Mridula Garg

indische Schriftstellerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Mridula Garg (Hindi मृदुला गर्ग; * 25. Oktober 1938 in Kalkutta)[1] ist eine indische Schriftstellerin.[2] Zu ihren bekanntesten Werken zählt der 1979 erschienene Roman Chittacobra (deutsch Die gefleckte Kobra), der weibliches Begehren und die Grenzen der Ehe thematisiert.[3] Für Miljul Mann erhielt sie 2013 den Sahitya Akademi Award.[4] Für Kathgulab wurde sie 2004 mit dem Vyas Samman ausgezeichnet.[5]

Mridula Garg (2013)

Leben

Garg absolvierte ein Studium der Wirtschaftswissenschaften, das sie 1960 abschloss. Danach lehrte sie drei Jahre lang an der University of Delhi.[1] Sie begann in den 1970er-Jahren zu veröffentlichen; mit Chittacobra (1979) sorgte sie früh für Aufsehen.[3] Nach dem Abdruck von Passagen in der Zeitschrift Sarika geriet der Roman ins Visier von Sittenwächtern, und sie wurde kurzzeitig zusammen mit ihrem Verleger festgenommen.[5] Das Verfahren wegen „Obszönität“ wurde später zurückgezogen.[6] Im Laufe der Jahrzehnte veröffentlichte sie über 30 Bücher.[6] Im Jahr 2018 erschien ihr auf Englisch verfasster Roman The Last Email.[7] 2023 legte sie eine eigene englische Übersetzung von Chittacobra vor.[6] 2025 wurde Garg Gegenstand des Dokumentarfilms Qissa Be-Lagam der Filmemacherin Sangeeta Gupta.[8] Sie lebt in Delhi.[1]

Wirken

Garg veröffentlichte rund 30 Bücher in Hindi.[1] Ihr Œuvre umfasst acht Romane, vier Theaterstücke, vier Essaybände, einen Reisebericht sowie rund 90 Kurzgeschichten.[5] Ihr Prosawerk befasst sich mit weiblicher Autonomie, Begehren und den sozialen Zwänge der Ehe. Ihr Roman Chittacobra durchbricht gängige Vorurteile und thematisiert Intimität außerhalb der Ehe.[3] Kritiken hoben hervor, dass der Roman weder einfache Entschuldigungen noch stereotype Plotlösungen anbietet und dadurch bis heute von Bedeutung ist.[3]

Garg betonte wiederholt, dass Frauen in der Liebe oftmals furchtloser seien – eine Haltung, die sich auch in The Last Email niederschlägt.[2] Der zuerst auf Englisch erschienene Roman The Last Email wurde als bewegende E-Mail-Korrespondenz zweier alter Liebender besprochen.[7] Garg positionierte sich öffentlich gegen Zensur und für Meinungsfreiheit und schilderte die Folgen der Auseinandersetzungen um Chittacobra für ihr Schreiben.[9] Zugleich mahnte sie 2015 im Kontext der Proteste rund um Preisrückgaben, die Institution Sahitya Akademi nicht zu beschädigen.[10]

Werke (Auswahl)

  • A Touch of Sun. National, New Delhi, 1982 (original Uske Hisse ki Dhup, 1975).
  • Die gefleckte Kobra = Chittakobara. Aus dem Hindi übersetzt von Indu Prakash Pandey und Heidemarie Pandey. Hrsg. von Wolfgang Herwig. Ed. Collage, Hildesheim 1987, ISBN 3-924479-18-6 (original Cittakobra, 1979).
  • Daffodils on Fire and other Stories. National Pub. House, New Delhi 1990, ISBN 81-214-0306-5 (original Daffodil jal rahe hain, 1978).
  • Country of Goodbyes. Kali for Women, New Delhi 2003, ISBN 81-86706-62-3 (original Kathgulab, 1996).
  • Anitya: Halfway to Nowhere. Oxford University Press, New Delhi 2010, ISBN 978-0-19-806525-8 (original Anitya, 2004).
  • Erzählungen Vom Gletscher, Abscheu und An die Stadt. In: Chili, Chai, Chapati. Geschichten aus Indien. Kitab-Verlag, Klagenfurt-Wien 2011, ISBN 978-3-902585-80-6 (original Gleśiyar, 1980; Vitṛṣṇa aus Urf saim, 1990, und Śahar ke nām, 1990).
  • The Last Email. Speaking Tiger, New Delhi 2017, ISBN 978-93-8633893-8.

Einzelnachweise

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