Müllsortieranlage
industrielle Anlage
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Müllsortieranlagen (fachlich Abfallsortieranlagen) trennen Abfallgemische (wie bspw. die Wertstofftonne, den Gelben Sack oder die Papiertonne) in verschiedene Produkte, um sie dem Recycling zuzuführen. Sortierreste werden in Abfallverbrennungsanlagen verbrannt.

Ziel der Abfallsortierung ist eine möglichst hochwertige stoffliche Wiederverwendung der Materialien zu ermöglichen. In Deutschland wird der Abfall zum Großteil maschinell sortiert, vereinzelte Trennprozesse werden händisch vorgenommen.[1][2]
Moderne automatische Abfalltrennungsanlagen können den Müll sortenreiner trennen als dies dem Menschen möglich wäre. Sie haben zudem den Vorteil, dass nicht wie bei manueller Müllsortierung Menschen durch Krankheitserreger wie z. B. Pilzsporen, gefährliche Stoffe und eine belastende Arbeitsumwelt gefährdet werden.
Maschinelle Sortierung
Zur Sortierung von Abfällen in Abfallsortieranlagen werden unterschiedliche Materialeigenschaften der enthaltenen Stoffe genutzt. Die wichtigsten Merkmale sind dabei die Dichte, die Form, die magnetische Suszeptibilität, die elektrische Leitfähigkeit sowie optische und chemische Eigenschaften. Die Trennung der Materialien kann dabei in der Luft oder im Wasser erfolgen.[1]
Manuelle Sortierung
Bei der manuellen Sortierung werfen Angestellte den Müll von einem Transportband, über das von einer Trommel aufgerissene Müllsäcke laufen, in verschiedene Schächte, die zu Containern für die Wertstoffe Altglas, Altpapier, Plastikmüll, Kompost und zu deponiertem Restmüll führen. Bei einer rein maschinellen Sortierung übernimmt dies die Aufreißtrommel kombiniert mit unterschiedlichen Geräten, die den Müll verschiedenen Containern zuführen. Hierbei gibt es keine Sichtkontrolle. Durch die verschiedenen Eigenschaften der Stoffe können die Geräte erkennen, welche Wertstoffe sich im Müll befinden.
Bei der letzteren Variante werden die Stoffe u. a. in fließendem Wasser getrennt, wobei die Dichte der einzelnen Stoffe eine große Rolle spielt (Glas sinkt am schnellsten, Papier hingegen sehr langsam). Nach diesem Sortierungsschritt können beispielsweise Glasteile mittels Laser in Grün-, Braun- und Weißglas getrennt werden.[3]
Für die Gesundheit der Angestellten existiert in diesen Anlagen, trotz Atemschutz, ein erhöhtes Gesundheitsrisiko (Atemwegserkrankungen, Vergiftungen).[4]
Rechtlicher Rahmen
Unabhängig von den bestehenden deutschen Sonderregelungen bei der Entsorgung des Verpackungsmülls fordern Europäische Richtlinien, insbesondere die Abfallrahmenrichtlinie, die in Deutschland im Kreislaufwirtschaftsgesetz umgesetzt wurde, eine weitgehende Mülltrennung und Wiederverwertung, wie sie sich nur über Abfallsortieranlagen umsetzen lässt.