihn in Hoyvik. Gemeinsam mit Helmsdal wandert Johanna zu Brandur Midjord und dessen Frau Eva. Auch deren Kinder Lea und Julian sind anwesend. Eva erzählt Johanna stolz, dass ihr Mann der bester Grindler, also Walfänger, auf der Insel sei. Im Gegensatz zu seiner Schwester, die ihrem Vater nacheifert, äußert Julian, der Vegetarier ist, dass er die Waljagd ablehne. Lea meint noch, es sei unerträglich, wie die Aktivisten sie auf der ganzen Welt schlechtmachen würden. Unvermittelt schenkt Brandur Johanna eine Kette mit einer Schicksalsrune, die sie an ihre Herkunft erinnern solle. Johanna verbringt die Nacht bei und mit Bjørg.

Am anderen Morgen erhält Johanna einen Anruf Francescas, die ihr mitteilt, dass gestern Abend der schlimmste Grind aller Zeiten gewesen sei und Harms vor Wut tobe. Als Johanna ihr erzählt, dass sie die entsprechende Computersoftware noch nicht habe ausfindig machen können, erwidert Francesca nur, dass sie niemand Einheimischen trauen könne. Inzwischen steht auch fest, dass Pierre durch einen Schädelbasisbruch zu Tode kam und die Lanze ihm erst nach seinem Tod in den Rücken gebohrt worden war.

Johanna wird mit ihrem Auto von einem anderen Wagen von der Straße abgedrängt. Glücklicherweise kommt Bjørg vorbei und nimmt sie in seinem Wagen mit. Er erzählt ihr, dass es nicht so leicht sei, sich gegen Traditionen zu stellen. Er habe bewusst nicht am Grind teilnehmen wollen. Er zeigt Johanna sodann den Obduktionsbericht und ergänzt, dass Durant nicht an seinem Fundort gestürzt sei. Es habe jemand gezielt versucht, dessen Tod so aussehen zu lassen, als ob die Walfänger etwas damit zu tun hätten.

Als Johanna sich in ihrem Quartier die Aufnahmen des Sticks ansieht, die sie von Brandurs Computer gezogen hat, ist sie mehr als überrascht. Es sind viele Fotos aus ihren Kindertagen, die sie gemeinsam mit ihrem Vater zeigen. Als Brandur kurz darauf bei ihr erscheint, bringt sie nur heraus, das sei krank, er sei ihr Vater, der sie glauben lasse, dass er tot sei. Dann läuft sie davon. Als Johanna einige Zeit später von ihrem Vater wissen will, warum er sie und ihre Mutter verlassen und eine neue Familie gegründet habe, meint er nur, sie solle ins Flugzeug steigen und nach Hause fliegen, sie gehöre nicht auf die Insel. Nachdem Johanna ihre Verzweiflung am Strand herausgeschrieen hat, lässt sie sich die Sterbeurkunde ihres Vaters zeigen, der seinerzeit bis zur Unkenntlichkeit verbrannt und durch seinen Ehering identifiziert worden sein soll.

Nachdem Francesca den Meeresbiologen Paul Stefansson auf einer hitzigen Pressekonferenz tätlich angegriffen hat, will Harms sie nicht mehr in seinem Team haben. Gegenüber Johanna gibt Francesca außerdem zu, dass sie die Lanze in Pierres Rücken gestoßen habe, als er schon tot gewesen sei. Auch dass die Walfänger taggen, stimmt wohl nicht. Harms Organisation darf infolge des Angriffs nun nicht mehr auf der Insel anlegen. Francesca entschuldigt sich bei den Faröern, erläutert aber auch, wie schlimm dieses Abschlachten der Wale für sie sei. Johanna wird von dem Reporter ebenfalls befragt. Ihre Antwort macht nachdenklich. Sie meint, die Waljagd sei hier auf der Insel eine sehr alte Tradition. Das Problem sei aber, dass bei jedem Grind eine ganze Walschule ausgelöscht werde. Sie sei keine Expertin, aber man solle sich einmal vorstellen, die Wale würden eines Tages einfach verschwinden. Das wäre für die Färöer doch der traurigste Tag. Eine Walfamilie halte ein Leben lang zusammen, man ginge füreinander in den Tod. Davon könnten die Menschen viel lernen.

