Myanmar Nationalities Democratic Alliance Army
Bewaffnete Organisation in Myanmar
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Die Myanmar Nationalities Democratic Alliance Army (MNDAA), auch Kokang-Armee (birmanisch မြန်မာအမျိုးသား ဒီမိုကရက်တစ် မဟာမိတ်တပ်မတော်[2][3] , Shan: သိုၵ်းၵဝ်ႈၵၢင်ႉ[4] auch တပ်ႉသိုၵ်းၵဝ်ႈၵၢင်ႉ , Chinesisch 缅甸民族民主同盟军 ) ist eine bewaffnete Han-chinesische Organisation im östlichen Myanmar. Ihr Einsatzgebiet ist das Grenzgebiet zwischen Kokang und China.[5]






Geschichte
Die Myanmar Nationalities Democratic Alliance Army wurde am 11. März 1989 nach einer Meuterei der bewaffneten Einheiten der Kommunistischen Partei Burmas in Kokang gegründet. Die Meuterei muss im Zusammenhang mit der Entstehung der United Wa State Army (UWSA) gesehen werden.[6] Im gleichen Jahr wurde ein Waffenstillstand mit der Zentralregierung unterzeichnet, welche der MNDAA weitreichende Rechte in Kokang einräumte. Die MNDAA konnte ihre Waffen und Strukturen behalten. Die Führung der MNDAA übernahmen die Brüder Jiafu and Kyar Shin, nachdem der Drogenbaron Lo-Hsing Han den Waffenstillstand mit der Militärregierung vermittelt hatte.[7] Sie errichteten ein MNDAA-Hauptquartier in Laukai. Kokang wurde zu einer speziellen Region innerhalb des Shan-Staates erklärt. Die MNDAA wurde in der Produktion von Opium und in der Herstellung von Heroin aktiv, was zu einem wirtschaftlichen Boom in der abgelegenen Region von Myanmar führte. Die MNDAA war zu dieser Zeit rund 2000 Mann stark.[8][9]
Im Jahr 2009 versuchte die Zentralregierung die Unabhängigkeit der MNDAA einzuschränken, indem sie versuchte, sie in die Kommandostruktur der Armee der Zentralregierung einzugliedern. Sie sollte als bewaffnete Grenzschutzmiliz unter der Kontrolle der Zentralregierung weitergeführt werden. Nachdem Verhandlungen zwischen der MNDAA Führung und der Militärregierung gescheitert waren, stürmten im August 2009 Truppen der Zentralregierung die autonome Region Kokang und die MNDAA musste sich aus großen Teilen der Region und nach China zurückziehen. Etwa 30.000 Zivilisten flüchteten in das chinesische Yunnan.[10][11]
Am 9. Februar 2015 versuchte die MNDAA zusammen mit chinesischen Söldnern, die Kokang-Region zurückzuerobern. Der Angriff auf die dort stationierten Regierungstruppen scheiterte. Die Zentralregierung beschuldigte China, den Angriff unterstützt zu haben, was dieses entschieden zurückwies. Nach der gescheiterten Offensive führte die MNDAA bis 2023 einen Guerillakrieg gegen die Zentralregierung.[12][13] Am 6. Januar 2024 gelang es der MNDAA, die Kokang-Region komplett zurückzuerobern. Dabei ergaben sich tausende Regierungssoldaten des Laukkai-Militärkommandos den Truppen der Drei-Brüder-Allianz, bestehend aus Soldaten der MNDAA, der TNLA und der AA. Auch Truppen der KIA und der Exilregierung beteiligten sich an den Angriffen.[14] Nach erfolgreichen Gesprächen in Kunming, China zwischen Vertretern der Militärregierung und der MNDAA wurde vereinbart, dass die Grenzübergänge zu China – welche sich unter der Kontrolle der MNDAA befanden – am 11. März 2024 wiedereröffnet werden sollten. 70 Prozent der Einnahmen sollen an die MNDAA gehen, 30 Prozent an die myanmarische Zentralregierung.[15]
Im Oktober 2024 setzte die Regierung den Führer der MNDAA, Peng Daxun, in Kunming fest. Er wurde in einem Hotel seines Vaters unter Hausarrest gestellt. Er war aus medizinischen Gründen nach China eingereist. Beobachter gehen davon aus, dies geschah, um die MNDAA unter Druck zu setzen.[16]
