Movimento Democrático Brasileiro (1966)
ehemalige brasilianische politische Partei (1966 - 1980)
From Wikipedia, the free encyclopedia
Die Movimento Democrático Brasileiro (deutsch Brasilianische Demokratische Bewegung), kurz MDB, war eine politische Partei in Brasilien. Sie hatte keine klare programmatische Ausrichtung, sondern diente als Sammelbecken für alle Kräfte, die sich als Opposition zur brasilianischen Militärdiktatur verstanden.

Geschichte
Nach der Machtübernahme durch das brasilianische Militär im Jahr 1964 wurden zwar alle bestehenden Parteien verboten, doch anders als in den meisten anderen lateinamerikanischen Diktaturen kein Einparteiensystem installiert. Stattdessen etablierten die neuen Machthaber ein Zweiparteiensystem mit der Aliança Renovadora Nacional (ARENA) als Regierungs- und der MDB als Oppositionspartei. Allerdings war das Kräfteverhältnis zwischen diesen Parteien asymmetrisch und die MDB hatte keine Chance, ARENA als Regierungspartei abzulösen.
Obwohl die MDB auch Liberale und Konservative umfasste, war sie doch am stärksten von Sozialdemokraten geprägt. Mit der Politik des distensão von Ernesto Geisel konnte die MDB bei den Parlamentswahlen im November 1974 einen Wähleranteil von 50 %[1] erreichen, während ARENA nur auf 34,7 %[1] kam. Mit Blick auf die 1976 folgenden Gemeindewahlen setzte die Repression gegen die Opposition wieder ein, wozu sich die Diktatur der Einführung des Falcão-Gesetzes[1] bediente.
Als das Militär 1979 das Zweiparteiensystem auflöste, wanderten die Mitglieder hauptsächlich in drei Richtungen ab: Viele Linke gingen zum neugegründeten Partido dos Trabalhadores (PT). Andere wechselten in die systemloyale Oppositionspartei Partido Popular (PP),[1] während die dritte Nachfolgepartei, der Partido do Movimento Democrático Brasileiro[1] (PMDB), als nicht systemloyal galt. Die Partei ARENA ihrerseits transformierte sich zum Partido Democrático Social (PDS). Der PP fusionierte allerdings nach einer erneuten Verschärfung des Wahlrechts (Pacote de Novembro[1]) zur Parlamentswahl im November 1982 mit dem PMDB. Auf dem Nationalkonvent 2017 beschloss der PMDB, den früheren Namen wieder anzunehmen.[2][3]
Literatur
- Stefan Rinke, Frederik Schulze: Kleine Geschichte Brasiliens (= Beck’sche Reihe 6092), C. H. Beck, München 2013.