Nagat Ali
ägyptische Lyrikerin, Essayistin und Literaturkritikerin
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Nagat Ali (arabisch نجاة علي; * 1975 in Kairo[1]) ist eine ägyptische Lyrikerin, Essayistin und Literaturkritikerin.[2] Ihr Name wurde auf die Beirut39-Liste der vielversprechendsten jungen Autorinnen und Autoren der arabischen Literatur aufgenommen (2009/2010).[3]
Leben
Ali wuchs in Kairo auf und schloss ein Masterstudium mit einer Arbeit über die Ironie in den Kurzgeschichten Yusuf Idris’ mit Auszeichnung ab.[1] Im Jahr 2014 wurde sie an der Universität Kairo mit einer Studie über den Erzähler in den Romanen Nagib Mahfuz’ (mit Auszeichnung erster Klasse) promoviert.[4] Ihre Gedichte wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, darunter Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Schwedisch, Kurdisch, Portugiesisch und Rumänisch.[4] Erfahrungen aus den Protesten des Jahres 2011 in Ägypten verarbeitete sie in Essays und Tagebuchtexten.[5] 2019 erschien bei al-Mutawassit zudem ihr Tagebuchband aṭ-ṭarīq ilā at-taḥrīr: min yawmiyyāt ṯawrat 25 Yanāyir (‚Der Weg zum Tahrir – Aus den Tagebüchern der Revolution des 25. Januar‘).[6]
Wirken
Als Lyrikerin debütierte Ali im Jahr 2002 mit dem vom Obersten Rat für Kultur in Kairo herausgegebenen Band Kā'in churāfī ghāyatuhu ath-tharthara (‚Ein Fabelwesen, dessen Zweck das Schwadronieren ist‘).[7] Es folgten Ḥā'iṭ maschqūq (‚Rissige Wand‘, 2006) und Mithl schafrat sakkīn (‚Wie die Klinge eines Messers‘, 2010).[7] 2019 veröffentlichte die ägyptische Staatsverlagsgruppe eine Auswahl von dreißig Gedichten unter dem Titel Qubūr zudschādschiyya (‚Gläserne Gräber‘).[8] Neben ihrer Lyrik veröffentlichte Ali literaturwissenschaftliche Monografien, darunter al-mufāraqa fī qiṣaṣ Yūsuf Idrīs al-qaṣīra (‚Die Ironie in den Kurzgeschichten Yusuf Idris’‘, 2009) und ar-rāwī fī riwāyāt Nadschīb Maḥfūẓ (‚Der Erzähler in den Romanen Nagib Mahfuz’‘, 2017).[2] Ihre Gedichte werden in der Kritik als von Verlust, Niederlage und einer bisweilen kafkaesken Atmosphäre geprägt beschrieben.[7] Für ihr Schreiben erhielt sie 2009 den marokkanischen Tangier-Preis für junge Dichterinnen und Dichter.[9] 2009/2010 wurde sie in die vom Hay Festival kuratierte Beirut39-Liste aufgenommen.[3] Ein offizielles Beirut39-Interview skizzierte ihre poetische Programmatik und Einflüsse, darunter Dostojewski, Taha Husain und Nagib Mahfuz.[10]