Nehemetawai

ägyptische Göttin From Wikipedia, the free encyclopedia

Nehemetawai ist eine altägyptische Gottheit der ägyptischen Mythologie. Sie ist „Herrin der Stadt“ und „Herrscherin auf der Flammeninsel“. Die Göttin erlangte erst in der Spätzeit größere Bedeutung. Ihrem Namen zufolge, der in der Übersetzung „die sich des Beraubten annimmt“ bedeutet, war Nehemetawai die „Schützerin des Rechtes“ und stand für Gerechtigkeit. In späterer Zeit wurde sie als Göttin des Gesanges und der Musik angesehen. Es besteht eine enge Verbindung zu Hathor.

Schnelle Fakten in Hieroglyphen ...
Nehemetawai in Hieroglyphen
N35
N41
G17X1
D36
V4M17M17I12

Nehemetawai
Nḥmt ˁw3y
Die sich des Beraubten annimmt
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Nehemtawi, Statuette aus Bronze

Nehemetawai wurde als Frau dargestellt, deren Kopfschmuck Sonnenscheibe und Kuhhörner sein konnten, aber auch ein kapellenförmiges Sistrum. Eine andere Variante ist die Darstellung mit einer Uräusschlange anstelle eines menschlichen Kopfes oder zwei entgegengesetzten Gesichtern. Abbildungen der Göttin fanden sich an ihrem Hauptkultort Hermopolis Magna (altägyptisch Chemenu – „Stadt der Acht“), in Hibis sowie im Chons-Tempel in Karnak.

Zur Zeit des Neuen Reiches (18. Dynastie) war Nehemetawai in Hermopolis Magna eng mit dem Sonnengott Schepsi verbunden und Thot galt als der Sohn der beiden.

Forschungsstand und Quellen

Vermutlich aufgrund ihres seltenen Auftretens haben sich nur wenige Forscher bisher mit der Göttin Nehemetawai auseinandergesetzt. Patrick Boylan widmet ihr einen Abschnitt im Zusammenhang mit ihrer Rolle als Gemahlin des Thot.[1]

Im Lexikon der Ägyptologie findet sich ein kurzer Beitrag von Alain-Pierre Zivie, der wohl im Zuge seiner Forschungen in Hermopolis auf diese Göttin aufmerksam geworden ist.[2] Einige Publikationen, die wichtiges Material zur Erforschung von Nehemet-awaj in der Spätzeit beinhalten, sind Fakhrys Bahria Oasis,[3] und die Publikation des Hibistempels von de Garis Davies.[4] Die 1984 eingereichte Dissertation von Jacques Parlebas Die Göttin Nehmet-awaj[5] bildet die bisher umfangreichste Behandlung dieser Gottheit. Neuere Erkenntnisse liefert der Artikel von Depauw/Smith, die sich mit einer Schilderung eines Festgeschehens für Nehemetawai beschäftigt haben.[6]

Nehemetawai ist hauptsächlich aus Tempeltexten bekannt. Eine kleine Zahl königlicher Texte nennt ebenfalls diese Göttin. In der Spätzeit und griechisch-römischen Zeit tritt sie des Öfteren auf Denkmälern von Privatleuten in Erscheinung.[5]

Die Belege konzentrieren sich im Neuen Reich vor allem auf Oberägypten, insbesondere Theben und Hermopolis Magna. Ab der Dritten Zwischenzeit ändert sich dieses Bild: Nehemetawai ist neben Hermopolis Magna nun häufig auf unterägyptischen Zeugnissen und solchen, die aus den Oasen stammen, genannt. In der griechisch-römischen Periode zeigt sich Nehemetawai wieder vornehmlich auf oberägyptischen Denkmälern.[5]

Siehe auch

Einzelnachweise

Literatur

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