Nedroma
Gemeinde in Algerien
From Wikipedia, the free encyclopedia
Nedroma (arabisch ندرومة; Zentralatlas-Tamazight ⵉⵏⴷⵔⵓⵎⴻⵏ Indrumen) ist eine Stadt mit ca. 35.000 Einwohnern und eine Gemeinde (commune) mit ca. 40.000 Einwohnern im Nordwesten Algeriens nahe der seit 1994 gesperrten Grenze zum Königreich Marokko.
| ندرومة ⵉⵏⴷⵔⵓⵎⴻⵏ Nedroma | ||
|---|---|---|
|
| ||
| Koordinaten | 35° 1′ N, 1° 45′ W | |
| Basisdaten | ||
| Staat | Algerien | |
| Provinz | Tlemcen | |
| ISO 3166-2 | DZ-13 | |
| Höhe | 400 m | |
| Einwohner | 27.742 (2008) | |
Nedroma – Blick über die Stadt | ||
Lage und Klima
Nedroma liegt im Trara-Gebirge ca. 45 km östlich der Grenze zu Marokko bzw. gut 165 km (Fahrtstrecke) südwestlich von Oran und nur gut 56 km nordwestlich von Tlemcen in einer Höhe von etwa 400 m. Das Klima ist gemäßigt bis warm; Regen (ca. 400 mm/Jahr) fällt überwiegend im Winterhalbjahr.
Bevölkerung
| Jahr | 1977 | 1987 | 1998 | 2008 |
| Einwohner | 14.399 | 21.646 | 20.801 | 27.742[1] |
Seit den 1960er Jahren erlebt Nedroma eine starke Zuwanderung aus anderen Regionen Algeriens.
Wirtschaft
In der für algerische Verhältnisse durchaus regenreichen Umgebung von Nedroma wurde und wird Landwirtschaft und Viehzucht betrieben. In der Stadt selbst haben sich Händler, Handwerker und Dienstleister aller Art angesiedelt.
Geschichte

Nedroma wird erstmals im Jahr 1068 von dem Geographen und Historiker El Bekri erwähnt, es entstand wahrscheinlich aus einer kleinen Berbersiedlung mit Namen Filaoussene. Unter dem nur kurz regierenden Almoravidenherrscher Taschfin ibn Ali (reg. 1143–1145) und vor allem unter dem aus dem Trara-Gebirge stammenden Almohadensultan Abd al-Mu'min (reg. 1130–1163) wurde der Ort ausgebaut und mit einer Moschee versehen, doch übernahmen kurze Zeit später die Abdalwadiden oder besser deren Ableger, die von Tlemcen aus regierenden Zianiden, die Macht, die in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts kurzzeitig von den Meriniden okkupiert wurde. Im 15. und 16. Jahrhundert profitierte Nedroma von der Zuwanderung von im Rahmen der Reconquista aus Al-Andalus vertriebenen Juden und Muslimen. Die französische Kolonialzeit dauerte von 1842 bis 1962.[2]
Sehenswürdigkeiten
- Von besonderer Bedeutung ist die im Jahr 1145 vom Almoravidenherrscher Taschfin ibn Ali in Auftrag gegebene und außen wie innen weitgehend schmucklos gestaltete Große Moschee mit ihrem aus merinidischer Zeit (1348) stammenden und von einer Laterne bekrönten Minarett, welches auf allen vier Seiten ein einheitliches, aber kachelloses Dekor zeigt.
- Teile des mit Inschriften versehenen Sitzes (minbar) für den Vorbeter (imam) befinden sich heute im Musée national des antiquités et des arts islamiques in Algier.
Literatur
- Mustapha Guenaou: Nedroma, une ancienne médina du Tlemcenois. Une ville d’histoire et de mémoire. EDILIVRE 2020, ISBN 978-2414291472