Auf Johannas eindringliche Bitte hin gräbt Bjørg Helmsdal die angebliche Leiche von Johannas Vater gemeinsam mit ihr aus und hilft ihr bei ihren Ermittlungen, in Erfahrung zu bringen, wer da tatsächlich begraben worden ist. Johanna erhält eine ominöse Nachricht für einen Treffpunkt, an dem sie sich einfinden soll. Sie rutscht beim Lesen jedoch ab und fällt auf einen Felsvorsprung – unter sich das tosende Wasser. Sie hat Glück und wird von dem Fischer Rókur zufällig entdeckt und zur Familie von Brandur gebracht.

Helmsdal hat inzwischen herausgefunden, dass ein Alain Moiret zur Zeit als Johannas Vater umgekommen sein soll, als verschollen auf der Insel gemeldet wurde. Zur selben Zeit hat sich Brandur durchgerungen, Johanna zu erzählen, was damals passiert ist, möchte aber, dass sie die Insel danach sofort verlässt. Vor dreißig Jahren sei er von einem Grind mit dem Boot zurückgekommen. Das Wetter sei fürchterlich gewesen an jenem Tag. Auf einmal sei ein verrückter Aktivist mit seinem Boot auf ihn zugekommen. Er sei stinksauer gewesen, weil die Aktivisten wieder einmal die Wale vertrieben hätten, und sei dann mit seinem Boot voll auf ihn zugefahren, der Aktivist sei jedoch unverändert auf seinem Kurs geblieben. Die Boote seien dann aufeinandergeprallt. Er sei beim Aufprall gegen die Bordwand geknallt. Als er wieder zu sich gekommen sei, sei der andere Mann tot gewesen. Er habe ihr die Schande ersparen wollen damit leben zu müssen, dass ihr Vater ein Mörder sei.

Letztendlich stellt sich heraus, dass Jogvan Jacobsen doch Wale taggt. Brandur meint, er sei ein Lügner, Jacobsen wehrt sich und erwidert, dass die verdammten Aktivisten sonst immer vor ihnen da seien und die Wale vertreiben würden. Weiter stellt sich heraus, dass Pierre der Sohn des seinerzeit auf See getöteten Franzosen war. Beide starben an einer Schädelfraktur. Während einer dramatischen Szenerie auf Jacobsens Fischerboot, bei der Johanna ernsthaft in Gefahr ist, kommt die ganze Wahrheit ans Licht. Jacobsen hat beide Franzosen, Vater und Sohn, umgebracht und Johannas Vater 30 Jahre lang in dem Glauben gelassen, dass er den Tod von Alain Moiret verschuldet habe.

Produktionsnotizen, Hintergrund

Mordlichter – Tod auf den Färöer Inseln wurde unter dem Arbeitstitel Die Toten aus dem Meer vom 26. September bis zum 24. Oktober 2023 auf den Färöer-Inseln und in Nordirland gedreht.[2] Für den Film, dessen Redaktion bei Niklas Wirth und Christoph Pellander, beide ARD Degeto, lag, zeichneten die Wasabi Film GmbH & Co.KG und die Amalia Film GmbH verantwortlich.[3] Die Produktionsleitung lag bei Winfried Demuss, die Herstellungsleitung bei Beate Baiser, Amy Moore und Kirsten Frehse (ARD Degeto).

In der ARD Mediathek wurde der Film ab dem 27. März 2025 vorab zur Verfügung gestellt. Die Erstausstrahlung im Programm der ARD Das Erste erfolgte am 29. März 2025 zur Hauptsendezeit.

Das Dialogbuch für die Synchronisation des Films für die nicht Deutsch sprechenden Schauspieler oblag Cornelius Frommann, die Dialogregie Roland Frey.[4] Außer den zugewiesenen Sprechern sind zu hören: Leonard Hohm, Dorothea Baltzer, Leo Douglas, Sophie Rogall, Susanne von Medvey, Michele Cuciuffo, Maria Rabl, Patrick Schröder, Tinka Kleffner und Nils Brünnig. Die Synchronisation umfasst primär die englischsprachigen Darsteller des internationalen Casts.

