Mírkov
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Mírkov (deutsch Mörkau) ist ein Ortsteil von Povrly in Tschechien. Er liegt sechs Kilometer nordöstlich von Ústí nad Labem im linkselbischen Böhmischen Mittelgebirge.
| Mírkov | ||||
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| Basisdaten | ||||
| Staat: | ||||
| Region: | Ústecký kraj | |||
| Bezirk: | Ústí nad Labem | |||
| Gemeinde: | Povrly | |||
| Fläche: | 438,6295[1] ha | |||
| Geographische Lage: | 50° 42′ N, 14° 7′ O | |||
| Höhe: | 360 m n.m. | |||
| Einwohner: | 80 (2001) | |||
| Postleitzahl: | 403 32 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | U | |||

Geografische Lage
Benachbarte Ort sind Lipová (Spansdorf) und Slavošov (Slabisch) im Norden, Ryjice (Reindlitz) im Osten sowie Neštěmice (Nestomitz) und Mojžíř (Mosern) im Süden. Unmittelbar nördlich erhebt sich der Blansko (Blankenstein) mit seiner markanten Burgruine. An der Schulter des Berges liegt die Einschicht Försterbauer.
Geschichte
Mírkov wurde 1411 als Mierkow erstmals erwähnt. Gegründet wurde der Ort wahrscheinlich bereits im 13. Jahrhundert im Zusammenhang mit der Kolonisation des Gebietes. Bis zur Aufhebung der Patrimonialherrschaften im Jahr 1848 war der Ort Teil der Allodial-Herrschaften Priesnitz und Schöbritz.
Mit dem Aufkommen des Tourismus hatte Mörkau auch einen bescheidenen Fremdenverkehr zu verzeichnen. Ziel der Wanderer und Ausflügler war insbesondere die Ruine Blankenstein, aber auch Mörkauer Kapelle und die Schuwenze. Das (heute nicht mehr existente) Gasthaus „Zur Sandsteinkapelle“ bot den Touristen Verpflegung und Unterkunft.[2]
Nach der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland am 1. Oktober 1939 gehörte Mörkau zum deutschen Landkreis Aussig. Im Jahr 1939 lebten in Mörkau 249 Einwohner.[3] "Oberhalb des Elbtals gelegen, reihten sich 22 kleine Bauernhäuschen entlang einer etwas breiteren Straße aneinander, leicht ansteigend zum Erzgebirge. Ein Löschteich, eine winzige Kapelle, zwei Gasthäuser und eine Schule waren [1940] der Stolz des Dörfchens."[4]
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Mörkau am 9. Mai 1945 zur Tschechoslowakei zurück. Am 9.9.1945 wurden bei den so genannten "Wilden Vertreibungen" 1945 einige, über Aussig und Jungbunzlau im Zug, "in ein Sammellager nahe (...) 'Brandeis'" gebracht. In "furchtbar enge Baracken gedrängt" blieben sie, z.T. Feldarbeit verrichtend, bis sie am 4.10.1945 im Zug zurück "in das Elbstädtchen Nestomitz" gelangten, 1 Stunde von Mörkau entfernt.[5] Zurück durften Sie nicht. Bis zur endgültigen Vertreibung am 10.5.1946 nahm eine tschechische Familie diese und weitere deutsche Familien im Nachbardorf Luschwitz auf.[6] Bis 1946 wurde die Mehrheit der deutschsprachigen Bewohner vertrieben, nur eine Deutsche und ihre Tochter durften bleiben.[7] Als offizieller Ortsname gilt seitdem nur noch die tschechischsprachige Version Mírkov. Später wurde der Ort mit tschechischsprachigen Bürgern neu besiedelt. 1961 erfolgte die Eingemeindung nach Povrly.
Im Jahr 2001 hatte Mírkov 74 Einwohner. Sechs weitere wohnten in Blansko.[8]
Ortsgliederung
- Dolní Mírkov (Tittelsbach)
- Blansko (Blankenstein)
Sehenswürdigkeiten
- Kapelle am Dorfplatz, 1800 erbaut
- Burgruine Blansko mit dem Försterbauer
- ehemalige Mörkauer Kapelle
- Kapelle am Dorfplatz
- Burgruine Blansko
- Försterbauer
- Mörkauer Kapelle
Literatur
- Jiří Souček: Obrazová rukověť obcí a církevních staveb v okrese Ústí nad Labem. Albis international, Ústí nad Labem 1999, ISBN 80-86067-41-6.
