Münch-Leusel (Alsfeld)

Stadtteil von Alsfeld From Wikipedia, the free encyclopedia

Münch-Leusel ist der nach Einwohnerzahl kleinste Stadtteil von Alsfeld im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Vier Bauernhöfe werden noch heute landwirtschaftlich bewirtschaftet. Der Ortskern wurde als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz gestellt.

Schnelle Fakten Stadt Alsfeld ...
Münch-Leusel
Stadt Alsfeld
Koordinaten: 50° 47′ N,  17′ O
Höhe: 246 (240–247) m ü. NHN
Fläche: 1,99 km²[1]
Einwohner: 51 (31. Dez. 2021)[2]
Bevölkerungsdichte: 26 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36304
Vorwahl: 06631
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Geographie

Münch-Leusel liegt am Südwestrand des Knüllgebirges im Schwalmgrund etwa 3,5 km (Luftlinie) nördlich vom Ortskern der Alsfelder Kernstadt. Es befindet sich an der Mündung des Erlenbachs in die Schwalm, an der östlich des Dorfs das Hochwasserrückhaltebecken Heidelbach liegt. Durch das Dorf führt die Landesstraße 3156, und die Bundesstraße 254 verläuft östlich.

Panoramabild Münch-Leusels (Nordseite von 2017)

Ortsgeschichte

Mittelalter

Die Ersterwähnung von Münch-Leusel stammt aus dem Jahr 1346: „... curiam dictam Muônich Luôzela...“ (ein Hof in Münch-Leusel). Sie findet sich in einem Kopiar des Klosters Immichenhain.[3] Wahrscheinlich der gleiche Hof des Klosters Immichenhain wird 1352 in einer Urkunde genannt: „czuo deme hobe czuo moncheluselache“.[4] Mitte des 15. Jahrhunderts, 1454 heißt es: „... uff der lüzeler hoe gyn monichlüzela ...“[5]

Neuzeit

In einem Salbuch, datiert auf 1574, findet sich der Ortsname „Munchleussel“.[6] Die Differenzierung zum grundlegenden Gewässernamen Leusel für Münch-Leusel findet sich 1342 und belegt eine Gründung des Ortes durch Mönche.[7] Das mhd. Wort munich bedeutet Mönch.[8]

1828 erhob Eleonore Balser aus Gießen Anspruch auf den Nachlass des Maximilian Merck. Der Premierlieutenant des großherzoglichen Garderegiments war mit einem Messerstich im Herzen tot in einem Kornfeld bei Münchleusel aufgefunden worden.[9]

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Münch-Leusel:

„Münchleusel (L. Bez. Alsfeld) evangel. Filialdorf; liegt an der Schwalm, 34 St. von Alsfeld, hat 15 Häuser und 89 evangelische Einwohner, so wie 1 Hof, der Kleinhof genannt, und 1 Mahlmühle. – Eine Urkunde von 1328 nennt ein zu deme Movnichens, welches damals Hermann und Friedrich von Romrod den Johannitern zu Grebenau schenkten. Nicht unwahrscheinlich ist es, daß damit das heutige Münchleusel verstanden ist.“[10]

Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Münch-Leusel im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis als Stadtteil nach Alsfeld eingegliedert.[11][12] Für Münch-Leusel, wie für die übrigen Stadtteile von Alsfeld, wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.[13]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Münch-Leusel angehört(e):[1][14][15]

Gerichtszugehörigkeit ab 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit für Münch-Leusel durch das Amt Alsfeld. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übertragen. „Landgericht Alsfeld“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Alsfeld, das heutige Amtsgericht, das für Münch-Leusel zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Alsfeld und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.[23]

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Münch-Leusel 57 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 12 Einwohner unter 18 Jahren, 18 zwischen 18 und 49, 12 zwischen 50 und 64 und 18 Einwohner waren älter.[24] Die Einwohner lebten in 21 Haushalten. Davon waren 6 Singlehaushalte, 6 Paare ohne Kinder und 6 Paare mit Kindern, sowie 3 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 6 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 12 Haushaltungen lebten keine Senioren.[24]

Einwohnerentwicklung

 1791:76 Einwohner[17]
 1800:76 Einwohner[25]
 1806:53 Einwohner, 12 Häuser[19]
 1829:89 Einwohner, 15 Häuser[10]
 1867:67 Einwohner, 11 Häuser[26]
Münch-Leusel: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2020
Jahr  Einwohner
1791
 
76
1800
 
76
1806
 
76
1829
 
67
1834
 
77
1840
 
62
1846
 
65
1852
 
71
1858
 
64
1864
 
72
1871
 
92
1875
 
89
1885
 
109
1895
 
85
1905
 
82
1910
 
97
1925
 
89
1939
 
106
1946
 
145
1950
 
160
1956
 
112
1961
 
96
1967
 
96
1970
 
108
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2006
 
70
2011
 
57
2015
 
50
2020
 
53
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; Stadt Alsfeld: 2006:[27], 2015[28], 2020[29]; Zensus 2011[24]

Historische Religionszugehörigkeit

 1829:89 evangelische Einwohner[10]
 1961:79 evangelische (= 82,29 %), 14 römisch-katholische (= 14,58 %) Einwohner[1]

Politik

Für Münch-Leusel besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Münch-Leusel) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.[13] Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 60,0 %. Alle Kandidaten gehörten der „Freien Wählergemeinschaft Münch-Leusel“ an.[30] Der Ortsbeirat wählte Steffen Langstädtler zum Ortsvorsteher.[31]

Kulturdenkmäler

Anmerkungen und Einzelnachweise

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