Hauptdarstellerin Odine Johne äußerte in einem Interview gegenüber der teleschau, dass sie verstehe, was in Johanna vorgehe. Als ihr klar geworden sei, dass sie ihr Leben lang belogen worden sei, wolle sie unbedingt Antworten finden und die Wahrheit endlich ans Licht bringen. Die Regisseurin Ute Wieland habe in ihrem Film darauf verzichtet, „die Walfang-Tradition einseitig zu verurteilen“. Vielmehr habe sie „eine grundsätzliche Frage in den Raum gestellt“, nämlich die, ob wir „das Recht haben, andere Nationen zu belehren, während es im eigenen Land genug Schlachthäuser, Massentierhaltung und Doppelmoral“ gebe.[5]

Fabian Riedner führte ein Interview mit Jan Krauter über den Film und bat ihn, zu erzählen, was ihn an dieser Rolle besonders gereizt habe. Krauter meinte, „sehr charmant“ finde er es, dass Bjørg kein routinierter Profi sei, was ihn auch am meisten gereizt habe. Da die Kriminalitätsrate auf den Inseln „gegen Null“ gehe, habe er schlichtweg noch keinen einzigen Mordfall behandelt. Das sei ein schöner Kontrast zu den üblichen sehr routinierten Fernsehkommissaren. Es habe ihm Spaß gemacht, seiner Figur beim Scheitern zuzusehen und ihn auf seinem Weg aus der Überforderung zu begleiten und dabei zu sein wie er letztlich sogar Blut lecke.[6]

Weiter wollte Riedner wissen, wie Krauter sich auf die brisanten Themen wie den Walfang und den Aktivismus der Tierschützer, also eine komplexe Thematik, vorbereitet habe. Der Schauspieler antwortete, dass er sich für Naturschutz interessiere und sich eh insoweit engagiere und daher von Haus aus ein bisschen im Thema drin sei. Er habe sich speziell zum Thema Grindwal-Jagd einige gute Dokumentationen zur Vorbereitung angeschaut. Auf die Frage, wie das Drehen in einer so außergewöhnlichen Kulisse an einem so abgelegenen und rauen Ort gewesen sei, führte Krauter aus, dass es wahnsinnig teuer sei auf Inseln zu drehen, weil dort die nötige Infrastruktur nicht vorhanden sei. Deshalb sei ein Teil des Films in Nordirland produziert worden. Dort sei die Landschaft nicht weniger beeindruckend und der auf den Inseln natürlich sehr ähnlich. Die Zusammenarbeit mit den Menschen, die an der Erfolgsserie Game of Thrones mitgewirkt hätten, sei eine wahre Freude gewesen. Ein erhebendes Gefühl sei es auch gewesen, an denselben Schauplätzen zu drehen, wo schon Eddard Stark und Co. gewandelt seien. Die Energie dieser nordischen Landschaft lasse einen jedenfalls verstehen, warum sie Ursprung so vieler Mythen sei.[6]

Riedner wollte weiter wissen, wie die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen gewesen sei. Krauter erläuterte, dass dies bereits der zweite Film sei, den er an der Seite von Odine Johne habe drehen dürfen und es sei wunderbar gewesen. Odine sei eine wahnsinnig „reiche“ Person, wahnsinnig klug und interessiert, sie habe eine große Emotionalität und Empathie, ohne dabei je ins Kitschige abzudriften. Auch habe sie eine unheimlich schöne und feine spielerische Intelligenz und dabei eine beeindruckende Bodenhaftung, die er sehr schätze. Er arbeite immer wieder gerne mit ihr zusammen. Des Weiteren hätten Johne und er das Vergnügen gehabt mit vielen nordirischen und britischen Schauspielern arbeiten zu dürfen. Diese hätten ihn mit ihrer unendlich konstruktiven Art und Weise zu arbeiten beeindruckt. Kurzum, es sei eine Freude gewesen, mit ihnen zu arbeiten.[6]

