Musée du Ski Le Boéchet
Museum in Les Bois im Schweizer Kanton Jura
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Das Musée du Ski in Les Bois im Schweizer Kanton Jura befasst sich mit dem Ski- und Snowboardsport. Es befindet sich an der Haltestelle der Bahnlinie Saignelégier–La Chaux-de-Fonds im Weiler Le Boéchet. Die Menschen in den Franches-Montagnes praktizieren den Langlaufsport seit Generationen.


Von der Sammlung zum Museum

Das Museum auf drei Etagen geht auf die Sammlung von Laurent Donzé aus Les Bois zurück. Der pensionierte Chemielehrer[1] ist seit seiner Kindheit Langläufer, fuhr auf Ski zur Schule[2] und nahm früh an Wettkämpfen teil. Später war er auch als Langlauftrainer tätig. Donzé befasste sich mit den materialwissenschaftlichen Eigenschaften des Laufmaterials und der Wachse und beobachtete, wie ab den 1970er Jahren ältere Modelle aus dem Verkehr gezogen wurden. So begann er zu sammeln. Da mittlerweile schon viele Holzski im Sperrmüll gelandet waren, erwies sich dies als ein Rennen gegen die Zeit. Dass er sich überall nach alten Ski erkundigte, sprach sich jedoch herum, und so erhielt er bald zahlreiche Sammelstücke geschenkt. Er erweiterte seine Sammelleidenschaft auf alle Arten von Memorabilia rund um den Langlaufsport. Von 1998 bis 1999 wurde im Musée d’histoire de La Chaux-de-Fonds ein Teil dieser Sammlung erstmals in der Ausstellung Sur les traces du ski de fond (dt. Auf den Spuren des Langlaufens) präsentiert.
Als Donzé das Angebot erhielt, die Ski-Alpin-Sammlung von André Perrenoud zu erwerben, beschloss er, seine Sammeltätigkeit vom nordischen auf den Abfahrtssport zu erweitern. Die Sammlungen von Luzi Hitz, Michel Hofstetter, Jean-Marc Chabbey und Jean-Luc Werly wurden ebenso in den Bestand aufgenommen wie Objekte aus dem aufgelösten Sportmuseum Schweiz in Basel. Seine Sammlung begann Historiker und Sportwissenschaftler zu interessieren, und Donzé besuchte museologische Weiterbildungen und Ski-Museen in Skandinavien und Nordamerika.[3] Das am 30. September 2023 im alten Bahnhofbuffet von Le Boéchet eröffnete Musée du Ski ist ein Museum auf der Höhe moderner Ansprüche an die zeitgenössische Präsentation. Mit der Ästhetik wurde das Design-Atelier Oï beauftragt. Heutige Eigentümerin der Sammlung ist die 2021 gegründete Fondation du Musée du Ski. Das Museum hat jährlich etwa 6000 Besucher.[3]
Rund 700[4] Ski-Paare sind in der Dauerausstellung, im Magazin lagern etwa 2300 weitere Paare.[5] Die Sammlung umfasst Stöcke, Schuhe, Helme, Brillen und alle weiteren Dinge, die seit dem 19. Jahrhundert zum Skilaufen benutzt werden. So die Ski der Marke «Skifabrik Melchior Jakober Glarus» aus dem Jahr 1900, einer der ersten Ski mit Bindung. Auch das Olympische Diplom von Max Müller[3] von den Olympischen Winterspielen 1948 in St. Moritz befindet sich in der Ausstellung. Das Museum pflegt eine Zusammenarbeit mit Swiss-Ski und auch mit bekannten Sportlern wie Didier Cuche[4] und Conny Kissling,[3] die ihre alten Ski dort abgaben, so dass sich die technologische Entwicklung der im Spitzensport verwendeten Ski nachvollziehen lässt. Für Forschungen gibt es eine Fachbibliothek mit etwa 1500 Büchern.[6] Die Ausstellung stellt auch dar, dass die globale Erwärmung die Möglichkeit zur Ausübung des Skisports auf einen immer kleineren Teil des Jahres und immer höhere Gebirgslagen reduziert.
Weblinks
- Musée du Ski, Internetseite des Museums