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Müldner von Mülnheim (Adelsgeschlecht)

kurhessische Adelsfamilie From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Familie Müldner war eine kurhessische Familie reformierten Glaubens, die am 27. November 1830 in Wilhelmshöhe als Müldner von Mülnheim in den Adelsstand erhoben wurde.[1]

Namensherkunft

Der Name Müldner ist ein verbreiteter Berufsname, der auf das Handwerk eines Trogmachers hinweist, der ursprünglich muldenförmige Melkgefäße oder Backtröge herstellte. Die durch die Alliteration eindrücklich wirkende Verbindung mit dem ähnlich klingenden Adelsprädikat von Mülnheim ist rein akzidentiell und hat einen abenteuerlichen Ursprung. Der Name wurde dem ersten Namensinhaber Carl Müldner verliehen, nachdem er einem adligen preußischen Offizier namens Müllenheim 1812 das Leben gerettet hatte und zum Dank dafür von diesem adoptiert worden war.

Wappen

In Rot ein silberner Schräglinksbalken, nach der Richtung beladen mit einem grünen Lindenblatt († v. Lindau),[2][3] begleitet von zwei goldenen Sternen. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein silberner Flügel, an diesem sechs Schwungfederspitzen je ausgestattet mit einer roten Rose.[4]

Stammlinie

Georg Carl Wilhelm Müldner (* 24. September 1782 in Breuna bei Wolfhagen; † angbl. Mülnheim[5] bei Hanau 7. Januar 1863), seit 1831 Herr auf Burgsitz[6] Spangenberg, Kaltenbach, Elbersdorf sowie auf der Meierei Eltmannsee,[7] kgl. westph. Oberst und Regimentskommandeur, kurhessischer General-Lieutenant und General-Adjutant des Kurfürsten Wilhelm II.; heiratet in Eschwege am 29. Juni 1808 Julie Schuhmann (* 21. April 1786 in Eschwege; † 6. Oktober 1844 in Marburg).
Nachkommen[8][9]
1.) Christian Ferdinand August (* 11. Oktober 1809 in Rotenburg an der Fulda; † 1871), 2. Fideikommissherr auf Burgsitz Spangenberg, Kaltenbach, Elbersdorf sowie auf der Meierei Eltmannsee, kurhess. Obergerichtsreferendar[10], Schriftsteller.[11] Unverheiratet.
2.) Georg Carl Wilhelm (* 31. Oktober 1812 in Eschwege; † 23. Januar 1889 in Burgsitz Spangenberg) 1886 PROA4,[12] kurhess. Obergerichtsanwalt,[13] dann kgl. preuss. Justizrat; heiratet in Kassel am 11. September 1837 Dorothea Magdalena Amalia Frankenberg (* 26. November 1814 in Kassel; † 11. Dezember 1852 in Rotenburg an der Fulda).

Kinder
2.1.) Carl Louis Theodor (* 29. August 1838 in Nentershausen; † 23. April 1915 in Hildesheim), 4. Fideikommissherr auf Elbersdorf-Spangenberg, kgl. hann. Premierlieutenant, dann kgl. preuss. Hauptmann a. D.; heiratet im November 1871 Wilhelmine Mathilda Natalie Wyneken (* 8. August 1842 in Syke; † 24. Juni 1921 in Hildesheim).
Kinder
2.1.1) Georg Emil Theodor (* 18. Februar 1873 in Neuss a. Rh.; † 26. Januar 1940 in Berlin) HHO3X, EK1, EK2, OMVK3, SLK2; letzter Fideikommissherr auf Elbersdorf-Spangenberg, kgl. preuss. Major (1919 als Oberstleutnant a. D. der Reichswehr pensioniert), General-Bevollmächtigter des Kriegsministeriums in der Ukraine; heiratet in Hamburg am 30. September 1902 (geschieden 1911) Alice Friedburg (* 8. März 1882 in Hamburg; † 6. März 1968).
Tochter: 2.1.1.1.) Margarethe Alice Nathalie, (* 3. Juli 1903 in Hamburg)
2.1.2.) Magdalene Caroline Auguste Mathilde (* 15. August 1874 in Angermünde; † 16. Januar 1948 in Gronau bei Hildesheim), Ordenspflegerin. Unverheiratet.
2.1.3.) Louis Alfred Carl Oscar (* 1. April 1876 in Angermünde; Suizid am 26. April 1945 in Berlin), letzter Erbe des eh. Familienfideikommisses Elbersdorf-Spangenberg. Unverheiratet.
2.2.) Louis Ernst Wilhelm Friedrich (* 6. August 1840 in Nentershausen; † 25. Mai 1890 in Hildesheim) 1870 EK2[14] 3. Fideikommissherr auf Elbersdorf-Spangenberg, kgl. hann. Secondelieutenant, kgl. preuss. Hauptmann a. D.; heiratet in Hamburg im Jahr 1871 Justine Emilie Louise Dorn (* 7. Januar 1848 in Hamburg; †[…]).
Kinder
2.2.1.) Emilie Amalie Dorothea Henriette (* 26. Oktober 1873 in Spangenberg Burgsitz; † 31. Juli 1881 in Hamburg (Eimsbüttel)).
2.2.2.) Adelheid (Adele) Caroline (* 15. November 1874 in Spangenberg) 1916 PRKM3.[15]
2.2.3.) Louise Alice Albertine Natalie Julie (* 30. Juni 1879 in Spangenberg).
2.2.4.) Albertine Louise Auguste (* 1. August 1880 in Spangenberg; † 13. Juli 1881 in Hamburg (Eimsbüttel)).
2.3.) Agnes Julia Elisabeth (* 6. Juli 1843 in Nentershausen; † 1. November 1881 in Burgsitz Spangenberg); heiratet Johann Peter Theodor Schefer *[…]; † [<1896], (geschieden 1878<), kgl. preuss. Oberförster in Kullick (Digitalisat in der Google-Buchsuche).
2.4.) Julie Caroline Helene Elisabeth (* 10. November 1845 in Nentershausen; † 17. Oktober 1879 in Spangenberg); heiratet in Rotenburg an der Fulda am 21. Juli 1866 Friedrich Carl Louis von Marschall aus dem Haus Gosserstedt, Linie Dannheim-Wulfershausen (* 6. Juli 1831 in Kassel; † 22. Dezember 1910 in Spangenberg) kgl. preuss. Forstmeister in Spangenberg.
2.5.) Wilhelmine Emma Amalie Adelheid Mathilde Emilie (* 29. Januar 1848 Nentershausen; † 26. Januar 1926 in Burgsitz Spangenberg) heiratet in Kassel am 12. Januar 1884 Friedrich Carl Louis von Marschall aus dem Haus Gosserstedt, Linie Dannheim-Wulfershausen, siehe oben.
2.6.) Mathilda Maria Hedwig Dorothea (* 25. November 1850 in Rotenburg an der Fulda; † 31. November 1853 [sic?] in Rotenburg an der Fulda).