Auf die Frage, wie er sich der Dynamik zwischen seinem Charakter und Johanna genähert habe, insbesondere in Bezug auf die gemeinsame Vergangenheit, entgegnete Krauter, für seine Figur Bjørg sei es als würde ihm ein Geist aus der Vergangenheit erscheinen, als er Johanna wiedersehe. Sie mache ihm durch ihre bloße Anwesenheit deutlich, wie wenig sich in seinem Leben verändert habe. An ihr hafte eine Welt, die Bjørg noch nie betreten habe, was sie zwar interessanter für ihn mache, aber auch ein wenig schmerze. Riedners letzte Frage stellte darauf ab, was er hoffe, dass das Publikum aus dem Film mitnehme? Krauter meinte, er würde sich wünschen, dass so viele Menschen wie nur möglich, bei den Landschaftsbildern, die in dem Film zu sehen seien, zu einem ähnlichen Schluss kommen würden wie er: nämlich, dass diese Welt voller natürlicher Schätze und Reichtümer sei ganz abseits von seltenen Erden, Gold, Gas und Öl und dass niemand diese Schätze schützen könne außer uns Menschen.[6]

Rezeption

Kritik

Der Kritiker Tilmann P. Gangloff bewertete den Film, dem er 3½ von 6 möglichen Sternen gab, auf der Seite tittelbach.tv und führte aus, es handele sich um „ein Krimidrama mit viel Landschaft und Odine Johne als Journalistin, die in ihre Heimat“ zurückkehre, „um das Haus ihrer verstorbenen Eltern zu verkaufen“. Gangloff befand, „die Inszenierung der erfahrenen Regisseurin Ute Wieland“ sei „routiniert und solide, ohen besondere Akzente zu setzen; optisch“ lebe „der Film vor allem von den Bildern der zwar hügeligen, aber baumlosen Landschaft, die bei aller Kargheit dennoch eine gewisse Faszination“ ausstrahle. „Ein Wermutstropfen“ sei „jedoch wie in nahezu allen Auslandsproduktionen der ARD-Tochter Degeto die Synchronisation gerade der Nebenrollen“, was „zum Glück“ nicht für den irischen Schauspieler Patrick O’Kane gelte.[7]

Oliver Armknecht rezensierte den Film für film-rezensionen, gab ihm fünf von zehn möglichen Punkten und zog das Fazit: „‚Mordlichter – Tod auf den Färöer Inseln‘ begleitet eine Journalistin in die alte Heimat, wo ein junger Tierschützer ermordet wurde. Der Konflikt zwischen Tradition und Tierschutz ist zwar prinzipiell ein wichtiges Thema, wird aber kaum vertieft. Der Krimi selbst und die Figuren sind zudem langweilig. Dafür gibt es wieder fantastische Landschaftsaufnahmen.“ Armknecht meinte, „solche Krimis“ gebe es „wie Sand am Meer“. Wenn dann auch noch „eine tragische Vorgeschichte“ hinzukomme, habe man „endgültig das Gefühl, dass da einfach nur eine Checkliste abgearbeitet“ worden sei. Es sei „nicht einmal so,“ dass der Film „an sich sonderlich spannend geworden wäre“. Zwar gebe es recht früh „eine unerwartete Wendung. Ansonsten aber“ geschehe „da nur sehr wenig, das einem im Gedächtnis bleiben müsste“.[8]

Die Kritik des Filmdienstes/Lexikon des internationalen Films fiel ähnlich aus wie die von Armknecht. Dort befand man: „Krimi mit den nordischen Färöer-Inseln als rauer Kulisse und der aus Skandinavien-Thrillern sattsam bekannten düsteren Stimmung, die eher pflichtgemäß als originell beschworen wird. Auch Handlung und Figuren bleiben eher Durchschnitt, sodass sich die Spannung in Grenzen hält. – Ab 16.“[9]

Susanne Bald beschäftigte sich für das Fernsehmagazin Prisma mit dem Film und meinte, er sei „sehenswert weniger aufgrund des Kriminalfalls als der Thematik, die immer wieder für Schlagzeilen“ sorge. Der Film rege „nicht nur zum Nachdenken an, die grandiosen langen Landschaftseinstellungen“ machten „bei aller Düsternis des Films dennoch neugierig auf diese Färöer Inseln“. Einer der „wenigen Kritikpunkte“ müsse „bei allem Lob dennoch genannt werden“. Dass Bjørn und Johanna „als Kinder auf ihrer Färöer Insel ‚Eckstein, Eckstein, alles muss versteckt sein‘ gespielt haben wollen“, versetze „der Glaubwürdigkeit, die in Filmen, in denen deutsche Schauspieler Einheimische anderer Länder verkörpern, ohnehin schon leidet, einen weiteren und völlig unnötigen Stoß“. Aber das sei „Meckern auf hohem Niveau“.[10]

