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Mosher-Säure

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Die Mosher-Säure (abgekürzt als MTPA vom englischen α-Methoxy-α-trifluoromethylphenylacetic acid) ist eine chirale Carbonsäure, die von Harry S. Mosher (1915–2001) eingeführt wurde, um chirale Verbindungen wie Alkohole oder Amine in die entsprechenden Diastereomeren Ester bzw. Säureamid zu überführen.[3][4][5][6] Beide Enantiomere [die (S)- oder die (R)-Form] der chiralen Mosher-Säure können hierzu eingesetzt werden. Aufgrund seiner sehr viel höheren Reaktivität wird häufig auch das Säurechlorid verwendet.[7]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformeln beider Enantiomerer der Mosher-Säure
(R)-Mosher-Säure (links) und (S)-Mosher-Säure (rechts)
Allgemeines
Name Mosher-Säure
Andere Namen
  • 3,3,3-Trifluor-2-methoxy-2-phenylpropansäure (IUPAC)
  • MTPA
  • α-Methoxy-α-trifluormethylphenylessigsäure
Summenformel C10H9F3O3
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer (Listennummer) 625-074-7
ECHA-InfoCard 100.153.604
PubChem 86531
ChemSpider 78043
Wikidata Q408407
Eigenschaften
Molare Masse 234,17 g·mol−1
Dichte

1,303 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt
  • 40–45 °C (Racemat)[2]
  • 46–49 °C [(R)-Form oder (S)-Form][1]
Siedepunkt

95–97 °C (0,05 mmHg)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338[2]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).
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Anwendung

Die enantiomerenreine Mosher-Säure wird als chirales Derivatisierungsreagenz von Alkoholen oder Aminen benutzt, um eine chirale Verbindung in ein Diastereomer zu überführen. Schematisch wird die Umsetzung von racemischem Amphetamin mit enantiomerenreinem (S)-Mosher-Säurechlorid gezeigt. Durch das Überführen der (R)-Mosher-Säure in das Säurechlorid ändert sich gemäß den CIP-Regeln die Benennung von (R) zu (S). Die Enantiomere (R)- und (S)-Amphetamin zeigen identische NMR-Spektren, jedoch unterscheiden sich die Diastereomere (RS) und (RR) im NMR voneinander.

Reaktion von (S)-Mosher-Säurechlorid mit racemischen Amphetamin
Reaktion von (S)-Mosher-Säurechlorid mit racemischen Amphetamin

Je nach Resonanz sind Shifts von bis zu 47 Hertz möglich.[8]

Mit Hilfe der Diastereomere kann der Enantiomerenüberschuss einer stereospezifischen Reaktion bestimmt oder die absolute Stereochemie eines Produkts ermittelt werden. Zur Bestimmung der absoluten Konfiguration werden die 1H- und 19F-NMR-Spektroskopie benutzt.[9]

Einzelnachweise

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