Nazem El Sayed
libanesischer Lyriker und Journalist
From Wikipedia, the free encyclopedia
Nazem El Sayed (* 1975 in Bint Dschbeil) ist ein libanesischer Lyriker und Journalist, dessen Prosagedichte in mehrere Sprachen übertragen und in Anthologien veröffentlicht wurden.[1] Er gehört zur Beirut39-Auswahl der 39 wichtigsten jüngeren Autorinnen und Autoren aus der arabischen Welt.[2]
Leben
El Sayed wuchs als zehntes von elf Kindern in einer Bäckerfamilie auf.[3] Er studierte Arabische Literatur an der Libanesischen Universität.[4] Seit 1996 arbeitet er als Journalist und schrieb für As-Safir, die Kulturbeilage von An-Nahar sowie für Al-Hayat; seit 2007 berichtete er für die in London erscheinende Al-Quds al-arabi.[1] In Beirut gehörte er zu den Mitbegründern und Organisatoren eines wöchentlichen Dichtertreffens in der Restauration Jadal Bizanty.[1] Er lebt im Großraum Washington, D.C.[2]
Wirken
El Sayeds Debütband Burtuqāla muqaschschara min ad-dāchil (‚Eine von innen geschälte Orange‘) erschien im Jahr 2002.[5] Es folgten al-ʿAin al-āchira (‚Das letzte Auge‘) und 2007 die Prosadicht-Suite Arḍ maʿzūla bi-n-naum (‚Ein vom Schlaf isoliertes Land‘).[1] Das 2007 erschienene Buch wurde in der libanesischen Tageszeitung as-Safir ausführlich besprochen.[6] Stilistisch betonte El Sayed seine Neigung zur Lyrik mit starker Bildlichkeit und setzt sich von einer emotionsarmen Programmatik ab.[7] Zugleich beschrieb er seinen Weg vom Kritiker und Kulturjournalisten hin zu einer länger angelegten prosaischen Dichtung mit narrativen Bögen.[8] Übersetzungen seiner Gedichte erschienen 2018 in World Literature Today.[9] Im Rahmen der Initiative (Dis)Placed der in Philadelphia ansässigen Organisation Al-Bustan Seeds of Culture setzte er sich zudem literarisch mit Erfahrungen von Flucht und Entwurzelung auseinander.[4] Seine Zugehörigkeit zur Beirut39-Auswahl prägte seine Rezeption im arabischen Sprachraum und darüber hinaus.[10]