Die Redaktion von TV Spielfilm gab dem Film für Anspruch, Action und Spannung je einen von drei möglichen Punkten und zeigte mit dem Daumen nach oben. Weiter wurde ausgeführt, dass mit den Färöer Insel „ein spannender, ungewöhnlicher Schauplatz gefunden“ worden sei, „den Kamerafrau Eeva Fleig rau in Szene“ gesetzt habe – „auch wenn viele Szenen eigentlich in Nordirland entstanden“ seien. Dem „Drehbuchduo Martin Sommer und Christiane Dienger“ gelinge es „grandios, beide Seiten des Konflikts ausgeglichen, angemessen sachlich und ungeschönt blutig auszuleuchten“.[11]

Für das Online-Fernsehmagazin Quotenmeter.de beschäftigte sich Oliver Alexander mit dem Film, für den er 60 Prozent Ausschlag ansetzte. Alexander stellte auf die Färöer-Inseln ab, „eine dieser, die eigentliche keine Filmkulisse brauchten, weil sie selbst schon wie eine überdramatische Inszenierung“ wirkten. In diesem Film spielten sie „nun unverkennbar die Hauptrolle: rau, düster, abweisend, der perfekte Ort für mysteriöse Verbrechen und alte Familiengeheimnisse“. Alles stürze sich „in diese dunklen Fjorde – die Story, die Figuren, sogar die Kamera von Eeva Fleig, die mit jeder Einstellung zu betonen“ scheine, dass es hier „nicht um Menschen, sondern um die Naturgewalt“ gehe. Und das funktioniere auch – „manchmal“. Es gebe einen Punkt, „an dem sich der Film gleichzeitig in zwei Richtungen“ entwickele: „Einerseits spannend, düster, atmosphärisch aufgeladen, andererseits ein wenig klischeehaft und zu bemüht um seine politische Botschaft“. Der Film pendele „zwischen klassischem ‚Whodunnit?‘ und gesellschaftskritischem Kommentar, ohne sich klar für eine Richtung zu entscheiden. Einige Szenen“ seien „durchaus mitreißend inszeniert“, doch dann gebe es „wieder diese Momente, in denen die Dialoge aufgesetzt“ klängen, „die Konflikte zu sehr an der Oberfläche“ blieben, „die Figuren fast zu funktional“ wirkten, „als dass beim Zuschauer echtes Mitgefühl entstehen“ könne.[12]

Jens Gebhardt rezensierte den Film für das Fernsehmagazin Hörzu und war der Meinung, dass Hauptdarstellerin Odine Johne „sich mit ihrer zur Landschaft passenden spröden, ruhigen Ausstrahlung als perfekte Besetzung für die Rolle in diesem sehenswerten Krimi“ erweise. „Sehenswert“ sei der Film „weniger aufgrund des Kriminalfalls als der Thematik, die immer wieder für Schlagzeilen“ sorge. Damit waren die Bilder von in die Enge getriebenen Walen und Männern, die das Blutbad zu verantworten hatten, gemeint. ‚Mordlichter‘ rege „aber nicht nur zum Nachdenken an, die grandiosen langen Landschaftseinstellungen“ machten „bei aller Düsternis des Films dennoch neugierig auf diese Färöer Inseln“.[13]

Auf der Seite Inside BW setzte sich Tobias Baumann mit dem Film auseinander und meinte, dies sei „kein klassischer Whodunit – sondern ein emotional aufgeladener Thriller über Schuld, Schweigen und die Frage, wie weit Menschen gehen, um ihre Tradition zu schützen. Die raue Natur der Insel, die tosende See und die eindrucksvolle Kameraarbeit von Eeva Fleig“ hätten eine „dichte Atmosphäre, in der sich alles jederzeit entladen“ könne, geschaffen. Das Drehbuch von Christiane Dienger und Martin Sommer verbinde „Gesellschaftskritik, Familiendrama und Mordermittlung – ohne Klischees, aber mit vielen Wendungen“. Baumann lobte zudem die „starke Besetzung für einen düsteren Fall“.[14]

Einschaltquote

Der Film erreichte bei seiner Erstausstrahlung im Programm Das Erste 6,18 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 25,5 Prozent entsprach.[7]

Einzelnachweise

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