3.) Theodor Carl (* 12. Juni 1817 in Hanau; † 5. Januar 1841 in Marburg),[16] kgl. preuß. Secondelieutenant[17][18] im Infanterie-Regiment (4. westfälisches) Nr. 17.[19][20] Unverheiratet.
4.) Maria Adelheid Müldner (* 1820; † Mai 1822 in Kassel)
5.) Johann Carl Louis Müldner (* 17. September 1822 in Kassel; † 3. Oktober 1829 in Kassel)
6.) Julie Helmine Marie, (* 15. August 1824 in Kassel; † 7. Dezember 1855 in Marburg); heiratet 1844 Dr. med. Franz Ludwig Fick (* 18. Mai 1813 in Erlangen; † 31. Dezember 1858 in Marburg) Professor der Medizin und der Anatomie an den Universität Marburg.

6.1.) Adolf Gaston Eugen Fick (* 22. Februar 1852 in Marburg; † 11. Februar 1937 in Herrsching am Ammersee), Augenarzt und Leiter deutscher Feldlazarette im Ersten Weltkrieg.[21]
6.1.2.) Roderich Fick (* 16. November 1886 in Würzburg; † 13. Juli 1955 in München), Architekt des Heimatschutzstils.[22]

7.) Marie Elise Caroline (* 12. Mai 1826 in Kassel; † 16. Dezember 1889 in Spangenberg (Burgsitz)) heiratet in Kassel-Garnison im Februar 1867 Johann Georg Müller (* 1. Oktober 1824 in Hanau; † 5. März 1881 in Dover (VK)), Engel (Bischof) der katholisch-apostolischen Gemeinde Berlin.
8.) Ferdinand Wilhelm Carl Reinhard Müldner (* 26. August 1827 in Kassel; † 31. Oktober 1827 in Kassel)

Besitzungen, Aussterben

Die Familie kam in den 1830er Jahren zu erheblichem Reichtum, als sie das Gut und die Ländereien der 1831 ausgestorbenen Familie von Lindau übertragen bekam, welche im 18. Jahrhundert die Lehnsherrschaft in der Gegend von Spangenberg erworben hatte. Als Generalmajor und Generaladjutant Wilhelms II., des Kurfürsten von Hessen, wurde Karl Müldner von Mülnheim der Burgsitz, der Meierhof in Spangenberg und das Gut Eltmannsee zu „neuem rechten Mannlehen“ übereignet. Als das Lehnswesen in Kurhessen 1848 durch Gesetz abgeschafft wurde, erhob man den Belehnten zum Eigentümer der Besitztümer, die allerdings infolge von Auflagen unveräußerlich blieben. Erst mit der Abschaffung der Adelsprivilegien nach dem Ersten Weltkrieg erhielten die letzten Besitzer, die Brüder Georg und Louis Müldner von Mülnheim, freie Verkaufsrechte. Georg von Müldner veräußerte den Meierhof in Spangenberg aus Geldmangel 1919 an Privatinteressenten. Mit dem Suizid von Louis von Müldner starb die Familie 1945 im Mannesstamm aus; danach fiel der Burgsitz durch Verkauf an die Stadt Spangenberg, der das Anwesen bis in die 1990er Jahre gehörte.[23] Georg von Müldner hinterließ bei seinem Tod 1940 eine 1903 in Hamburg geborene Tochter;[24] seine Schwester Magdalene war unverheiratete Diakonisse und lebte bis 1948 in der Nähe von Hildesheim; sie war eine Briefpartnerin der NS-Schriftstellerin Agnes Miegel.[25]

Einzelnachweise

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