Museo de la Mujer

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Das Museo de la Mujer ist ein Museum zur Frauengeschichte Mexikos im Bezirk Cuauhtémoc von Mexiko-Stadt.

Museo de la Mujer (2018)

Das Museum

Das Frauenmuseum ist ein Museum der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM),[1] das die historischen Beiträge von Frauen zur Entwicklung und zum Aufbau Mexikos darstellt.[2] Es hat sich zum Ziel gesetzt, die mexikanische Geschichte von der präkolumbischen Zeit bis zur Gegenwart aus einer Geschlechterperspektive zu beleuchten, zu würdigen und sicherzustellen, dass die Geschichte der Frauen in Mexiko sichtbar ist.[3]

Die Vorarbeit zur Gründung des Museums leistete die promovierte Historikerin mit Schwerpunkt Lateinamerikastudien und Professorin für „Geschichte der Frauen in Mexiko“ Patricia Galeana Herrera, die sich ab 1995 um staatliche und institutionelle Unterstützung zur Umsetzung ihres Vorhabens bemühte[4] und Gründerin und Direktorin des Frauenmuseums wurde.[3] Das Museum wurde am 8. März 2011 eröffnet. Es befindet sich in der Calle de Bolivia 17 im historischen Zentrum von Mexiko-Stadt und nutzt ein Gebäude, das früher als Universitätsverlag- und druckerei diente.[5]

Clementina Díaz y de Ovando-Bibliothek

2022 wurde ein Erweiterungsbau für das Bibliotheks- und Dokumentationszentrum und das Auditorium fertiggestellt.[3] Die Bibliothek ist nach Clementina Díaz y de Ovando benannt, der ersten Leiterin eines Forschungsinstituts in Mexiko, und umfasst über 2.600 Titel mit Schwerpunkt auf Geschlechterfragen und Menschenrechte.[3]

Verteilt im Museum und in den Themenräumen befinden sich historische Exponate und eine umfangreiche Sammlung von Werken, Lithografien, Stichen, Aquarellen, Ölgemälden, Fotografien und Skulpturen zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, darunter Raúl Anguiano, Glenda Hecksher, Pablo O’Higgins, Guillermo Ceniceros und Federico Silva.[1][6]

Neben den Ausstellungen bietet das Museum Vorträge und Seminare zu Geschlechterfragen, Menschenrechten und Frauengeschichte, veranstaltet Lesungen und Musikabende zeitgenössischer Künstlerinnen und stellt kostenlose Rechts- und psychologische Beratung in Zusammenarbeit mit dem Mexikanischen Verband der Studentinnen (FEMU).[1]

Dauerausstellung

Die von Patricia Galeana kuratierte Dauerausstellung[4] wird in zehn Themenräumen präsentiert,[3] von denen acht die verschiedenen Aspekte der Frauengeschichte in Mexiko beleuchten und zwei Räume die Geschichte der Suffragetten und der Vereinigten Front für die Rechte der Frauen (Frente Único Pro Derechos de la Mujer) sowie die vier Wellen des Feminismus zeigen.[1] Zwei weitere Räume werden für Wechselausstellungen genutzt.[3] Die Räume des Museums sind klein und für Gruppen von maximal zehn Personen ausgelegt.[4]

