Much (Cartoonist)
österreichischer Cartoonist
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Much (bürgerlich Michael Unterleitner, * 5. Mai 1947 in Schwaz; † 17. November 2025 in Natters)[1] war ein österreichischer Cartoonist.

Leben
Michael Unterleitner wuchs in Landeck (Tirol) auf. Als er 14 Jahre alt war, zog die Familie nach Innsbruck[2], wo er das 2. Bundesrealgymnasium (heute Reithmanngymnasium) besuchte. Er war Mitglied im von Sigmund Kripp geleiteten Jugendzentrum MK (Marianische Kongregation) und arbeitete an der Schülerzeitschrift Wir diskutieren mit. Ab 1965 vertrat er sie als Chefredakteur im Konsult der MK.[3] Im Jahr darauf kam sein 16-jähriger Bruder Andreas durch eine Lawine ums Leben, was auch das ganze Jugendzentrum sehr bewegte.[4] 1967 ging Unterleitner mit anderen Maturanten der MK für ein Jahr als Entwicklungshelfer nach Rhodesien (die heutige Republik Simbabwe).[5][6]
In Salzburg, wo er Politikwissenschaft studierte, lernte Unterleitner seine Frau Carol kennen. Als sie eine Anstellung bei der UNO erhielt, folgte er ihr nach Wien.[2] Unter dem Kürzel „Much“ publizierte er zunächst in Salzburg erste Cartoons für den VSStÖ und die Sozialistischen Nachrichten. Als ihn die Österreichische Bergbauernvereinigung (ÖBV) bat, für ihre Zeitschrift Die Bergbauern (heute Bäuerliche Zukunft) zu zeichnen, wurde die Neigung langsam zum Beruf. Much blieb der ÖBV über 40 Jahre lang als Cartoonist treu.[7][8] Neben Manfred Deix arbeitete er zudem für das Magazin Extrablatt. Ab 1977 veröffentlichte er in der Monatszeitschrift der Unabhängigen Gewerkschaftsfraktion Die Alternative regelmäßig seine gezeichneten Kommentare zur politischen Lage der Nation, die 30 Jahre später unter dem Titel Much Fehleinschätzungen in Buchform herausgegeben wurden. Weitere Bücher entstanden aus Cartoons für die Zeitschriften Die Bergbauern, News und Falter.[7][9][10]
Laut Peter Pilz war Much „einer der besten Cartoonisten des Landes – und sein unbekanntester“, was Pilz auf zwei Eigenschaften zurückführte, „die ihn privat auszeichneten und ihm beruflich im Weg standen: seine ungewöhnliche Sanftheit und sein völliger Mangel an Ehrgeiz. Er fertigte seine Cartoons für die, die er mochte: seine Sozialarbeiter, seine Bergbauern und seine Freunde.“[10]
Publikationen
Alle unter seinem offiziellen Namen Michael Unterleitner:
- Das Much-Buch. Much’s Kompendium der Staatsgewalt. AKS-Verlag 1979.
- Much – Tolle Perspektive. Elefanten Press Verlag, Berlin 1981, ISBN 978-3885200727.
- mit Harald Irnberger: I bin Österreicher. TOMUS-Verlag, München 1986, ISBN 978-3823107217.
- Schad’ ums Geld. Löwenzahn Verlag, Innsbruck 1990, ISBN 978-3900521103.
- Kraut & Rüben. Cartoons zur Landwirtschaft. Edition Löwenzahn, Innsbruck 1994, ISBN 3-7066-2102-9.
- mit Rudi Klein, Tex Rubinowitz, Nicolas Mahler, Armin Thurnher: Computer ohne Gnade. Falter Verlag, 2001, ISBN 978-3-85439-281-1.
- mit Rudi Klein, Nicolas Mahler, Tex Rubinowitz, Gernot Alterhoff, Klaus Nüchtern: Altern ohne Hose. Falter Verlag, 2001, ISBN 978-3-85439-280-4.
- mit Rudi Klein, Nicolas Mahler, Tex Rubinowitz, Wolfgang Kralicek: Sex ohne Würde. Falter Verlag, 2001, ISBN 978-3-85439-279-8.
- mit Rudi Klein, Nicolas Mahler, Tex Rubinowitz, Samir H. Köck: Wohnen ohne Plan. Falter Verlag, 2002, ISBN 978-3-85439-304-7.
- mit Peter Cerwenka, Georg Hauger, Peter Kufner, Oliver Schopf, Dieter Zehentmayr: Ja, so ist das gewesen. Österreichischer Kunst- und Kulturverlag, 2003, ISBN 978-3-85439-280-4.
- mit Alfred Bastecky: Much – Fehleinschätzungen II. Mandelbaum Verlag, Wien 2007, ISBN 978385476-236-2.
- mit Manfred Höfler, Dietmar Bodingbauer, Hubert Dolleschall, Franz Schwarenthorer: Abenteuer Change Management. Frankfurter Allgemeine Buch 2010, ISBN 978-3-89981-242-8.
Weblinks
- Cartoons von Much für die Wiener Straßenzeitung Augustin
- Sechs Wochen Arbeit im Kibbutz – Bericht von Much in Wir diskutieren vom 17. Oktober 1963