Moriz Glattauer
österreichischer Geiger und langjähriges Mitglied der Wiener Philharmoniker, Opfer des Holocaust
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Moriz Glattauer (16. Jänner 1870 in Wien; 2. Februar 1943 in Theresienstadt)[1] war ein österreichischer Violinist. Er gehörte bis Ende 1937 dem Orchester der Wiener Staatsoper und den Wiener Philharmonikern an.
Leben und Wirken
Moriz Glattauer wurde als Sohn von Samuel Glattauer und dessen Frau Barbara geboren. Seine drei Geschwister waren Emil, Ernestine und Friedrich. Er war Mitglied der Israelitischen Kultusgemeinde Wien.[1] Sein Violinstudium absolvierte er von 1882 bis 1886 am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und schloss mit dem Diplom ab. Zu seinen Lehrern zählten Joseph Hellmesberger junior und Josef Maxintsak (Mitglied der k.k. Hofkapelle und des k.k. Hofopernorchesters). Glattauer wurde am 1. April 1916 Mitglied des Orchesters der k.k. Hofoper und der Wiener Philharmoniker in der Instrumentengruppe der ersten Violinen. Anfang Jänner 1938 wurde er pensioniert.[1]
In erster Ehe war Glattauer mit Rudolfine, geb. Hertzka (1882–1906), verheiratet. 1915 heiratete er Anna, geb. Schidlof (1885–1944).[1] Im Jahr 1940 wurde das Ehepaar aus seiner Wohnung in der Riemergasse 8 delogiert und musste in eine Sammelwohnung ziehen. Zuletzt lebten sie in der Annagasse 3.[1]
Glattauer wurde gemeinsam mit seiner Frau verhaftet und am 14. Juli 1942[2] mit dem 31. Transport nach Theresienstadt deportiert,[1] wo er am 2. Februar 1943 starb. Als Todesursache wurde eine Phlegmone des Gesichts angegeben.[3] Seine Ehefrau wurde am 15. Mai 1944 mit dem Transport Dz in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet.[1][4]
Gedenken
2022 wurde für Moriz Glattauer und seine Ehefrau Anna vor dem Haus Riemergasse 8 im ersten Wiener Gemeindebezirk ein Stein des Gedenkens verlegt.[5]
Literatur
- Bernadette Mayrhofer: Moriz Glattauer (Violine I). (PDF) In: Wiener Philharmoniker. Abgerufen am 16. Januar 2026.