  • Raum 1 „Gleichberechtigung – ein universelles Prinzip der Harmonie“ (Equidad, principio universal de armonía) beschäftigt sich mit der Umsetzung der in Artikel 4 der mexikanischen Verfassung festgelegten Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen und den bestehenden Missständen, wie etwa der fehlenden Umsetzung des verfassungsrechtlichen Grundsatzes des gleichen Lohns für gleiche Arbeit, der hohen Zahl an Femiziden, Missbrauch und geschlechtsspezifischer Gewalt.[7]
  • Raum 2 „Die duale Weltsicht des alten Mexiko“ (Cosmovisión dual del México antiguo) beleuchtet die Stellung der Frau in präkolumbischer Zeit und ihre Rechte oder das Fehlen dieser im Aztekenreich und in der Maya-Zivilisation, in der Frauen, je nach dem vorherrschenden politischen System, weniger Rechte als Männer hatten.[8]
  • Raum 3 „Der Marianismo in Neuspanien“ (El Marianismo Novohispano) befasst sich mit dem Leben von Frauen während der Kolonialzeit in Neuspanien, der zwangsweisen Durchsetzung des Katholizismus nach der spanischen Eroberung, der darauf folgenden Festigung der patriarchalischen Gesellschaft und der untergeordneten Rolle der Frau, die während der Kolonialzeit auf das häusliche Leben und das Rollenideal des Marianismo beschränkt war.[9]
  • Raum 4 „Aufständische Frauen“ (Las Mujeres insurgentes) benennt die Frauen, die sich aktiv im Mexikanischen Unabhängigkeitskrieg beteiligt hatten, ob als Spioninnen und Botinnen, mit der Waffe oder in der Versorgung der Aufständischen mit Nahrung und medizinischer Hilfe. Dazu gehörten etwa Josefa Ortiz de Domínguez, Leona Vicario, Gertrudis Bocanegra und La Güera Rodríguez. Letztere erlangte auch durch die Überschreitung traditioneller Frauenrollen Berühmtheit.[10]
  • Raum 5 „Freiheit und Bildung“ (Libertad y educación) behandelt die Zeit ab der Unabhängigkeit Mexikos, nach der sich die Situation für Frauen nur langsam änderte. Die Einführung einer kostenlosen, verpflichtenden und säkularen Grundschulbildung, weiterführender Schulen für junge Frauen, einer Kunstgewerbeschule für Frauen, einer Höheren Schule und der Zugang zu Universitäten führte schließlich für Frauen zu einer der der Männer ähnlichen Bildung.[11]
  • Raum 6 „Von Lehrerinnen zu Revolutionärinnen“ (De maestras a revolucionarias) beschäftigt sich mit der Rolle der Frauen in der Zeit vom späten 19. bis zum frühen 20. Jahrhundert und ihren Protesten während der autoritären Regierungszeit von Porfirio Díaz bis zur Mexikanischen Revolution 1910. Die Beteiligung von Lehrerinnen an den Lehrerseminaren spielte dabei eine zentrale Rolle.[12]
  • Raum 7 „Bürgerrechte von Frauen“ (La ciudadanía de las mujeres) beleuchtet die jahrzehntelangen Bestrebungen um das Frauenwahlrecht, das sich in den 1920er und 1930er Jahren fortsetzte und erst 1953 auf Bundesebene durchgesetzt werden konnte.[13]
  • Raum 8 „Die Suffragetten und die Vereinigte Front für Frauenrechte“ (Las sufragistas y el Frente Único Pro Derechos de la Mujer) befasst sich mit der Suffragettenbewegung in Mexiko und den ersten Bestrebungen zur Teilhabe ab 1824, der Entstehung der ersten feministischen Organisationen während der Mexikanischen Revolution bis zur Gründung der Allianz der Frauen Mexikos.[14]
  • Raum 9 „Von der feministischen Revolution bis heute“ (De la revolución feminista al tiempo presente) benennt neben dem internationalen und nationalen historischen Kontext die politische und wirtschaftliche Teilhabe mexikanischer Frauen sowie ihre Situation im Gesundheits- und Bildungswesen von den 1950er Jahren bis 2010.[15]
  • Raum 10 „Die Wellen des Feminismus“ (Olas del feminismo) behandelt die verschiedenen Wellen der Frauenbewegung und ihre Errungenschaften.[16]

Wechselausstellungen (Auswahl)

  • 2025: El ejército de cabellos largos (Die Armee der Langhaarigen)
  • 2025: La Nueva civilización (Die neue Zivilisation)
  • 2023: Niñas vendidas (Verkaufte Mädchen)
  • 2023: Trabajadoras mexicanas del siglo XIX (Mexikanische Arbeiterinnen des 19. Jahrhunderts)
  • 2019: La princesita (Die kleine Prinzessin)
  • 2019: Las parcas distraídas (Die abgelenkten Schicksalsgöttinnen)
  • 2019: Amazonas Inmortales (Unsterbliche Amazonen)
  • 2019: La Mujer Israelita (Die israelitische Frau)
  • 2018: Anacronía que late y se expande como estela de fuego (Ein Anachronismus, der pulsiert und sich ausbreitet wie eine Feuerspur)[17]
Commons: Museo de la Mujer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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