Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach

staatliches Spezialgymnasium in Berlin From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach ist ein öffentliches Musikgymnasium in der Rheinsberger Straße 4/5 im Ortsteil Mitte des gleichnamigen Berliner Bezirks. Musikalisch hochbegabte Kinder und Jugendliche werden dort ab der 5. Klasse unterrichtet.

Schulnummer01Y04
Gründung1950
AdresseRheinsberger Straße 4/5
10115 Berlin
Schnelle Fakten Schulform, Schulnummer ...
Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach
Schulform Staatliches Spezialgymnasium (Schule besonderer pädagogischer Prägung)
Schulnummer 01Y04
Gründung 1950
Adresse Rheinsberger Straße 4/5
10115 Berlin
Ort Mitte
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 32′ 12″ N, 13° 23′ 45″ O
Träger Land Berlin
Schüler 155 (Stand: 2025/26)[1]
Lehrkräfte 16 Lehrer + 3 Lehramtsanwärter
(Stand: 2025/26)[1]
Leitung Birgit Benner-von Streit[1]
Website musikgymnasium-berlin.de
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Haupteingang in der Rheinsberger Straße
Eingang in der Brunnenstraße

Geschichte

Im Jahre 1950 wurde die Fachgrundschule für Musik gegründet und nach Carl Philipp Emanuel Bach, dem sogenannten „Berliner Bach“, benannt. Im Schuljahr 1959/60 wurde an der Berliner Hochschule für Musik eine Kinderklasse für 10- bis 16-Jährige eingeführt, aus der sich die Spezialschule für Musik entwickelte. Seit 1965 war die Schule eine selbstständige Oberschule und gleichzeitig eine Abteilung der Hochschule.

Nach der politischen Wende in der DDR wurde das Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach 14 Jahre lang als Schulversuch geführt. Seit dem Schuljahr 2005/06 ist das Gymnasium eine „Schule besonderer pädagogischer Prägung“.

Schulprofil

Das Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach ist ein Spezialgymnasium. Musikalische Grundlagenfächer wie Tonsatz und Gehörbildung haben den Status eines regulären Schulfaches, Leistungen aus dem Wettbewerb „Jugend musiziert“ können in die Abiturnote eingebracht werden.

Voraussetzung für den Schulbesuch ist die Erlangung der Gasthörerschaft an einer der Berliner Musikhochschulen. Halbjährlich werden die Fortschritte vor einer Kommission aus Hochschullehrern überprüft und nach einem Punktesystem benotet. Im Rahmen seiner Gasthörerschaft erhält jeder Schüler durch Dozenten und Professoren der Hochschulen 90 Minuten Einzelunterricht im Hauptfach,[2] 45 Minuten im Pflichtfach Klavier (ab Klasse 7), jeweils 45 Minuten Tonsatzunterricht (ab Klasse 5) und Gehörbildungsunterricht (ab Klasse 7) in Kleingruppen, zum Teil Orchesterausbildung und gegebenenfalls auch Kammermusikunterricht. Instrumentalisten, die nicht am Orchester teilnehmen, sind zum Besuch von Chorproben verpflichtet.

Neben der engen Kooperation mit den Berliner Musikhochschulen (Hochschule für Musik „Hanns Eisler“, Universität der Künste) gibt es eine regelmäßige Zusammenarbeit mit wichtigen musikalischen Kulturträgern der Stadt wie dem Landesmusikrat, der Landesmusikakademie, dem Konzerthaus Berlin sowie wichtigen Orchestern der Stadt. Die intensive musikalische Ausbildung wird in die gymnasiale Ausbildung integriert, bei Jugend musiziert erbrachte Leistungen können in das Abitur eingebracht werden.

Im Schuljahr 2025/26 hat die Schule 155 Schüler. Von ihnen haben 24,5 % eine nichtdeutsche Herkunftssprache.[1]

Die Schülerzahl werden in kleinen Klassen einzügig unterrichtet. Als Fremdsprachen werden Englisch und Französisch angeboten. Im Gegensatz zu regulären Gymnasien in Berlin legen die Schüler ihr Abitur nach 13 Jahren ab. Eine zusätzlich eingeschobene Klasse 11 entlastet die Stundentafeln der Schüler, um mehr Freiraum für die musikalische Ausbildung bieten zu können.

Aufgrund der Kooperation mit den Musikhochschulen gelten Sonderregelungen für die Ferientermine.

Aufnahmeverfahren

Das Aufnahmeverfahren an der Schule sieht das Bestehen einer Eignungsprüfung auf einem Musikinstrument vor. Die Prüfung kann in Akkordeon, Blockflöte, Fagott, Gesang, Gitarre, Harfe, Horn, Jazz, Klarinette, Klavier, Kontrabass, Oboe, Posaune, Querflöte, Saxophon, Schlagzeug, Trompete, Tuba, Viola, Violine oder Violoncello abgelegt werden.

Die abnehmende Fachkommission setzt sich aus Hochschullehrern der zwei Berliner Musikhochschulen zusammen. Außerdem findet eine Hör- und Musiktheorieprüfung statt. Ausländische Schüler müssen darüber hinaus einen entsprechenden Sprachtest ablegen.

Orchester

Seit 1996 besteht an der Schule ein eigenes Sinfonieorchester. Die jährlichen Höhepunkte bilden die Frühlingskonzerte im Konzertsaal der Universität der Künste und in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche sowie das Sommerkonzert im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie. Die künstlerische Leitung hat der Dirigent Aurélien Bello.

Dussmann-Wettbewerb

Seit 2010 stiftet die Dussmann-Gruppe unter der Aufsichtsratsvorsitzenden Catherine von Fürstenberg-Dussmann den Dussmann-Wettbewerb. Die Preisträgerstücke wurden von den 12- bis 19-Jährigen im Apollosaal der Staatsoper Unter den Linden aufgeführt.[3] Außerdem finanzierte das Unternehmen die Reparatur von Instrumenten, die 2009 bei einem Schwelbrand beschädigt wurden, sowie den Umbau der Aula zum Konzertsaal.

Freundeskreis

Logo des Freundeskreises

Die Freunde und Förderer des Musikgymnasiums Carl Philipp Emanuel Bach, ein eingetragener gemeinnütziger Verein, unterstützen die Traditionspflege der Spezialschule für Musik im Musikgymnasium. Sie finanzieren Projekte und tragen zum öffentlichen Ansehen dieses hochspezialisierten Musikgymnasiums bei.

Absolventen


Einzelnachweise

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