Nancy Meckler

Amerikanische Film- und Theaterregisseurin From Wikipedia, the free encyclopedia

Nancy Meckler (* 1941 in Great Neck, New York) ist eine US-amerikanische Theater- und Filmregisseurin, die seit den späten 1960er-Jahren überwiegend im Vereinigten Königreich arbeitet. Bekannt wurde sie besonders durch ihre langjährige Tätigkeit bei der Touring-Company Shared Experience sowie durch ihre Spielfilme Sister My Sister (1994) und Indian Summer (auch: Alive & Kicking, 1996).[1][2]

Leben und Wirken

Meckler, geboren in Great Neck, Long Island, kam 1968 nach London. Sie studierte Drama und absolvierte Schauspiel- und Regieausbildung in New York (Herbert Berghof Studios; Masterstudium an der New York University) sowie an der London Academy of Music and Dramatic Art (LAMDA).[3]

In London arbeitete sie zunächst in der Off-Szene und war an der Gründung der Freehold-Theatergruppe beteiligt. In den frühen 1970er-Jahren machte die Gruppe mit einer Antigone-Inszenierung auf sich aufmerksam.[4] Bei ihrer Inszenierung von Macbeth arbeitete sie erstmals mit Julie Walters zusammen. Zudem war sie über viele Jahre die künstlerische Co-Leiterin der Theater-Company Shared Experience Theatre. Später arbeitete Meckler als Regisseurin an verschiedenen britischen Bühnen und leitete das Studio-Ensemble des Leicester Haymarket, bevor sie 1987 als Artistic Director zum Shared Experience Theatre kam.[4][5]

1981 war Meckler die erste Frau, die am Royal National Theatre inszenierte (Edward Albees Who’s Afraid of Virginia Woolf?).[4][3] Bei Shared Experience prägte sie eine stark körperlich-ensembleorientierte Arbeitsweise und war über viele Jahre gemeinsam mit Polly Teale künstlerisch in der Leitung tätig.[3][5]

Neben der Theaterarbeit realisierte Meckler auch Spielfilme. Ihr Regie-Debüt Sister My Sister aus dem Jahr 1994 mit Julie Walters in der Hauptrolle wurde u. a. auf dem Torino International Gay & Lesbian Film Festival als Bester Spielfilm ausgezeichnet. Sister My Sister (1994) basiert auf dem Kriminalfall der Schwestern Papin und wurde in der Rezeption als präzise psychologische Kammerspiel-Inszenierung beschrieben.[6] 1996 drehte sie die queere Tragikomödie Indian Summer (auch: Alive & Kicking), ein Ensemblefilm um eine Tanzkompanie im Kontext der AIDS-Krise.[2] Der Film erhielt später den Publikumspreis beim London Film Festival.[1]

Filmografie (Regie)

Theaterarbeiten (Auswahl)

Meckler inszenierte unter anderem Stoffe und Stücke von Sam Shepard, Anton Tschechow und William Shakespeare sowie zahlreiche Literaturadaptionen, die für Shared Experience charakteristisch wurden.[5][2]

  • Who’s Afraid of Virginia Woolf? (Royal National Theatre, 1981)
  • Uncle Vanya (Onkel Wanja)
  • Produktionen mit Shared Experience wie The Mill on the Floss und Anna Karenina
  • Rose von Martin Sherman (National Theatre; später Transfer nach Broadway)

Publikationen

Preise und Auszeichnungen

Theater

  • Time Out Awards 1992
  • Outstanding Theatrical Event: Anna Karenina (Shared Experience)[8]
  • Best Touring Show: Anna Karenina (Shared Experience)[9]
  • Outstanding Nonresident Production: The Mill on the Floss (Kennedy Center; Shared Experience)[10]
  • Best Dance Production: A Streetcar Named Desire (Scottish Ballet)[11]

Film

Einzelnachweise

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