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Nationalpark Pantanal Matogrossense

Nationalpark in Brasilien From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Nationalpark Pantanal Matogrossense, auch Nationalpark Pantanal Mato Grosso geschrieben, (Parque Nacional do Pantanal Matogrossense) (port.) ist ein Naturschutzgebiet im westlichen Brasilien, welches im Flusslauf des Río Paraguay liegt, nahe der Grenze Boliviens. Ein zweiter Nationalpark namens Chapada dos Guimaräes dient dem Schutz der den Pantanal umliegenden Hochebene.

Schnelle Fakten
Pantanal Matogrossense

IUCN-Kategorie II – National Park

ein Flusslauf des Río Paraguay

ein Flusslauf des Río Paraguay

Lage Mato Grosso do Sul (Brasilien Brasilien) im Flusslauf des Río Paraguay
Fläche 1.360 km²
WDPA-ID 2581
Geographische Lage 17° 26′ S, 57° 13′ W
Nationalpark Pantanal Matogrossense (Brasilien)
Nationalpark Pantanal Matogrossense (Brasilien)
Einrichtungsdatum 24. September 1981
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Lage

Dieser befindet sich größtenteils im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Die nächste größere Stadt in der Nähe des Nationalparks ist Poconé.

Geschichte

Im 17. Jahrhundert rotteten Sklavenhändler das dort lebende Volk der Indios Guatos aus. Zudem wurde in diesem Gebiet zur damaligen Zeit intensiver Goldabbau betrieben. Im 18. Jahrhundert wurde das riesige Gebiet als Rinderweide verwendet. Er wurde im Jahr 1981 gegründet. In der übrigen Welt war dieses Gebiet bis in die 1980er Jahre kaum bekannt. Größere Bekanntheit erlangte diese Landschaft durch die Ausstrahlung der Seifenoper Pantanal, einer Serie über eine Viehzüchterfamilie in der übrigen Welt. In den 1980er Jahren beschlossen die Staaten Argentinien, Bolivien, Paraguay und Uruguay das Projekt Proyecto Hidrovia, eine künstliche Wasserstraße zwischen Zentralsüdamerika und dem Atlantischen Ozean, die die Zerstörung des Pantanals bedeutet hatte. Nach großem öffentlichen Aufschrei wurde das Projekt nicht realisiert. Offiziell wurde er im Jahr 1993 zum Nationalpark erklärt. In diesem Gebiet soll die Natur und Landschaft in ihrem jetzigen, ursprünglichen Zustand erhalten werden, unter der Einbeziehung und Beachtung der Lebensweise der dort ansässigen lokalen Bevölkerung.

Ökologie und Klima

Im Nationalpark Pantanal Matogrossense befindet sich ein durch den Flusslauf des ein teilweise oder ganzjährig überschwemmter Wald, der Grund hierfür ist eine natürliche Vertiefung der Erdkruste, in die viele Flüsse münden. Die Landschaft des Nationalparks umfasst Savannengebiete, Sumpfgebiete und den Rand des Amazonas-Regenwalds. Der Wasserstand der Flüsse des Gebietes unterliegt sehr starken jahreszeitlichen Schwankungen von bis zu 5 Metern Höhe, welche viele Nährstoffe in das Gebiet einbringen. Hierdurch kann sich eine sehr prächtige Vegetation im Gebiet entfalten.

Das Klima in diesem Gebiet ist zwischen April und September warm und sehr feucht. Die Trockenzeit dauert meist von Oktober bis März. Die Jahresgesamtniederschlagsmenge im Nationalpark Pantanal Mato Grosso beträgt 1.200 mm.

Flora

Folgende Arten sind in diesem Gebiet unter anderem anzutreffen: Buriti-Palmen (Mauritia flexuosa), (Erisma uncinatum), Knoblauchbaum (Gallesia integrifolia) Louros (Cordia glabrata), Santa-Cruz-Riesenseerose (Victoria cruziana) und Bäume der Gattung (Handroanthus). Weite Teile der großen Wasserflächen sind mit der Dickstielige Wasserhyazinthe (Pontederia crassipes) bedeckt.

Fauna

In diesem Gebiet sind folgende Säugetierarten vertreten: Großer Ameisenbär (Myrmecophaga tridactyla), Sumpfhirsch (Blastocerus dichotomus), Riesenotter (Pteronura brasiliensis), Jaguar (Panthera onca), Wasserschwein Dort sind auch folgende Vogerlarten beheimatet: Jabiru (Jabiru mycteria), Waldstorch (Mycteria americana), Maguaristorch (Ciconia maguari), Hyazinthara (Anodorhynchus hyacinthinus), Rosalöffler (Platalea ajaja) Folgende Reptilienarten sind in diesem Gebiet heimisch: Brillenkaiman (Caiman yacare). Folgende Fischarten sind hier heimisch Piranhas und weitere Arten. Insgesamt wurden über 700 Vogel-, 250 Fisch-, 100 Reptilien-, 90 Säugetier- und 40 Amphibienarten im Gebiet des Nationalparks Pantanal Matogrossense bisher festgestellt. Ein paar kleinere Seen des Parks, die mit Salzwasser gefüllt sind, beherbergen tief im Landesinnern maritime Lebensformen.

Tourismus

Der Park wird durch die staatliche Organisation IBAMA überwacht und Besuche sind im Allgemeinen nur in Begleitung von geeigneten Führern und mit Genehmigungen erlaubt. Andere Aktivitäten wie der Fischfang und die Jagd sind ganzjährig im Gebiet des Nationalparks untersagt.

Bedrohungen

Dieses Gebiet ist durch den illegalen Goldabbau, Viehwirtschaft, Waldrodungen und die dadurch ausgelöste Erosion und den Ausbau des Straßennetzes gefährdet.

Sonstiges

Der Dichter Manoel de Barros schrieb über das Pantanal, es sei grenzenlos und mit keinerlei Maß zu messen.[1]

Literatur

  • Luca Borgheaio: Naturparadiese unserer Erde, Die schönsten Nationalparks der Welt Weltbild, Augsburg, ISBN 3-8289-1623-6, S. 296–301.
  • Sammelordner: Das wunderbare Reich der Tiere. Band: 5, Gruppe: 8 Lebensräume Karte 19: Pantanal De-B16-1U-20 MP Meister-Verlag GmbH.

Einzelnachweise

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