Multiple Kill Vehicle
Raketenabwehrsystem
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Das Multiple Kill Vehicle (MKV)[1] ist ein Abwehrsystem und Teil eines Rüstungsprojekts, bestehend aus mehreren kinetischen Gefechtsköpfen zur Abwehr von Interkontinentalraketen (ICBM oder SLBM) außerhalb der Erdatmosphäre.
Prototypen werden von den Rüstungsunternehmen Lockheed Martin[2] und Raytheon bzw. RTX entwickelt[3]. Das System ist ähnlich zu dem Exoatmosphärischen Kill Vehicle (EKV). Die Kurzbezeichnung ist auch Kill Vehicle (KV).
Beschreibung
Das MKV-Programm wurde initiiert, um eine schnelle Saturierung des US-Raketenabwehrsystems durch MIRV-Sprengköpfe zu verhindern oder zumindest zu verzögern. Eine einzelne, moderne Interkontinentalrakete (z. B. vom Typ Bulawa-30 oder Peacekeeper) kann mit bis zu 10 Gefechtsköpfen bestückt werden, was den Einsatz von mindestens 10 Abwehrraketen nötig macht. Bereits bei mehr als fünf MIRV-bestückten Interkontinentalraketen würde das Abwehrsystem daher höchstwahrscheinlich überlastet sein.
Um dieses Problem zu lösen, basiert das MKV-System im Wesentlichen auf dem MIRV-Konzept: Es sollen mehrere kinetische Abfangsgefechtsköpfe in einer einzelnen Abwehrrakete untergebracht werden, um so die zahlenmäßige Überlegenheit des Angreifers zu neutralisieren. Je nach Konzept sind hier bis zu 20 Gefechtsköpfe möglich. Es müssen nur geringfügige Änderungen an der Trägerrakete vorgenommen werden, da der Formfaktor des jeweiligen originalen Gefechtskopfes beibehalten wird.
MKV-L
Das MKV-Konzept von Lockheed Martin sieht eine größere, zentrale Sensoreinheit vor, um die die einzelnen Gefechtsköpfe (zwölf Stück) gruppiert werden. Die zentrale Einheit ist für die Zielerfassung, die Kommunikation mit dem Bodensegment und die Steuerung der Gefechtsköpfe zuständig. Ein Test am 2. Dezember 2008 demonstrierte die Fähigkeiten der Lagekontrolltriebwerke.
MKV-R
Das MKV-Konzept von Raytheon sieht anders als der Entwurf von Lockheed Martin keine Zentraleinheit vor, sodass nur gleichartige Gefechtsköpfe in der Abfangrakete untergebracht werden.
Trägerplattformen
Für das System sollen die folgenden Trägerraketen verwendet werden: