Munera

From Wikipedia, the free encyclopedia

Munera (lateinisch munus, Sg.) bezeichnete in der römischen Antike generell einen Dienst für die Allgemeinheit. Bei einer Übersetzung ins Deutsche kommen diverse Worte in Betracht, wie Aufgabe, Amt, Geschenk, Opfer, Schauspiel, Gefälligkeit. Ähnlich der griechischen Leiturgie war das Feld der möglichen Leistungen breit gefächert.[1]

Folgende Aufgaben können zu den gängigeren munera gezählt werden:

  • Finanzierung von öffentlichen Spielen und Feierlichkeiten, besonders bei Ädilen[2]
  • Spiele in der Arena, das heißt sowohl Gladiatorenspiel und -dienst (munus gladiatorum) als auch Tierhetzen (venationes)[3]
  • Militärdienst (munera militae), insbesondere der normale Dienst des einfachen Legionärs, der aus Wache, Lagerbau, Transportarbeiten u. ä. bestand
  • Abgaben für die Versorgung der Armee[4]
  • Zivilämter (munera civilia), sowohl ordentliche Magistraturen und außerordentliche Funktionen, wie z. B. Curator aquarum als auch Subalternämter, wie z. B. saccarius (Ladehelfer auf Schiffen)[5]

Literatur

  • Carsten Drecoll: Die Liturgien im römischen Kaiserreich des 3. und 4. Jh. n. Chr. Stuttgart 1997 (Diss. Freiburg 1996).
  • Dirk Schlinkert: Ordo Senatorius und Nobilitas: Die Konstitution des Senatsadels in der Spätantike. Stuttgart 1996 (Diss. Göttingen 1995).
  • Gabriele Wesch-Klein: Soziale Aspekte des römischen Heerwesens in der Kaiserzeit. Stuttgart 1998.
  • Gabriele Wesch-Klein: Commeatus id est tempus, quo ire, redire quis possit. Zur Gewährung von Urlaub im römischen Heer. In: Géza Alföldy, Brian Dobson, Werner Eck (Hrsg.): Kaiser, Heer und Gesellschaft in der römischen Kaiserzeit. Stuttgart 2000, S. 459–478.

Anmerkungen

Related Articles

Wikiwand AI