Mörmersgat
natürliches Brandungstor aus rotem Buntsandstein an der südwestlichen Steilküste der Nordseeinsel Helgoland
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Das Mörmersgat (auch Möhrmersgatt oder Moermersgatt) war ein natürliches Brandungstor aus rotem Buntsandstein an der südwestlichen Steilküste der Nordseeinsel Helgoland.

Geologie und Entstehung
Das Felstor entstand durch marine Abrasion (Wellenberstung), bei der die Nordsee eine Öffnung durch die vorspringenden Felssporne der Südwestküste fraß. Die Geologie der Stelle zeichnet sich durch landwärts einfallende, rote feinsandige Tonmergelschichten mit zwischengelagerten, dünneren Sandsteinbänken aus.[1]
Solche Formationen bilden in der Küstendynamik der Insel das evolutionäre Bindeglied zwischen einer Brandungshöhle und einer freistehenden Felsnadel (Stack). Die beim Durchbruch abgelösten Felsblöcke verblieben als Trümmer im und vor dem Torbogen am Meeresgrund liegen.[1]
Geschichte
Das Mörmersgat gehörte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts – neben ähnlichen Felsformationen wie dem Snepgatt und dem Junggatt – zu den bekanntesten Naturdenkmälern und Fotomotiven der Insel Helgoland. Es wurde unter anderem von dem Naturforscher Hermann Burmeister im Jahr 1851 in seinem Werk Geschichte der Schöpfung wissenschaftlich beschrieben und in einem Holzschnitt dokumentiert.[1]
Aufgrund fortschreitender Verwitterung und mangelnder statischer Tragfähigkeit brach der steinerne Torbogen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vollständig in sich zusammen. Die Trümmer wurden schrittweise durch die Gezeiten abgetragen. Durch die massiven Zerstörungen der Helgoländer Felsküste im Zweiten Weltkrieg und im Rahmen der Sprengung von Bunkeranlagen auf Helgoland am 18. April 1947 wurden die verbliebenen Felsstrukturen an der Südwestküste weiter verändert.