Im Januar 2025 unterzeichnete die MNDAA einen Waffenstillstand mit der Militärregierung. Die Verhandlungen wurden auf Druck von China geführt und fanden in Kunming statt. Die MNDAA verpflichtete sich, die Offensiven zu stoppen und sich aus dem 2024 eroberten Lashio wieder zurückzuziehen.[17] Doch der Druck auf die MNDAA hielt weiterhin an. So verkündete die UWSA im August 2025, dass sie ihre Unterstützung für andere bewaffnete Organisationen im nördlichen Shanstaat einstellen würde. Dies betraff die MNDAA, aber auch die TNLA und die SSPP. China hatte Grenzübergänge geschlossen und Vermögen von mehreren Milliarden Dollar der UWSA in China eingefroren.[18] Die MNDAA zog sich am 22. April 2025 aus Lsahio und Hsipaw zurück und übergab die Verwaltung an die Militärregierung. Die MNDAA zog sich aber nur aus dem Stadtzentrum zurück, kontrollierte aber weiterhin die umliegenden Berge und Zufahrtsstraßen.[19] Klar war zu erkennen, dass China versuchte, die wichtige Fernstraẞe zwischen Mandalay und den Grenzübergängen in Muse für die Militärregierung wieder zu öffnen, um Handel mit der Zentralregierung zu ermöglichen. Die Fernstraße wurde aber abschnittsweise von der TNLA und der KIA kontrolliert. Im März 2026 startete die MNDAA eine neue Offensive gegen die eigentlich verbündete TNLA. Die MNDAA eroberte die Abschnitte der Fernstraẞe um Kutkai und besetzten teilweise Namhkam, welche die TNLA im November 2023 erobert hatten. Am 16. März 2026 wurde die Fernstraße zwischen Muse und Lashio wieder für den Verkehr freigegeben.[20] Daraufhin spekulierte CNI-Myanmar: Will China mit Hilfe ihrer Verbündeten UWSA und MNDAA den nördlichen Shan Staat übernehmen?[21] Die TNLA gilt als Verbündeter der myanarischen Exilregierung, welche als pro-westlich eingestuft wird, während die MNDAA und besonders die UWSA eigentlich als chinesische Verbündete gelten.[22] Die MNDAA forderte die KIA auf, sich ebenfalls von der Fernstraße zurückzuziehen.[23] Die Beziehungen zwischen China und der KIA gelten als angespannt, nachdem sich die KIA geweigert hatte, Seltene-Erden-Minen durch chinesische Firmen betreiben zu lassen. Die KIA verfügt über eines der weltweit größten Seltenen-Erden-Vorkommen.[24]
Nach der Übernahme von großen Gebieten im nördlichen Shan Staat durch die MNDAA förderte diese die Ansiedlung von chinesischen Firmen auf ihrem Gebiet. Die MNDAA verpachtet fruchtbares Land an chinesische Agrounternehmen. Geschäfte und Gebäude von oftmals geflüchteter Shan und anderer Gruppen werden an chinesische Investoren oder Firmen vermietet. China gab 2021 die Initiative Yunnan-Myanmar (Yangon)-Indian Ocean Transport Corridor bekannt. Innerhalb 72 Stunden sollen Güter aus Yunnan Singapur erreichen können. Der MNDAA wird vorgeworfen, öffentliches Land an chinesische Investoren zu verpachten, damit diese dort Hochhäuser errichten können. Inzwischen sollen chinesische Ketten den Handel in den Städten dominieren.[25][26] Am 23. November 2024 unterzeichnete die Militärregierung von Myanmar ein Abkommen mit China. Dieses sieht den Einsatz von chinesischen privaten Sicherheitsfirmen in Myanmar vor um chinesische Investitionen zu sichern. Der nördliche Shan Staat ist ein Teil der Belt and Road Initiative der chinesischen Regierung. Es geht um eine Eisenbahn und Pipelines durch das Gebiet.[27][28]
Stärke
Am 17. Juni 2025 schätzte das ISP-Myanmar die Stärke der MNDAA auf 10.000 Mannschaften. Die MNDAA war danach in 4 Brigaden organisiert (211, 311, 511, 611), wobei die Brigaden 311 und 611 mit anderen bewaffneten Organisationen zusammenarbeiteten. Die MNDAA trainierte und bewaffnete eine große Anzahl von Freiwilligen aus anderen Volksgruppen. Die Brigade 611 wurde aus PDF Battalionen zusammengestellt.[29]
Ausrüstung
Die MNDAA ist außerdem mit neuester Technologie ausgestattet. Sie ist bekannt für ihren Einsatz von Drohnen. Die Truppen sind mit schweren Transportdrohnen ausgerüstet, die Granaten über feindlichen Stellungen hochgenau abwerfen können.[30] Sie verfügt auch über schwere Waffen wie 122 Millimeter Haubitzen, gepanzerte Fahrzeuge und Kampfpanzer. So verfügt sie über eine größere Anzahl von APC.[31][32] Daneben verfügt sie über mehrere Boden-Luft und Boden-Boden Raketensysteme und ist in der Lage, ihren Luftraum gegen feindliche Luftangriffe zu verteidigen.[33] Während die gepanzerter Fahrzeuge von der Tatmadaw erbeutet wurden lieferte die UWSA eine größere Anzahl von Drohnen und anderen Waffen. Die UWSA verfügt über eine leistungsstarke Waffenindustrie.[34][35]
Verwechslungsgefahr
Die Myanmar Nationalities Democratic Alliance Army darf nicht mit der Nationalities Democratic Alliance Army (NDAA-ESS) verwechselt werden.