Nachwahl in Clacton 2026
Nachwahl zum Unterhaus im englischen Wahlkreis Clacton, die nach dem Rücktritt des 2024 gewählten Nigel Farage erforderlich wurde
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Die Nachwahl in Clacton 2026 ist eine Nachwahl zum House of Commons, die am 13. August 2026 im Wahlkreis Clacton stattfinden wird. Sie ist nötig geworden, da der Reform-Abgeordnete Nigel Farage von seinem Amt zurückgetreten ist.
Wahlsystem
Die Abgeordneten des House of Commons werden durch die relative Mehrheitswahl (engl. First-past-the-post) in 650 Wahlkreisen für eine Amtszeit von maximal fünf Jahren gewählt. Falls ein Abgeordneter stirbt, zurücktritt oder anderweitig sein Mandat verliert, muss der Sitz seines Wahlkreises durch eine Nachwahl (engl. by-election) neu besetzt werden, die nach demselben Prinzip abläuft. Gewählt ist der Kandidat, der die meisten Stimmen erhält.
Ausgangslage

Clacton ist ein Wahlkreis in Essex in Ostengland, der klassisch rechts orientiert ist.[1] 2010 wurde Douglas Carswell für die Conservative Party gewählt. Er lief später zur rechtspopulistischen UK Independence Party über und trat daraufhin von seinem Mandat zurück, um als UKIP-Kandidat bei einer Nachwahl anzutreten; er gewann diese mit 59,7 % der Stimmen und wurde auch bei der Parlamentswahl 2015 erneut gewählt. Von 2017 bis 2024 war der Wahlkreis wieder in den Händen der Conservatives. In der Parlamentswahl 2024 gewann Nigel Farage den Wahlkreis mit 46,2 % der Stimmen als Kandidat seiner Partei Reform UK.
Im April 2026 enthüllte der Guardian eine fünf-Millionen-Pfund-Spende, die Farage kurz vor der Wahl 2024 von einem in Thailand lebenden britischen Kryptomilliardär erhalten hatte. Parlamentsabgeordneten ist es zwar grundsätzlich erlaubt, vor und während ihrer Amtszeit Spenden anzunehmen, sie müssen diese aber deklarieren, was Farage in diesem Fall nicht tat. Farage bestritt jegliches Fehlverhalten, da das Geld laut eigener Aussage lediglich ein persönliches Geschenk zur Finanzierung der eigenen Sicherheit gewesen sei.[2][3] Hätte die parlamentarische Untersuchung Regelverstöße festgestellt, hätte er aus dem Parlament suspendiert werden müssen, was für ihn schlimmstenfalls eine Nachwahl in seinem Wahlkreis ausgelöst hätte. Bevor es dazu kam, entschied sich Farage jedoch, selber von seinem Mandat zurückzutreten, und forderte, dass die Wähler die Richter seines Handels sein sollen. Er sprach davon, dass die nun ausgelöste Nachwahl ein Kampf zwischen dem Volk und dem Establishment sei.[4][5]
Am 7. Juli erklärte Farage seinen Rücktritt, der am 8. Juli formell durchgeführt wurde. Die Nominierungen der Kandidaturen fanden vom 14. bis 17. Juli statt, und der Wahltag wurde auf den 13. August gesetzt.[6] Nach Nominierungsschluss wurde am 17. Juli 2026 die Liste aller Kandidaten veröffentlicht. Es treten insgesamt 34 Kandidaten an – so viele wie noch nie bei einer Parlamentswahl im Vereinigten Königreich. Der vorherige Rekord war die Nachwahl 2008 im Wahlkreis Haltemprice and Howden mit 26 Kandidaten.[7]
Nachdem Farage seinen Rücktritt angekündigt hatte, erklärten alle anderen großen Parteien zügig, dass sie die Wahl boykottieren würden. Sie bezeichneten die Nachwahl als Show, Trick und Ablenkung und wollen Farage nicht die politische Stärkung geben, die er sich aus der Nachwahl erhofft hatte.[8][9] Der Spaßkandidat Count Binface erhielt in der folgenden Zeit starke mediale Aufmerksamkeit, da er bei vielen als einzige Alternative zu Farage gilt; neben Farage und Binface treten lediglich zahlreiche parteilose und kleinparteiliche Kandidaten an.[10][11][12][13] Binface der schon länger in der britischen Politik als Spaßkandidat bekannt ist, hat nun erstmals die Chance, als eine Art "Einheitskandidat" des Anti-Farage-Lagers, einen großen Stimmenanteil zu erreichen und laut manchen Analysten sogar eine kleine Chance zu gewinnen.[14][15][16][17]
Eine landesweite Umfrage von Ipsos ergab, dass 33 % der Briten sich Binface als Sieger wünschen, während es bei Farage nur 21 % sind.[18] Eine weitere landesweite Umfrage von Survation zeigte, dass 52 % der Briten glauben, Farage habe die Nachwahl herbeigeführt um von den Investigationen rund um seine Finanzen abzulenken.[19]
Kandidaten
| Partei | Kandidat | |
|---|---|---|
| Unabhängig | Joseph 77 | |
| Forward | Adham Alkhatip | |
| Binface | Count Binface | |
| Monster Raving Loony | Nick The Incredible Flying Brick | |
| Unabhängig | Tony Cane | |
| Unabhängig | Woke Trump Carrzee | |
| Social Democratic | William Clouston | |
| Unabhängig | Rees Cowne | |
| Unabhängig | Glenn Charles Cummings | |
| Freedom Alliance | Martin Davies | |
| Unabhängig | Andy Erlam | |
| Reform | Nigel Farage | |
| Unabhängig | Attieh Fard | |
| Reclaim | Laurence Fox | |
| Unabhängig | Tony Francis | |
| Unabhängig | Robin Green | |
| Unabhängig | Abi Hookway | |
| Monster Raving Loony | Howling Laud Hope | |
| Unabhängig | Stephen Richard Ingram | |
| Unabhängig | Amy Morris | |
| Unabhängig | Derrick Norbert Morris | |
| Unabhängig | Michael Noel O'Keeffe | |
| Unabhängig | Martyn OBrien | |
| Unabhängig | Nick Pelas | |
| UK Voice | Ketankumar Pipaliya | |
| Unabhängig | Daniel Pocock | |
| Consensus | James Ransley | |
| Unabhängig | Gerry Smith | |
| British Democratic | Kai Stephens | |
| Rejoin EU | John Stevens | |
| Monster Raving Loony | Baron Von Thunderclap | |
| Unabhängig | Pamela Walford | |
| Everyone is God | Marcus White | |
| Unabhängig | Marc Wilkinson | |
| Quelle: Tendring District Council | ||
Kandidatur abgelehnt: