Nationalpark Vesuv
Nationalpark in Italien
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Der Nationalpark Vesuv (italienisch Parco Nazionale del Vesuvio) ist einer der insgesamt 24 Nationalparks in Italien. Das Kernstück des Parks bildet der Vulkan Vesuv am Golf von Neapel.
Der Park wurde am 5. Juni 1995 gegründet und fasst eine Fläche von 72 km². Er erstreckt sich um den aktiven Vulkan Vesuv und seinen ältesten, heute inaktiven Krater, den Monte Somma.
Entstehung des Vulkankomplexes Somma-Vesuv
Die Entstehung des Vulkankomplexes Somma-Vesuv geht auf über 400.000 Jahre zurück. Die vulkanische Geschichte wird in drei Hauptperioden unterteilt:
- Von den Anfängen bis zum Ausbruch im Jahr 79 n. Chr., der die Städte Pompeji, Oplontis, Herculaneum und Stabiae begrub.
- Von 79 n. Chr. bis 1631 folgten weitere Ausbrüche.
- Von 1631 bis heute mit zahlreichen Eruptionen, wobei es im Jahr 1944 zum letzten Ausbruch kam, der den Vulkan in eine „aktive Ruhephase“ versetzte.
Geografie
Der Nationalpark umfasst den Vulkankomplex Somma-Vesuv und erstreckt sich um ihn herum. Das Gebiet besteht überwiegend aus mediterraner Macchie und Wald. Der Park umfasst 13 Gemeinden: Boscoreale, Boscotrecase, Ercolano, Massa di Somma, Ottaviano, Pollena Trocchia, San Giuseppe Vesuviano, San Sebastiano al Vesuvio, Sant’Anastasia, Somma Vesuviana, Terzigno, Torre del Greco und Trecase.[1]
Außerhalb des Parkgebietes liegen 5 weitere Gemeinden mit homogenen Merkmalen: Cercola, Pompei, Portici, San Giorgio a Cremano und Torre Annunziata.
Geschichte des Nationalparks
Der Nationalpark Vesuv wurde bereits im Rahmengesetz über Schutzgebiete aus dem Jahr 1991 angekündigt[2] und wurde mit dem Dekret des Präsidenten der Republik vom 5. Juni 1995 gegründet[3], um:
- die Werte des Gebietes und der Umwelt sowie deren Integration mit dem Menschen zu bewahren;
- die Tier- und Pflanzenwelt sowie die geologischen Besonderheiten zu schützen.
Hauptsitz
Seit 2003 beherbergt das Castello Mediceo in Ottaviano den Nationalpark Vesuv.
Die Residenz der Medici ist ein Symbol der Legalität, da sie der Camorra entzogen und den Bürgern zurückgegeben wurde. Das Schloss wurde 1567 von Don Bernadetto de Medici gekauft, nachdem es 1084 Papst Gregor VII., 1532 Fabrizio Maramaldo und 1551 Cesare Gonzaga beherbergt hatte[4].
Flora und Fauna
Es gibt über 900 Pflanzenarten um den Vulkankomplex Somma-Vesuv, darunter die Birke, die italienische Erle, die italienische Strohblume, die rote Spornblume, mehrere Orchideenarten und viele Pflanzen der Macchie-Buschlandschaft[4].
Es gibt über 40 Arten von Tagfaltern und Brutplätze von Bussarden, Sperbern, Turmfalken, Wanderfalken und Kolkraben. Weitere Wirbeltiere sind Füchse, Marder, Hasen, Wildkaninchen und Siebenschläfer[4].
Besonderheiten im Nationalpark
Gran Cono del Vesuvio
Der höchste Punkt erreicht 1.277 m ü. d. M. mit einem Kraterdurchmesser von 450 m und einer Tiefe von 300 m. Am Fuße des Kraters befinden sich mehrere Eruptionsöffnungen, aus denen die Lavaströme zwischen 1631 und 1944 ausgestoßen wurden. Auf dem Gran Cono del Vesuvio gibt es kleine Fumarolen, welche ein Zeichen für seinen Zustand der „aktiven Ruhe“ sind.
