Moritz Hasper

1799 - 1846 From Wikipedia, the free encyclopedia

Moritz Hasper (* 3. Januar 1797 in Eilenburg; † 29. September 1846 in Leipzig) war ein deutscher Mediziner und Professor an der Universität Leipzig. Er erlangte wissenschaftliche Bedeutung durch seine systematischen Arbeiten zur Tropenmedizin sowie seine langjährige redaktionelle Tätigkeit für die Schmidt’schen Jahrbücher der in- und ausländischen gesammten Medicin.

Leben

Moritz Hasper wurde 1797 in Eilenburg geboren.[1] Er entstammte der sächschischen Bürger- und Gelehrtenfamilie Hasper, deren Stammfolge bis nach Thum im Erzgebirge zurückreicht.[2]

Er studierte Medizin an der Universität Leipzig und wurde dort 1821 mit der Arbeit De natura irritabilitatis zum Dr. med. promoviert.[3] Im Wintersemester 1822 wurde er Privatdozent in Leipzig, wobei er sich zunächst auf Vorlesungen über Hautkrankheiten konzentrierte. 1826 wurde er zum Professor Extraordinarius ernannt. Sein Lehrspektrum war vielseitig und umfasste neben der Dermatologie auch die Semiotik, die allgemeine Pathologie sowie die Medizingeschichte.

Im Jahr 1843 bewarb sich Hasper zusammen mit Carl August Neubert um die Nachfolge von Johann Christian August Heinroth auf den Lehrstuhl für Psychische Heilkunde (Psychiatrie) in Leipzig. Die Bewerbung blieb jedoch erfolglos, da die Fakultät zu diesem Zeitpunkt die Besetzung des Lehrstuhls aufgrund interner Umstrukturierungen und einer kritischen Haltung gegenüber Heinroths Lehren verzögerte.[4]

Hasper verstarb 1846 im Alter von 49 Jahren in Leipzig.

Wissenschaftliches Wirken

Tropenmedizin

Ein bedeutender Schwerpunkt Haspers Arbeit lag in der Aufarbeitung medizinischer Erkenntnisse aus den Tropen für den Wissenschaftsdiskurs in Europa, wodurch er als einer der frühen Vermittler globalen medizinischen Wissens in Deutschland gilt. 1831 veröffentlichte er sein zweibändiges Hauptwerk Ueber die Natur und Behandlung der Krankheiten der Tropenländer. Darin wertete er systematisch internationale Berichte, u. a. von James Lind aus, um klimatische Einflüsse auf die Entstehung von Krankheiten in heißen Zonen zu analysieren. Damit leistete er einen frühen Beitrag zur vergleichenden geografischen Pathologie.[5]

Cholera-Kontroverse

Während der Cholera-Pandemie von 1831 veröffentlichte Hasper in Hufelands Journal der praktischen Heilkunde einen viel beachteten Aufsatz zur Pathologie der Cholera. Er vertrat die Ansicht, die Krankheit beruhe auf einer krankhaften Veränderung des Blutes. Als Therapie empfahl er, damaligen medizinischen Standards entsprechend Aderlässe. Damit stand er in scharfem Gegensatz zur Homöopathie des zur selben Zeit in Leipzig wirkenden Samuel Hahnemann.[6]

Redaktionelle Tätigkeit

Einen wesentlichen Teil seines Berufslebens widmete Hasper der medizinischen Publizistik. Er war langjähriger Redakteur und Rezensent der Jahrbücher der in- und ausländischen gesammten Medicin (begründet von Carl Christian Schmidt), einem der einflussreichsten medizinischen Referenzorgane der damaligen Zeit. In dieser Rolle trug er wesentlich zur Aufbereitung internationaler, medizinischer Literatur für den deutschsprachigen Raum bei.[7]

Schriften (Auswahl)

  • De natura irritabilitatis. Dresden 1821 (Dissertation).
  • Ueber die Natur und Behandlung der Krankheiten der Tropenländer. 2 Bände. Hartmann, Leipzig 1831.
  • Novus thesaurus semiotices pathologicae. Hartmann, Leipzig 1825.

Literatur

  • Holger Steinberg: 200 Jahre Psychiatrie an der Universität Leipzig: Personen und Konzepte. Springer, Heidelberg 2005, ISBN 978-3-540-25075-3.
  • August Hirsch (Hrsg.): Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte aller Zeiten und Völker. Band 3, Urban & Schwarzenberg, Wien/Leipzig 1886, S. 72.

Einzelnachweise

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