Staatswald
Der Staatswald (italienisch La Foresta Demaniale del Vesuvio) wurde 1912 durch die Staatliche Forstverwaltung am Südhang des Vesuvs zwischen 600 und 900 Metern Höhe in Richtung Boscotrecase und Trecase angelegt. Dafür wurden 600 Hektar Lava umgegraben. Der Wald besteht aus Pinien und Steineichen (Quercus ilex), das Unterholz umfasst Weißdorn, Faulbaum und Stechwinden. Durch den Staatswald verläuft die historische Straße Via Matrone, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut wurde.[5]
Tourismus
Der Nationalpark verfügt über 11 offizielle Wanderwege, die von der Parkverwaltung unterhalten werden.[6]
| Nr. | Italienische Bezeichnung | Deutsche Bezeichnung | Art von Wanderweg | Länge | max. Höhe ü. d. M. | Schwierigkeit | Benötigte Zeit | Schnittstellen mit anderen Wanderwegen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | La Valle dell’Inferno | Das Tal der Hölle | Rundwanderweg | 12,39 km | 1000 m | Hoch (lange Strecke) | 7 h | Kreuzung Wanderweg Nr. 6, Abzweigung Wanderweg Nr. 5 |
| 2 | Lungo i Cognoli | Entlang der Cognoli | Rundwanderweg | 8,13 km | 1112 m | Hoch | 8 h | keine |
| 3 | Il Monte Somma | Der Monte Somma | Rundwanderweg | 7,65 km | 1132 m | Hoch | 5 h | keine |
| 4 | Attraverso la Riserva Tirone | Durch das Naturschutzgebiet Tirone | Rundwanderweg | 11,26 km | 625 m | Mittel (lange Strecke mit Gefälle) | 6 h | Kreuzung Wanderweg Nr. 6 |
| 5 | Il Gran Cono | Der Gran Cono | Rundwanderweg | 4,01 km | 1175 m | Niedrig (abfallend, leicht und kurz) | 2,5 h | Kreuzung Wanderweg Nr. 6, Abzweigung Wanderweg Nr. 1 |
| 6 | La Strada Matrone | Die Straße Matrone | Panoramaweg | 14,18 km | 1060 m | Mittel (lange Steigung, asphaltiert) | 7 h | Kreuzung Wanderweg Nr. 4 und Nr. 1 |
| 7 | Il Vallone della Profica | Das Tal der Profica | Landwirtschaftsweg | 4,38 km | 730 m | Mittel | 3 h | Kreuzung Wanderweg Nr. 1 und Nr. 2 |
| 8 | Il Trenino a Cremagliera | Die Zahnradbahn | Rundwanderweg | 2,91 km | 538 m | Mittel | 2 h | keine |
| 9 | Il Fiume di Lava | Der Lavastrom | Lehrpfad | 1,04 km | 568 m | Niedrig | 1 h | Kreuzung Wanderweg Nr. 8 |
| 10 | L'Olivella | Die Olivella | Nicht zugeordnet | 3,73 km | 370 m | Niedrig | 2,5 h | keine |
| 11 | La Pineta di Terzigno | Der Pinienwald von Terzigno | Nicht zugeordnet | 1,5 km | 211 m | Niedrig | 0,5 h | keine |
Großbrand 2025
Am 8. August 2025 entfachte ein Großbrand an den Hängen und Ausläufern des Vesuvs. Eine Fläche von 500 Hektar war betroffen. Die Einsatzkräfte wurden von Löschflugzeugen und durch den Einsatz von Drohnen unterstützt. Durch den Brand wurden Schäden am Wein- und Obstanbau angerichtet, betroffen waren Teile der Lacrima-Christi-Weinlagen.[7]
Zukunft des Nationalparks
2021 eröffnete ein neues Museum im Nationalpark (Museo del Parco Nazionale del Vesuvio). Im Inneren befindet sich eine Ausstellung zur Geschichte des Vesuvs, der geologischen Entwicklung des Vulkankomplexes, zur Flora und Fauna und zum Leben am Vulkan.[8]
Geplant waren weitere neue Attraktionen für Besucher des Nationalparks, etwa eine Seilbahn, ein Blumenpark und neue Radwege.[9]
Illegaler Abfall ist ein Problem im Nationalpark. Es kommt vor, dass an den Ablageorten Brände entstehen.[9]
Weblinks
- Parco nazionale del Vesuvio Homepage (italienisch)
- Nationalpark Vesuv in der World Database on Protected Areas (englisch)

